Früh am Morgen erreichten wir nach unserem Nachtflug von Auckland unsere Traumdestination: Französisch-Polynesien. Die einzige Insel mit einem internationalen Flughafen ist Tahiti, die euch vielleicht bereits bekannt ist. Da wir jedoch direkt auf eine weitere Insel weiterreisen wollten, warteten wir gemeinsam mit anderen Reisenden auf unseren Inlandsflug.
Da wir bereits um 03:30 Uhr in Tahiti ankamen, war der Flughafen grösstenteils noch geschlossen, aber trotzdem schon erstaunlich belebt. Wir vertrieben uns die Wartezeit mit einem Spiel und gönnten uns unsere ersten Pain au Chocolat – ein ziemlich guter Start in den Tag.
Französisch-Polynesien
Französisch-Polynesien besteht aus rund 118 Inseln und ist seit Ende des 19. Jahrhunderts ein autonomes Überseegebiet Frankreichs. Die Einwohner sind französische Staatsbürger und haben somit unter anderem das Recht, in Frankreich an Wahlen teilzunehmen.
Die offizielle Amtssprache ist dementsprechend Französisch. Tahitisch wird von vielen Einheimischen jedoch ebenfalls im Alltag und insbesondere im privaten Umfeld gesprochen. Für uns bedeutet das, dass wir hier vor Ort unser Französisch wieder einmal etwas auffrischen können. Wobei wir sagen müssen, dass es nicht einfach ist zu verstehen. Das Französisch hier klingt etwas abgehackt und die Aussprache ist schlecht, mit unserem eigenen Akzent fühlen wir uns dadurch gar nicht einmal so fehl am Platz. Bezahlt wird hier mit dem Pazifischen Franc.
Mit dem Inlandsflug ins Paradies
Der Flughafen auf Tahiti ist eher klein. Der Zugang zum Gate und damit auch der Security Check werden erst kurz vor dem jeweiligen Flug geöffnet. Wir mussten deshalb zunächst noch ausserhalb des Sicherheitsbereichs warten, bevor wir durch die Kontrolle konnten und direkt fürs Boarding anstanden.
Beim Einsteigen in die kleine Maschine stellte ich wohl die wichtigste Frage des Tages an die Flugbegleiterin: Welche Seite die bessere Aussicht bietet und wurde mit der Antwort nicht enttäuscht.
Während des gesamten Fluges hatten wir einen fantastischen Blick auf die verschiedenen Inseln. Die wohl schönste Aussicht erwartete uns jedoch bei der Landung: Vor uns erstreckte sich eine türkisfarbene Lagune und den luxuriösen Resorts, die auf ihren eigenen kleinen Inseln liegen.


Wir kamen schon während der Landung und auch danach am Flughafen aus dem Staunen kaum noch heraus. Wir durften bereits an einigen wirklich beeindruckenden Flughäfen landen, aber wir würden sagen, dass das bisher unsere schönste Ankunft war.



Bora Bora
Der Flughafen von Bora Bora befindet sich auf einer sogenannten Motu, einer kleinen vorgelagerten Insel. Von dort gibt es entweder die Möglichkeit, das im Flugticket inkludierte Boot zum Hafen der Hauptinsel zu nehmen oder sich direkt von einem der teureren Resorts abholen zu lassen. Für Letzteres hat unser Budget nicht gereicht – oder besser gesagt: Wir wollten unser Geld nicht dafür ausgeben. 😉 Also entschieden wir uns für das Boot zur Hauptinsel.



Bei der Überfahrt wurden wir direkt von einer Gruppe Delfine begrüsst – was für ein perfekter Start in unsere Flitterwochen!
Aus irgendeinem Grund hatte ich schon immer im Kopf, dass meine Flitterwochen einmal nach Bora Bora gehen sollten. Irgendwo hatte ich vor langer Zeit aufgeschnappt, dass dies ein typischer Ort für Flitterwochen sei, und dieser Gedanke ist mir nie mehr aus dem Kopf gegangen und brauchte bei Philippe nicht wirklich viel Überzeugungsarbeit. Dass wir nun tatsächlich genau hier unsere Flitterwochen verbringen würden, hätte ich niemals erwartet. Umso schöner ist es, diesen besonderen Ort nun gemeinsam als verheiratetes Paar erleben zu dürfen.
Am Hafen angekommen, konnten wir unseren Roller für die nächsten vier Tage entgegennehmen. Vollbepackt mit unserem gesamten Gepäck machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft. Wir hatten uns für ein kleines Airbnb mit eigener Küche entschieden – und als besonderes Highlight mit eigenem Pool.


