Von Zhangjiajie aus ging es für uns weiter mit dem Zug – leider nur 20 Minuten, somit blieb das Wetter gleich schlecht. Bei leichtem Nieselregen erreichten wir die Altstadt von Furong. Auch diesen Ort haben wir auf Instagram entdeckt, und was sollen wir sagen: es hat sich mehr als gelohnt. Das kleine Stadtviertel ist magisch.
Da es eine bekannte Touristenattraktion ist, muss beim Eingang zum Viertel Eintritt bezahlt werden. Das Ticket ist für drei Tage gültig und beinhaltet die verschiedenen Tanzshows, die überall im Ort stattfinden.
Furong

Wir haben bei der Unterkunft eine gute Mittellösung gefunden: Sie war nicht übertrieben teuer, lag am Rande des Dorfes, bot aber dennoch eine schöne Aussicht auf die bekannte Brücke. Da dieses Stadtviertel sehr klein ist, waren wir überall zu Fuss in wenigen Minuten – es gibt also eigentlich keine schlechte Lage für ein Hotel.




Bei Regen erkundeten wir den Ort zunächst am Tag, was bereits sehr schön war. Die ganze Magie entfaltet sich aber erst abends, wenn es dunkel wird. Dann erwacht das Viertel und wird zu einem Ort wie aus einem Bilderbuch. In der Nacht ist gefühlt jeder Quadratmeter beleuchtet, was dem Ort dieses magische Gefühl verleiht.




Furong wird auch „Wasserfallstadt“ genannt – ich denke, die Fotos zeigen warum. Hinter dem grossen Wasserfall befindet sich ein Weg, den wir bei Tag und Nacht entlanggelaufen sind. Ausnahmsweise wurden wir dabei nicht vom Regen, sondern vom Wasserfall nass.






Wie bereits erwähnt, sind im Ticket verschiedene Tanzaufführungen inbegriffen. Diese finden je nach Wetter an unterschiedlichen Orten statt. Am ersten Abend sahen wir eine Aufführung in einem Innenraum. Sie war zwar nicht spektakulär, die Musik extrem laut und alle haben die Aufführung gefilmt oder währenddessen Gespräche geführt, dennoch gab sie uns einen kleinen Einblick in die Kultur. Am Nachmittag schauten wir zusätzlich eine kurze Aufführung auf der Brücke – eine Art chinesischer Hip-Hop-Tanz. Am zweiten Abend waren wir per Zufall zur richtigen Zeit bei einer Aufführung und konnten direkt mittanzen.




Wir haben die 1,5 Tage in Furong sehr genossen, und es wurde bis dahin unser Lieblingsort in China. Wir sind gemütlich durch die Strassen geschlendert, haben die Atmosphäre aufgesogen und die wunderschöne Aussicht genossen.





Jeder Fleck an diesem Ort ist ein Fotomotiv und hat uns verzaubert. Leider war auch hier das Wetter noch nicht auf unserer Seite – wir mussten sogar zum ersten Mal die Heizung im Zimmer einschalten. Trotzdem würden wir jedem einen kurzen Aufenthalt in Furong empfehlen.




