Wir waren uns lange unsicher, wie wir die letzte Zeit auf unserer Reise verbringen wollten. Im September haben wir dann mit einem Freund von Philippe zwei Wochen Sri Lanka vereinbart. So hatten wir zwischen China und Sri Lanka noch knapp einen Monat Zeit. Laos stand fix auf unserer Liste und eigentlich hatten wir auch Kambodscha im Kopf. Uns war das aber zu wenig Zeit für Kambodscha, und wir wollten gerne noch etwas Zeit am Strand verbringen. So haben wir uns schlussendlich – wie ihr ja bereits wisst – für das freie 15-tägige Visum für Laos entschieden und sind danach direkt nach Sri Lanka gereist.
Hikkaduwa
Die ersten fünf Tage haben wir in Hikkaduwa in einem Hotel direkt am Meer verbracht. Im Vordergrund stand für uns das Entspannen, Sünnele und Bädele, was uns auch sehr gut getan hat. Der Wetterbericht war zwar ziemlich schlecht, schlussendlich war es aber besser als erwartet. Es hat zwar jeden Tag geregnet, meistens jedoch erst am späteren Nachmittag.



Hikkaduwa ist ein kleiner Küstenort und mittlerweile sehr bekannt bei Touristen. Unser Hotel lag am Rand des Ortes, der grösstenteils aus einer Strasse entlang der Küste besteht. Wir sind meistens abends durch diese Strasse geschlendert, haben lecker gegessen und das eine oder andere in den kleinen Läden gekauft.
Das Meer in Hikkaduwa – wie eigentlich fast die gesamte Südküste Sri Lankas – ist recht wellig und unruhig. Nicht umsonst ist es sehr beliebt bei Surfern. Ausser am letzten Tag war es aber trotzdem möglich, mit grosser Vorsicht ins Wasser zu gehen. Wir hatten grossen Spass mit den Wellen, merkten jedoch schnell, wie stark sie sind und dass wir nicht ins tiefe Wasser sollten. Einmal mussten wir zuschauen, wie eine Asiatin rausgezogen wurde und nur mit Hilfe wieder an den Strand zurückkam. Das wollten wir natürlich nicht selbst erleben.


Einen Tag haben wir zwei Tauchgänge absolviert. Wir wollten vor unserem nächsten Tauchziel nochmals einen Tauchgang machen, um nach der längeren Pause wieder hineinzukommen. Bei Hikkaduwa liegen zwei verschiedene Wracks, eines eines Segelschiffs und eines des ersten Öltankers, der vor der Küste gesunken ist. Die Sicht war nicht besonders gut, es war aber trotzdem spannend, die einzelnen Teile des Schiffs zu erkennen und durch gewisse Abschnitte hindurchzutauchen.



Tuktuk
Nach dieser erholsamen Zeit in Hikkaduwa waren wir bereit für die nächste Etappe in Sri Lanka. Wir sind mit einem Taxi zurück nach Colombo, die Hauptstadt Sri Lankas, gefahren und haben dort unser eigenes Tuktuk entgegengenommen. Mit diesem wollten wir die nächsten sechs Tage unterwegs sein.



Tuktuks können über verschiedenste Anbieter gemietet werden. Im Preis ist ein sri-lankischer Führerschein für ein dreirädriges Fahrzeug inbegriffen, der sechs Monate gültig ist. Bei der Übergabe gibt es eine kurze Erklärung zum Fahrzeug und eine Fahrstunde direkt im Verkehr. Danach waren wir auf uns allein gestellt. Da Philippe das Prinzip eines geschalteten Rollers kennt, war es für ihn sehr einfach zu verstehen, wie das Tuktuk funktioniert. So konnten wir schon bald losdüsen.
Westküste
Da wir das Tuktuk am Nachmittag entgegengenommen haben, hatten wir unsere erste Unterkunft etwa eine Stunde nördlich von Colombo gebucht. Genau auf den letzten Metern fing es an zu regnen. Den Pool in der Unterkunft haben wir trotzdem noch ausgenutzt. Die erste Unterkunft war sehr speziell für uns. Es war ein schönes Hotel, jedoch komplett leer, bis wir kamen. Die Besitzer waren unglaublich lieb, wirkten etwas überfordert mit Gästen, waren aber sehr bemüht. Auf die Nachfrage bezüglich WLAN bekamen wir direkt den Router in die Hand gedrückt, den wir in unserem Zimmer einstecken sollten – funktioniert hat es aber trotzdem nicht wirklich.
Die Gegend wird wahrscheinlich nicht oft besucht, da es nicht viel zu sehen gibt. Deshalb sind wir bereits am nächsten Tag weitergefahren. Die Fahrt der Küste entlang war wunderschön, und ein paar Fotos mit dem Tuktuk durften natürlich nicht fehlen.