Aufgrund des Hurrikans auf Hawaii hatte Bora Bora zu dieser Zeit noch etwas mit dem Handynetz zu kämpfen, da dieses tatsächlich über Hawaii läuft. Das Problem legte sich jedoch schnell und störte uns während unseres Aufenthalts kaum.
Rundfahrt auf Bora Bora
Um uns nach der langen Anreise irgendwie wach zu halten, erledigten wir direkt nach unserer Ankunft den Einkauf und machten anschliessend eine Rundfahrt um die Insel. Diese dauert ungefähr eine Stunde.
Bora Bora ist ziemlich klein und überschaubar, hat aber trotzdem einiges zu bieten. Es gibt verschiedene Aussichtspunkte, die man zu Fuss erreichen kann. Der höchste davon ist allerdings eine ziemlich lange Wanderung und beinhaltet am Ende sogar etwas Kletterei, was für uns schlussendlich gegen diese Tour sprach. Stattdessen entschieden wir uns für einen etwas leichter erreichbaren Aussichtspunkt.




Die Aussicht war wunderschön. Danach ging es auf der einzigen Strasse rund um die Insel weiter. Wir kamen aus dem Staunen kaum noch heraus – hinter jeder Kurve eröffnete sich eine neue, wunderschöne Aussicht auf die türkisfarbene Lagune.

Auf Bora Bora gibt es tatsächlich nur einen richtigen Badestrand. Natürlich durfte auch dieser auf unserer Rundfahrt nicht fehlen. Wir verbrachten dort etwas Zeit und genossen das paradiesische Wasser.



Lagunentour
Bora Bora ist neben seinen Luxusresorts vor allem für seine traumhafte Lagune bekannt. Einen halben Tag verbrachten auch wir auf dem Wasser und konnten das kristallklare Meer und die darin lebenden Tiere bestaunen. Begleitet von der Musik einer Ukulele waren wir mit unserer Tour rundum zufrieden.



Unser erster Stopp war der Manta Point, der trotz der vielen Besucher einmal mehr nicht enttäuschte. Es ist jedes Mal aufs Neue faszinierend, diese riesigen Tiere so elegant durch das Wasser schweben zu sehen.


Beim zweiten Stopp entstehen häufig die wohl typischsten Bilder einer Bora-Bora-Reise: Fotos mit Stachelrochen, die scheinbar direkt auf die Besucher raufschwimmen, und kleinen Haien. Wir haben uns nicht gross um das bekannte Foto bemüht, denn uns war bewusst, dass die Tiere für diese extreme Nähe angefüttert werden müssen.



Trotzdem war es wunderschön, ganz entspannt in der Lagune zu schnorcheln und die Tiere mit etwas Abstand zu beobachten.
Der letzte Stopp war erneut ein Schnorchelspot. Leider waren die Korallen nicht mehr im besten Zustand.



Eintauchen in die Unterwasserwelt
Natürlich durfte eine Aktivität auf Bora Bora nicht fehlen: Tauchen!

Wir hatten bereits im Voraus zwei Tauchgänge gebucht. Der erste führte uns erneut zu einem Manta Point – insgesamt gibt es rund um die Insel vier davon.
Obwohl wir erst einen Tag zuvor beim Schnorcheln Mantas gesehen hatten, waren wir von diesem Tauchgang begeistert. Wir könnten diesen Tieren ewig zuschauen. Beim Tauchen ist es nochmals ein ganz anderes Erlebnis, wenn die Tiere plötzlich auf Augenhöhe vor einem schwimmen oder es auf einmal dunkel wird, weil ein Manta mit seiner meterlangen Spannweite direkt über einen hinwegschwebt.