Von dort aus fuhren wir mit dem Zug weiter nach Tongren, von wo aus wir den Fanjing Shan besucht haben – darüber haben wir ja bereits berichtet.
Shangri- La
Unser letzter wirklicher Stopp führte uns nach Shangri-La, hoch oben in den Bergen. Shangri-La liegt auf etwa 3200 Metern Höhe und grenzt an Tibet. Eine Reise nach Tibet hätte uns sehr interessiert, ist aber etwas aufwändiger und teurer, da sie nur in einer geführten Gruppe erlaubt ist und eine spezielle Genehmigung benötigt. Wir hatten jedoch den Tipp erhalten, stattdessen Shangri-La zu besuchen – und entschieden uns dafür.
Vom Fanjing Shan Nationalpark fuhren wir mit dem Zug nach Guiyang, wo wir in der Nähe des Bahnhofs eine Nacht verbrachten. Am nächsten Tag ging es in etwa drei Stunden nach Kunming und von dort in etwas mehr als fünf Stunden weiter nach Shangri-La. Schon auf der Fahrt konnten wir die Veränderung der Vegetation und Landschaft beobachten – und endlich hatten wir wunderschönes Wetter. Leider besteht die Strecke grösstenteils aus Tunneln, sodass wir die schöne Aussicht immer nur kurz geniessen konnten.
„Shangri-La“ bedeutet so viel wie „Paradies“ oder „Traumland“ – und was soll ich sagen: Die lange Reise hat sich absolut gelohnt. Wir hatten beide einen kurzen Schockmoment, als wir ankamen, weil wir so extrem fasziniert waren – vom ersten Augenblick an. Solch einen Moment hatten wir schon lange nicht mehr. Wir können gar nicht genau erklären, warum wir uns so fühlten, aber wir wussten sofort, dass dies der Lieblingsort auf unserer Chinareise werden würde – und so war es dann auch.




Unsere Unterkunft lag direkt an der Grenze zur Altstadt, und abends schlenderten wir dorthin. Auf einem grossen Platz wurde getanzt und musiziert, während im Hintergrund eine kleine Tempelanlage auf dem Hügel schimmerte – ein eindrücklicher Anblick.



In fast allen Orten Chinas sahen wir Einheimische, die traditionelle Kleidung und Schmuck ausliehen, um Fotos zu machen. Auch in Shangri-La gibt es diese Möglichkeit, nur unterscheidet sich die Kleidung stark von anderen Regionen. Sie besteht aus Fell, Mützen oder Stirnbändern, Federn und geflochtenen Haaren mit bunten Strähnen. Auch die Souvenirstände boten tibetisch inspirierte Dinge an – sehr farbenfroh, mit viel Gold und Silber. Wir fühlten uns wie an einem völlig neuen Ort, fast nicht mehr in China – obwohl es natürlich Teil der chinesischen Kultur ist, nur eben ganz anders als der Rest, den wir gesehen haben.


Da Shangri-La in grosser Höhe liegt, wird bei der Hotelbuchung oft angegeben, dass eine Sauerstoffversorgung für den Notfall vorhanden ist. Auch im Ort selbst können in Läden und sogar an Automaten Sauerstoffflaschen gekauft werden, die von vielen chinesischen Touristen genutzt werden. Oft haben sie diese aber falsch benutzt, ohne das Mundstück, einfach indem sie sich den Sauerstoff ins Gesicht gesprüht haben. Einmal mehr ein interessanter Einblick.

E-Roller Tour
Am ersten Tag erkundeten wir die Umgebung mit einem E-Roller.


Wir fuhren zum Songzanlin Lamasery, einem tibetisch-buddhistischen Kloster, und waren erneut fasziniert. Der Buddhismus, kombiniert mit den farbenfrohen tibetischen Einflüssen, war eine eindrückliche Mischung.







Die Tempel waren innen vollgestopft mit Buddha-Statuen aller Art und Grösse, Opfergaben in Form von Geld und Lebensmitteln, bunten Fähnchen, Tüchern und Räucherkerzen. Da im Tempel keine Fotos erlaubt sind, müsst ihr es euch vorstellen – es war überwältigend, aber wunderschön. Auch aussen war diese besondere Mischung gut sichtbar und mit der herbstlichen Landschaft wunderschön.



Am Nachmittag – nach dem obligatorischen Regenschauer, der uns wohl auf der gesamten Chinareise begleitet hat – besuchten wir noch eine Anlage mit farbenfrohen Gebetsfahnenformationen. Wie diese genau heissen, wissen wir leider nicht, aber sie waren ein tolles Fotomotiv.





Auf der Fahrt sahen wir einige Yaks, die typisch für diese Region sind.