Wilpattu Nationalpark
In Sri Lanka gibt es verschiedenste Nationalparks zu besuchen. Wir haben uns aufgrund unserer Route für den Wilpattu Nationalpark entschieden. Dieser ist Sri Lankas grösster Nationalpark und im Vergleich zu anderen weniger stark besucht.
Wir hatten für zwei Nächte eine schöne Lodge in der Nähe des Eingangs gebucht, denn im Wilpattu gibt es keine Möglichkeit, im Park selbst zu übernachten. Die Lodge liegt wunderschön im Grünen. Am Tag nach der Ankunft machten wir einen Spaziergang zur Lagune hinunter und wurden von Mosquitos gefressen.



Am nächsten Tag ging es in aller Frühe mit unserem Tuktuk los zum Eingang, wo wir von unserem Fahrer bereits erwartet wurden. Mit dem umgebauten Truck ging es in rasantem Tempo ins Herz des Parks. Der Wilpattu besteht aus sehr viel Wald und vielen Seen. Immer auf der Suche nach einem bestimmten Tier fuhren wir durch den Park und konnten allerlei andere Tiere beobachten.




Die Hauptattraktion in den Nationalpärken Sri Lankas sind Leoparden – so auch im Wilpattu. Wir fuhren stundenlang herum und konnten währenddessen Rehe und Hirsche, die nur in Sri Lanka vorkommen, verschiedene Arten von Vögeln, Wasserbüffel, Affen und Krokodile beobachten. Vom Leoparden aber keine Spur.


Unsere Mittagspause verbrachten wir an einem See, machten einen kurzen Powernap und wappneten uns für den Nachmittag. Wir bemerkten, dass die Nervosität der Fahrer immer mehr anstieg, da noch niemand an diesem Tag einen Leoparden gesichtet hatte. Uns war natürlich bewusst, dass es keine Garantie gibt, dennoch hofften wir weiter. Und wir wurden für das lange Warten und Herumfahren belohnt.
Im dichten Gebüsch versteckt lag ein Leopard, den man nur mit wirklich gutem Auge oder Feldstecher erspähen konnte. Obwohl der Wilpattu nicht so stark besucht ist, waren es am Ende etwa acht Autos, die den Leoparden sehen wollten. Durch den Lärm wurde er wach und begann im Wald herumzulaufen, wodurch er besser sichtbar wurde. Im Nachhinein könnte es auch sein, dass er durch ein Wildschwein geweckt wurde, das seine Aufmerksamkeit erregt hatte. Wir bekamen sogar eine kurze Jagdszene zu sehen, bei der das Wildschwein die Autos zu seinem Vorteil nutzte und zwischen ihnen hindurch fliehen konnte. Für das Wildschwein waren wir somit die Lebensretter – für den Leoparden allerdings genau das Gegenteil. Dieser lief kurz darauf ebenfalls an den Autos vorbei und verschwand im dichten Wald. Wir konnten also nicht nur einen Leoparden sehen, sondern bekamen sogar eine kleine Showeinlage. Der Tag war gerettet.


Auf dem Nachhauseweg wurden wir erneut für unsere Geduld belohnt und bekamen noch mehrere Elefantengruppen zu Gesicht, die im Wilpattu Nationalpark nicht sehr typisch sind.
Nach einem erfolgreichen, aber langen Tag gingen wir zurück ins Hotel und fielen schon bald erschöpft ins Bett.
Sigiriya
Unser letzter Stopp mit dem Tuktuk war der kleine Ort Sigiriya, wo wir auch den Freund von Philippe treffen würden. Da wir mit ihm einen Tag in Sigiriya geplant hatten und die Sehenswürdigkeiten gemeinsam anschauen wollten, hatten wir für die Zeit davor keine grossen Pläne.




Wir erkundeten mit dem Tuktuk noch etwas die Umgebung und buchten eine typische ayurvedische Massage. Diese gilt nicht als Wellnessmassage, sondern als gesundheitliche Behandlung. Am Anfang wurde noch unser Puls gemessen und dann ging es los. Mit verschiedenen speziellen Ölen wurde der ganze Körper, inklusive Haare und Kopf, massiert und behandelt. Der Abschluss der Behandlung war ein Dampfbad in einer Box, die unserer Meinung nach einem Sarg ähnelt. Einziger Unterschied: Der Kopf bleibt draussen.

