Talofa Samoa

Über Auckland ging es für uns weiter nach Samoa, die vierte Südseeinsel für uns insgesamt. Wir hatten bereits bei der letzten Reise über diese Insel diskutiert, es hatte dann aber schlussendlich nicht so gut in unsere Pläne gepasst, weshalb wir sie ausgelassen haben. Nebst dem Schnorcheln mit Buckelwalen in Französisch-Polynesien also ein weiterer Grund für uns, zurück in die Südsee zu reisen und doch noch Samoa zu besuchen.

Wir kamen spätabends an und gingen direkt in Apia, der Hauptstadt von Samoa, ins Bett. Bereits am nächsten Morgen konnten wir unseren Roller, den wir für die nächsten Tage gemietet hatten, entgegennehmen und, mit den kleinen Rucksäcken bepackt, losdüsen.

Samoa besteht aus zwei Hauptinseln: Upolu mit dem Flughafen und Savai‘i. Da wir beide Inseln erkunden wollten, fuhren wir von Apia aus direkt zum Fährhafen, um nach Savai‘i überzusetzen. Wir wussten, dass die Fähre stark genutzt wird und viele Einheimische auch mit dem Auto mitfahren und es somit teilweise keinen Platz mehr hat, wenn man das Ticket zu knapp vorher kauft. Da wir aber mit dem Roller unterwegs waren, gingen wir davon aus, dass dieser sicherlich noch Platz haben würde. Trotzdem wollten wir kein Risiko eingehen und waren bereits frühzeitig am Hafen.

Savai‘i

Nach längerer Wartezeit durften wir mit dem Roller als Erste auf die Fähre fahren und unseren Roller in eine Ecke quetschen. Die Überfahrt dauert je nach Fähre und Wetter ca. 1,5 Stunden. Während der Fahrt wurde das Wetter immer schlechter und der Regen immer stärker. Bei strömendem Regen mussten wir auf unserem Roller die Fähre verlassen und suchten uns als Erstes einen Unterschlupf. Als der Regen etwas nachgelassen hatte, machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft.

Da wir zwei Nächte auf dieser Insel geplant hatten, war die erste Nacht einmal auf der anderen Seite der Insel eingeplant. Somit stand noch eine Fahrt von etwa zwei Stunden vor uns. Bei diesem Regen und den eher schlechten Strassenbedingungen definitiv keine schöne Fahrt. Nach ca. 20 Minuten, als der Regen wieder stärker wurde und uns ins Gesicht peitschte, entschieden wir uns, die erste Unterkunft sausen zu lassen und kurzerhand nochmals eine Nacht in unserer zweiten Unterkunft zu buchen, welche vom Hafen nicht sehr weit entfernt lag.

Schade, denn auf die erste Unterkunft direkt am Strand hätten wir uns sehr gefreut. Aber es machte keinen Sinn, so weiterzufahren. Von aussen durchnässt, aber zum Glück dank des Regenschutzes mit trockenen Rucksäcken und T-Shirts, wurden wir in der Unterkunft empfangen und direkt zu einer Vorführung des traditionellen Umu hingebracht.

An diesem Abend fand in unserer Unterkunft eine typische samoanische Nacht statt. Umu ist die samoanische Art, mit heissen Steinen zu kochen. Wir durften dies bereits auf Fiji erleben. Dort werden die heissen Steine und die Lebensmittel aber unter die Erde gelegt und zugedeckt. Auf Samoa findet dies auf dem Boden statt und wird mit Bananenbaumblättern zugedeckt.

Nach einem leckeren samoanischen Essen gab es von der Jugendgruppe der Kirche in diesem Dorf noch einen Tanzauftritt mit dem traditionellen Siva-Tanz. Diese Tänze erzählen Geschichten und werden mit Trommeln und Gesängen begleitet. Die Jugendlichen waren zwar etwas nervös, gaben uns aber bereits einen wundervollen Einblick in die samoanische Kultur des Tanzes.

Es war ein gelungener Abend. Vielleicht sollte es so sein, dass wir wegen des Regens die Unterkunft wechseln mussten und dafür diesen Abend miterleben konnten.