So gut der erste Tauchgang war, so langweilig war leider der zweite. Dafür ging es hinaus ins offene Meer und weg von der geschützten Lagune. Hier können zwar viele grössere Meerestiere gesichtet werden, allerdings gehört dazu auch eine gehörige Portion Glück. Und genau das hatten wir an diesem Tag nicht. Wir schwammen mehrheitlich herum, ohne wirklich viel zu sehen. Aber auch das gehört zum Tauchen dazu.
Nach vier wunderschönen Tagen in diesem Paradies hiess es für uns bereits wieder Abschied nehmen. Mit einem kleinen Flugzeug ging es über Rangiroa weiter zu unserem nächsten Ziel: Fakarava.
Fakarava


Diese Insel dürfte für einige von euch eher unbekannt sein, ist unter Tauchern jedoch sehr bekannt. Als wir Fakarava gebucht hatten, war uns das allerdings überhaupt nicht bewusst. Es soll einer der besten Tauchspots in Französisch-Polynesien sein – also wollten wir natürlich herausfinden, ob wir dieser Meinung zustimmen würden.
Fakarava ist eine langgezogene Insel und im Vergleich zu Bora Bora deutlich einfacher ausgestattet. Günstiger ist es deshalb allerdings nicht unbedingt.
Wir verbrachten fünf Nächte in einem kleinen Bungalow und hatten dabei sogar Glück: Fast während unseres gesamten Aufenthalts waren wir die einzigen Gäste. Dadurch hatten wir die Gemeinschaftsbereiche praktisch für uns allein.

Tauchen in Fakarava
Natürlich durften auch auf Fakarava zwei Tauchgänge nicht fehlen. Da diese schnell ausgebucht sein können und es nur wenige Tauchschulen auf der Insel gibt, hatten wir auch diese bereits einige Wochen im Voraus reserviert.
In Fakarava gibt es zwei bekannte Tauchspots beziehungsweise Canyons: einen im Norden, wo sich auch der Flughafen und der Hauptort der Insel befinden, und einen im Süden, der ungefähr zwei Stunden mit dem Boot entfernt liegt.
Da unsere Seetauglichkeit nicht gerade zu unseren grössten Stärken gehört, entschieden wir uns gegen den Süden und blieben im Norden. Rein auf die Unterwasserwelt bezogen war das sicherlich schade, denn im Süden befindet sich die berühmte „Wall of Sharks“. Nachdem wir allerdings unsere Erfahrung mit der Bootsfahrt im Norden gemacht hatten, waren wir unglaublich froh über unsere Entscheidung.
Obwohl eigentlich gerade die beste Reisezeit für Fakarava ist, war das Meer aufgrund der starken Winde ziemlich unruhig. Mit unserem kleinen Tauchboot preschten wir über die grossen Wellen und waren deshalb ziemlich froh, als wir nach etwa 20 Minuten endlich am Tauchspot ankamen.
Der erste Tauchgang war entspannt und wir hatten nur wenig Strömung. Wir konnten uns gemütlich treiben lassen und die Unterwasserwelt geniessen.
Beim zweiten Tauchgang ging es für uns tiefer in den Canyon hinein, wo die Strömung deutlich stärker war. Durch das windige Wetter war sie zudem etwas unberechenbar und änderte zwischendurch immer wieder ihre Richtung.