Die Box ist mit Blättern ausgelegt und kann mit Dampf gefüllt werden. Ich dachte mir schon zu Beginn, dass das nicht meins sein wird. Als dann auch noch ein Tuch über meinen Kopf gelegt wurde und ich mich ziemlich hilflos fühlte und Mühe hatte im Dampf zu atmen, brach ich die ganze Dampfbad-Sache frühzeitig ab. Philippe hingegen genoss die heisse Behandlung im „Sarg“ und würde es jederzeit wieder machen.
Unsere kleine Reise mit dem Tuktuk war nun bereits fast wieder zu Ende. Das Fahren ist nicht besonders schwierig, es benötigt einfach etwas Übung: mit der linken Hand schalten, mit der rechten Hand Gas geben und mit dem rechten Fuss bremsen. Der Verkehr war in dieser Gegend mehrheitlich angenehm, meist fuhren wir auf wenig befahrenen Strassen mit toller Aussicht. Auch ich habe einen Teil der Strecke die Chauffeuse gespielt, damit Philippe kurz Pause machen und die Umgebung geniessen konnte.

Wir fanden das Fahren mit dem Tuktuk ein super Erlebnis und würden es sicher weiterempfehlen, solange man sich in etwas chaotischerem Verkehr wohlfühlt. Für uns war es eine ganz andere Art, das Land zu erkunden. Wir hörten Musik, sangen mit und genossen die Fahrt. Zusätzlich ist es natürlich bequemer als ein Roller: Das Gepäck kann hinten verstaut werden und bei Regen blieben wir grösstenteils trocken.



Es ist toll, einfach anhalten zu können, wo wir wollten. Eines der besten Mahlzeiten in Sri Lanka haben wir so in einem kleinen, unscheinbaren Restaurant am Strassenrand bekommen. Die Kommunikation war schwierig, da zunächst niemand Englisch sprach. Da das gesamte Restaurant aber vegetarisch war, bestellten wir einfach irgendetwas – und wurden positiv überrascht. Immer mehr wurde aufgetischt, ganz typisch Sri Lanka, und alles war unglaublich lecker.

Die Einheimischen reagierten oft sehr amüsiert auf uns. Teilweise wurden wir von der Strasse aus herangewunken, weil sie dachten, wir wären ein Taxi. Als sie bemerkten, dass ein Tourist am Steuer sitzt, fanden sie es sehr witzig. Sri Lanka mit dem Tuktuk zu erkunden ist zwar kein Geheimtipp mehr, aber die meisten Touristen sind an anderen Orten unterwegs.
Unsere Zeit in Sri Lanka ist noch nicht vorbei – wir haben noch einiges mehr erlebt. Wer die Nachrichten etwas mitverfolgt, weiss vielleicht, dass es ziemlich nass und ungemütlich wurde. Davon aber beim nächsten Mal mehr.
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Hallo Carola (und Philipp)
Vielen Dank für Eure informativen Tagebücher und Fotos! Laos haben wir vor ca. 10 Jahren bereist und haben die meisten von euch beschriebenen Orte auch besucht und haben uns von Landschaften und historischen Orten begeistern lassen. Trotzdem kehrten wir aber von Laos mit gemischten Gefühlen zurück: Die Grossbaustellen der Chinesen für Bahntrassen und Staudämme waren im Hochbetrieb; entsprechend überall Schwerverkehr und immer wieder chinesische Zementwerke, welche ihren Anteil am Staub in der Luft beitrugen. Wir sahen aus dem Boden gestampfte Siedlungen, bereit für die Aufnahme der aus den Stausee-Tälern vertriebenen. Und alles, weil sich das Regime in den Kopf gesetzt hat, ‚die Batterie Südostasiens‘ zu werden. Die Hochgeschwindigkeits-Züge kommen kaum der Bevölkerung zugute, sondern sind wesentlicher Teil der chinesischen Vision der Neuen Seidenstrasse. Dass mit diesen Riesen-Investitionen sich Laos für Jahrzehnte in die Abhängigkeit von China begibt, hat uns verstört.
Sri Lanka haben wir auf unserer Bucket List; deshalb lesen wir Eure Berichte von dort mit besonderer Neugier!
Am 15. Januar fliegen wir nach Vietnam. Wir kennen das Land von zwei vorherigen Reisen; die Vorfreude ist gross und wird durch Eure Berichte aus der Region noch zusätzlich verstärkt!
Wir wünschen Euch gute Weiterreise und dann schöne Feiertag und deinen guten Rutsch, wo auch immer ihr rutschen werdet.
Liebe Grüsse
Christian
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Vielen Dank für die spannende und ausführliche Nachricht! Das ist natürlich die grosse Schattenseite, die wir auch von einer Doku kennen, ausser diesem Wissen haben wir aber keinen Einfluss von China direkt mehr wahrgenommen, da natürlich diese Baustellen mittlerweile wahrscheinlich fertig sind und wir keine neue Projekte zu Gesicht bekommen haben. Für uns Touristen war der Zug sehr praktisch, für die Einheimischen aber leider im Nachhinein eine eher schlechte Sache.
Sri Lanka hat uns sehr gut gefallen, definitiv empfehlenswert!
Schon jetzt eine gute Reise dann in Vietnam und ebenfalls schöne Feiertage. Liebe Grüsse an alle!
Carola
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