Leider wurden wir auf der Rückfahrt richtig verregnet und kamen durchnässt und durchgefroren im Hotel an. Zum Glück war auch dieses mit einer Heizung ausgestattet, die wir ausgiebig nutzten.
Shika Snow Mountain
Da Shangri-La bereits sehr hoch und von Bergen umgeben liegt, wollten wir natürlich auch mindestens einen dieser Berge besuchen. Wir entschieden uns für den Shika Snow Mountain, da dieser vom Ort aus gut erreichbar und mit einer Gondelbahn zugänglich ist. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Berg zu besuchen. Wir wählten eine Variante, bei der wir mit zwei verschiedenen Gondeln bis ganz nach oben fuhren, anschliessend ein Stück zu Fuss hinuntergingen, dann mit einem Shuttlebus zur Mittelstation der Gondel und schliesslich wieder ins Tal hinabfuhren.
Die Gondel war schon etwas in die Jahre gekommen und etwas seltsam aufgebaut: Es fahren immer vier Gondeln direkt hintereinander, dann folgt ein längerer Abstand, bevor wieder vier Gondeln am Stück kommen. Während der Fahrt gab es aber bereits eine tolle Aussicht.



Wir fuhren bis ganz nach oben – auf rund 4449 Meter. Oben angekommen, schlug uns die eiskalte Luft ins Gesicht und das Atmen wurde spürbar schwerer. Doch die (wortwörtlich) atemberaubende Aussicht liess uns das schnell vergessen. Wir hatten Glück – das Wetter war auf unserer Seite. In alle Richtungen konnten wir schneebedeckte Gipfel erkennen, teilweise sogar Ausläufer des Himalaya-Gebirges.






Da es ziemlich kalt und windig war, machten wir uns bald auf den Weg hinunter zu einem See. Die Aussicht beim Laufen war wunderschön, der See selbst jedoch eher unspektakulär. Während des Abstiegs begann es leicht zu schneien – unser erster Schnee im Jahr 2025.



Wie genau der Rückweg mit dem Shuttle funktionieren sollte, war allerdings etwas unklar. Wir kamen bei einem geschlossenen Restaurant an, das laut Karte die Haltestelle des Shuttles sein sollte. Also suchten wir in einer kleinen Hütte Unterschlupf vor dem immer stärker werdenden Schneefall und warteten.
Im Laufe der Zeit kamen noch zwei weitere Touristen sowie eine Gruppe von vier chinesischen Frauen dazu. Sie wussten leider auch nicht mehr über den Shuttle, konnten aber für uns bei der Gondelstation anrufen und so veranlassen, dass ein Shuttle uns abholte. Da uns mittlerweile wirklich kalt war, fuhren wir direkt mit der Gondel ins Tal zurück und von dort ins Hotel.
Der Ausflug hat uns unglaublich gut gefallen – für Philippe war es das erste Mal in dieser Höhe. Wir haben die dünne Luft definitiv gespürt, aber es ging uns währenddessen und danach zum Glück recht gut. Wir hatten bewusst entschieden, diesen Ausflug erst am zweiten Tag zu machen, um uns vorher etwas an die Höhe zu gewöhnen.
Unseren letzten Abend verbrachten wir nochmals im alten Stadtviertel und saugten die besondere Atmosphäre von oben noch in uns auf und schlenderten durch die Strassen.





Wir sind unglaublich froh, zum Abschluss unserer Chinareise noch einen so eindrücklichen Ort besucht zu haben – die lange Anreise hat sich definitiv gelohnt.
Nach drei Tagen fuhren wir mit dem Zug zurück nach Kunming, wo wir zwei Nächte eingeplant hatten, um unsere Weiterreise ins nächste Land vorzubereiten. Dort konnten wir noch einmal leckeren Hotpot essen – inklusive Roboterbedienung – und uns so gebührend von China verabschieden.




Mit dem Zug ging es schliesslich über acht Stunden ins nächste Land. Über diese etwas mühsame Einreise berichten wir euch später noch ausführlicher.
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Einfach nur wow, soviel tolle Erlebnisse 👍
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Absolut, chönes teilwies selber nit glaube was mir alles erläbe dörfe😍
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