Dadurch wurde der Tauchgang ziemlich anstrengend. Wir mussten teilweise gegen die Strömung ankämpfen und uns von Stein zu Stein hangeln, um die Gruppe nicht zu verlieren. Die vielen Haie und anderen Fische waren zwar beeindruckend, richtig geniessen konnten wir den Anblick aufgrund der schwierigen Bedingungen aber leider nicht.
Trotzdem war es ein spannender Tauchgang und definitiv eine neue Erfahrung für uns.
Da sich das Wetter während unseres Tauchgangs weiter verschlechtert hatte, wurde das Zurücksteigen ins Boot und die Rückfahrt allerdings nochmals eine ganz andere Herausforderung. Wir kämpften gegen die Wellen und das schwankende Boot an, um zu verhindern, dass wir dagegen knallen, was nur teils gut geklappt hat und doch etwas schmerzhaft war. Bei der Fahrt mit unserem kleinen Boot erklommen wir die hohen Wellen, nur um auf der anderen Seite wieder mit voller Wucht zurück auf die Wasseroberfläche zu krachen. Teilweise tauchte das Boot tief in die Wellen ein.
Wir waren unglaublich erleichtert, als wir endlich wieder festen Boden unter den Füssen hatten.
Das Tauchen selbst war wunderschön und Fakarava ist sicherlich sehr empfehlenswert. Wir müssen allerdings zugeben, dass wir durch einige imposante Tauchspots auf unserer letzten Reise etwas verwöhnt sind. Fakarava konnte – auch aufgrund des unruhigen Meeres und der dadurch erschwerten Bedingungen – bei uns deshalb nicht ganz mithalten.
Strandtage
Obwohl Fakarava rundherum von Wasser umgeben ist, gibt es erstaunlich wenige wirkliche Badestrände auf der Insel. Einige kleinere Strandabschnitte lassen sich im Ort oder bei den Hotels finden. Der wohl schönste Strand liegt allerdings ganze neun Kilometer ausserhalb des Ortes und trägt deshalb den passenden Namen PK9.
Den konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir schnappten uns unsere Velos, radelten die neun Kilometer zum Strand – und weil es uns dort so gut gefallen hat, machten wir das Ganze gleich zweimal.
Da wir nicht wussten, ob das Wetter tendenziell schlechter oder besser werden würde und die Wetter-Apps für solche abgelegenen Orte nicht besonders zuverlässig sind, nahmen wir die Strecke, trotz bewölktem Himmel, direkt an unserem ersten Tag auf uns.




Der Strand war selbst bei diesem Wetter wunderschön. Leider hatte das Wahrzeichen von Fakarava erst kurze Zeit zuvor seinen Kopf verloren. Die berühmte Palme sieht aber auch ohne ihre Spitze noch toll aus, wie sie sich über das Wasser neigt.




Da es ziemlich windig und dadurch auch eher frisch war, blieben wir allerdings nicht lange am Strand. Stattdessen kämpften wir uns auf dem Fahrrad den gesamten Weg zurück – mit starkem Gegenwind als unserem ständigen Begleiter.
Obwohl die Heimfahrt ziemlich schrecklich gewesen war, nahmen wir die Strecke an einem anderen Tag nochmals auf uns, als sich tatsächlich die Sonne zeigte. Und was soll ich sagen: Es hat sich mehr als gelohnt! (Auch wenn wir bei der Rückfahrt wieder alles bereut haben.)




Nach dem obligatorischen Fotoshooting vor Ort genossen wir die Sonne und unser mitgebrachtes Picknick.



Doch auch diesmal blieben wir vom Wind nicht verschont. Er wurde immer stärker und machte sich auch auf dem Wasser bemerkbar. Eigentlich ist dieser Strandabschnitt in der Lagune sehr ruhig, doch durch den Wind war der Wellengang überraschend stark. Wirklich entspannt am Strand zu liegen, war deshalb kaum möglich.
Und natürlich bekamen wir den starken Wind auch auf der Rückfahrt wieder zu spüren. Alle unsere Entscheidungen hinterfragend, kämpften wir uns die rund elf Kilometer bis zu unserer Unterkunft zurück – mit gefühlt maximal 5 km/h auf dem Fahrrad.
Fakarava – Entschleunigung pur
Fakarava hat neben dem Tauchen und diesem wunderschönen Strand nicht wahnsinnig viel zu bieten. Und trotzdem hat uns die Insel unglaublich gut gefallen.
Vielleicht war es gerade diese Einfachheit, die den Charme für uns ausgemacht hat. Dieser langsame, gemütliche Lebensstil, das Herumfahren mit dem Fahrrad und einfach nichts tun zu müssen.




Die meiste Zeit verbrachten wir an den kleinen Stränden bei Hotels oder Cafés, tankten Sonne und neue Energie und beobachteten die vorbeischwimmenden Haie – die natürlich völlig harmlos sind.




Wir konnten ausserdem einiges für unsere weitere Reise organisieren und hatten gleichzeitig genügend Zeit, unsere Flitterwochen in vollen Zügen zu geniessen.
Nach fünf Tagen heisst es nun Abschied nehmen von Fakarava.



Unsere Zeit in Französisch-Polynesien ist allerdings noch lange nicht vorbei.
Ein grosses Highlight und gleichzeitig einer der Hauptgründe, warum wir überhaupt hierher gereist sind, steht noch bevor.
Drückt uns die Daumen!
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Traumorte, da flittern die Tage und Wochen nur so vorbei!
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