Am nächsten Tag war der Regen zum Glück vorbei und wir fuhren mit dem Roller lange 4,5 Stunden um die gesamte Insel herum.

Dazwischen legten wir verschiedene Fotostopps ein, so zum Beispiel an der Küste, wo es im Felsen Löcher hat, durch welche bei Wellengang hohe Fontänen herausschiessen. Es sieht etwas aus wie Geysire, nur ist das Wasser nicht heiss und kommt direkt aus dem Meer.

Die Inseln von Samoa sind vulkanischen Ursprungs und die Vulkane sind teilweise noch aktiv, wobei es seit Anfang des 20. Jahrhunderts keine grösseren Ausbrüche mehr gab. Durch diese vulkanische Vergangenheit unterscheiden sich die Strände und Küsten deutlich von denen in Französisch-Polynesien. Es lassen sich viele Vulkangesteine und schwarzer Sand finden. Durch die grosse letzte Eruption ist eine grosse Fläche der Insel mit alten Lavafeldern bedeckt.

Definitiv etwas sehr Interessantes für uns, über diese alten Felder zu laufen und die einzelnen Falten der Lava zu sehen. Diese entstehen dadurch, dass die Oberfläche der Lava schneller abkühlt, während die heisse Lava darunter noch weiterfliesst und dadurch die Oberfläche wie aufstülpt.

Upolu

Nach der zweiten Nacht in unserer bescheidenen Hütte fuhren wir mit der Fähre zurück nach Upolu und von dort der südlichen Küste der Insel entlang. Unterwegs erfrischten wir uns in einem natürlichen Pool, welcher sich in einer grossen Gartenanlage befand und in etwa wie eine Badi bei uns funktioniert.

Fales

Die traditionellen Häuser auf Samoa, Fales, fallen beim Herumfahren sofort auf. Ursprünglich wurden diese aus einem Gerüst aus Holz und Palmblättern hergestellt. Obwohl viele Leute mittlerweile in geschlossenen Häusern leben, haben sie häufig in den Dörfern solche Fales – viele davon mittlerweile aus Beton –, in denen sich die Gemeinschaft trifft. Vor allem aber am Strand gibt es noch viele traditionelle Fales, welche als Unterkunft dienen oder dazu genutzt werden, den Tag dort zu verbringen.

Wir hätten bereits auf Savai‘i eine solche Unterkunft gebucht gehabt, aber wie ja erwähnt, dann abgesagt. Zwar war unsere andere Unterkunft auch ein Fale, aber kein offenes direkt am Strand. Wir hatten aber noch eine Nacht auf Upolu in einer solchen Unterkunft gebucht. Es war einmal mehr ein tolles Erlebnis, mit dem Meeresrauschen einzuschlafen.

Nach bereits drei Nächten unterwegs fuhren wir zurück nach Apia und gaben unseren Roller ab. Eigentlich fand zu dieser Zeit in Apia ein grosses Festival statt, bei dem in der Stadt verschiedene Märkte, Tanzaufführungen und Veranstaltungen stattfanden. Ein richtiges Programm dafür gab es nicht, aber im Internet hatten wir nachgelesen, dass am letzten Tag noch viel los sei. Somit ging unser Programm perfekt auf und wir konnten den letzten Tag des Festivals in Apia miterleben.

Leider waren diese Informationen nicht ganz korrekt. Der öffentliche Abschluss fand bereits am Abend vorher statt. Wir konnten nur noch die grosse Bühne sehen, welche bereits teilweise abgebaut war. Schade, das wäre sicherlich ein tolles Erlebnis gewesen.

Saletoga

Obwohl wir sicherlich noch mehr Zeit auf Samoa mit Erkunden hätten verbringen können, war für uns eine Entscheidung ganz klar: Wir wollten die letzten paar Tage einfach nur am Strand verbringen. Somit hatten wir vier Nächte in einem Resort gebucht und liessen es uns gut gehen.

Das sollte der Abschluss unserer offiziellen Flitterwochen werden und es war perfekt so. Vom Hotel erhielten wir ein schön dekoriertes Bett inklusive Glückwunschkarte zur Hochzeit und eine geschenkte halbstündige Massage, welche wir dann auf eine volle Stunde aufstockten.

Ansonsten konnten wir den ganzen Tag am Strand liegen, viel im Meer und im Pool baden, gutes Essen und feine Getränke geniessen, einiges für unsere nächste Reisedestination vorbereiten und einfach entspannen.

Geendet hat diese Reise mit dem gleichen Programm, mit dem wir sie auf Savai‘i gestartet hatten: mit einer traditionellen Samoa-Nacht. Es gab im Hotel typische samoanische Gerichte und danach eine tolle Tanz- und Feuershow.

Samoa

Ich weiss nicht, wie viele von euch Samoa wirklich kennen und sich viel darunter vorstellen können. Ich kenne es eigentlich nur aus einer Kinderserie, die ich geliebt habe. In dieser ist eine Person nach Samoa gereist – das ist eigentlich auch schon alles.

Der unabhängige Staat Samoa darf jedoch nicht mit dem Aussengebiet der USA, Amerikanisch-Samoa, verwechselt werden. Sie gehören zwar zum gleichen samoanischen Kulturraum, sind aber verschiedene politische Gebiete.

Samoa ist, wie ihr ja bereits mitbekommen habt, einer der Südseestaaten. Es hat Korallenriffe, tropische Regenwälder, wunderschöne Strände, Wasserfälle, vulkanische Landschaften und vor allem eine ausgeprägte und schöne Kultur.

Im Vergleich zu Französisch-Polynesien konnten wir die polynesische Kultur hier nochmals ganz anders spüren, obwohl sich diese trotz gemeinsamer Wurzeln natürlich auch voneinander unterscheidet. Die Einheimischen präsentieren stolz ihre Tattoos und tragen im Alltag sogenannte Lavalava, ein rechteckiges Tuch, das um die Hüfte gewickelt und wie ein Rock getragen wird. Sie sind sehr religiös und praktizieren das Christentum. Während unserer Rundfahrt konnten wir unendlich viele Kirchen sehen.

Auch Samoa hat uns unglaublich gut gefallen. Wir hatten deutlich weniger Erwartungen und Vorstellungen und wurden positiv überrascht. Auch wenn wir nur wenige Tage die Inseln wirklich erkundet haben, konnten wir bereits viel sehen und kennenlernen.

Unserer Meinung nach hat Samoa nicht unglaublich viele unterschiedliche Sehenswürdigkeiten, aber die Rundreise alleine mit den unterschiedlichen Facetten der Inseln lohnt sich bereits. Obwohl wir während der gesamten Fahrt die Einzigen auf einem Roller waren, können wir das Erkunden mit diesem Fahrzeug sehr empfehlen. Uns macht es mehr Spass als mit einem Auto.

Natürlich waren wir dadurch dem Regen ausgesetzt, wir wurden so aber auch von vielen Einheimischen begrüsst. Kinder rannten uns hinterher und Leute winkten uns aus ihren Fales zu.

Irgendwie hat es uns die Südsee angetan. Es ist wunderschön und uns gefallen die Kultur und Mentalität sehr. Nach einem wunderschönen Monat mit zwei unterschiedlichen und doch sehr ähnlichen Ländern war es aber Zeit für uns, Abschied zu nehmen – Abschied von einer Gegend, bei der wir nicht wissen, ob wir nochmals die weite Reise auf uns nehmen werden. Abschied vom Meer und Strand und Abschied von einem vertrauten Wohlgefühl.

Unsere Wege gehen nun in eine für uns unbekannte Gegend und wir freuen uns sehr darauf, neue Abenteuer zu erleben, neue Kulturen und Traditionen kennenzulernen und einfach zu schauen, wohin uns diese Wege führen werden.


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Ein Kommentar zu „Talofa Samoa

  1. Habe ich eigentlich schon einmal geschrieben, wie toll und spannend eure Berichte, gespickt mit schönen Fotos, sind?

    Oh, habe ich schon, na ja, macht ja nichts das ein Weiteres mal zu erwähnen!

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