Action pur in Laos

Wir sind ja letztes Mal im Blog in Nong Khiaw stehen geblieben. Eigentlich war danach nochmals eine Nacht in Luang Prabang geplant. Wir hatten aber gar keinen Grund mehr, dorthin zu fahren, und sind deshalb direkt weiter bis nach Vang Vieng – der Outdoor-Hauptstadt in Laos – gereist. Wir hatten bereits vorher im Kopf, welche Aktivitäten wir gerne machen wollten. Da wir nun eine Nacht länger geplant hatten und somit einen Tag mehr Zeit hatten, beschlossen wir kurzerhand, eine Aktivität mehr dazuzunehmen.

Zuerst mussten wir aber erneut mit einem vollgestopften Bus zurück nach Luang Prabang reisen. Wir hatten zwar den Minivan gebucht, wurden aber zu einem kleinen Bus „upgegradet“, was natürlich kein Upgrade war – er war einfach grösser und konnte mehr Leute transportieren. Hier konnten wir zwar das Gepäck aufs Dach packen, Platz war trotzdem kaum vorhanden. Zwischen den regulären Sitzen gab es noch eine Art Klappstühle, die ebenfalls für die fünfstündige Fahrt genutzt wurden. Philippe hatte die Wahl: in der hintersten Reihe, in der er bereits nach wenigen Minuten Beinkrämpfe bekam, oder in der vordersten Reihe auf einem Klappstuhl zu sitzen. Er entschied sich für die bequemere Beinposition und setzte sich nach vorne; dafür hatte er nur eine winzige Rückenlehne und einen eher instabilen Stuhl.

    Trotzdem haben wir die Reise gut überstanden. Von Luang Prabang ging es dann mit dem Zug weiter nach Vang Vieng. Die Chinesen haben die Zugstrecke von China bis nach Vientiane, die Hauptstadt von Laos, gebaut – was nicht zu übersehen war. Die Station sah 1:1 aus wie in China, und alles wurde auf die gleiche Art und Weise gehandhabt. Nur die Züge waren wahrscheinlich ältere chinesische Modelle und nicht mehr ganz so komfortabel – für 1h15 min aber völlig okay.

    Vang Vieng

    In Vang Vieng ist so ziemlich jede bekannte Outdoor-Aktivität möglich: Wandern, Kayakfahren, Tubing, Heissluftballon, Klettern, Paramotor, Mountainbike, Quad oder Buggy fahren etc. – alles wird dort angeboten. Vang Vieng ist eingebettet in eine tolle Karstfelslandschaft und liegt am Fluss, was es zu einer idealen Lage für solche Aktivitäten macht.

    Wir hatten uns spontan dazu entschieden, das Paramotor auszuprobieren. Dabei wird mit einem Fallschirm geflogen, wobei der Antrieb von einer Art Turbine am Rücken des Piloten kommt. Gestartet werden kann normal vom Boden aus – es muss nicht zuerst ein Berg erklommen werden. Mit diesem Paramotor ging es für uns hoch hinaus und wir konnten die traumhafte Landschaft geniessen.

    Wir konnten gemeinsam starten und sind so nebeneinander die Route geflogen. Leider war der Flug nach ca. 15 Minuten schon wieder vorbei – eine Zeit, die sich noch viel kürzer anfühlte. Voller Adrenalin ging so unser erster Tag in Vang Vieng zu Ende.

    Doch bereits am nächsten Morgen stand das nächste grosse Erlebnis an. Wir wollten beide unbedingt einmal in einem Heissluftballon fliegen, weshalb wir schon lange wussten, dass wir dies in Vang Vieng ausprobieren wollten. Zwar hatten wir die Aussicht bereits beim Paramotor gesehen, doch das Erlebnis war nochmals ein ganz anderes. Nach dem Befüllen des Ballons konnten wir den Korb besteigen. Durch die Wolken hindurch stiegen wir immer weiter nach oben mit dem Heissluftballon. Das Ganze war zwar etwas wackelig und trotz etwas Physikwissen sehr beeindruckend dass das überhaupt funktioniert!

    Die Landung war dann aber nicht mehr ganz so einfach. Leichte Steuermanöver sind zwar möglich, aber ganz genau kann der Ballon nicht gelandet werden. Dass der Start- und Landepunkt mitten in der Stadt liegt, macht das ganze Prozedere zu einer Herausforderung. So war der Pilot mit den Leuten am Boden in Kontakt, die beim Landeanflug hinterherrannten, um am richtigen Ort zu sein. Als wir direkt auf einen Baum zusteuerten, wurde uns doch etwas mulmig. Der Pilot blieb aber komplett entspannt, als wäre das völlig normal. Wir streiften den Baum, danach konnten sie uns ein Seil zuwerfen und uns auf einen grossen Parkplatz ziehen, auf dem wir problemlos landen konnten.

    Am Nachmittag desselben Tages haben wir uns fürs Tubing angemeldet. Dabei erhält jede Person einen grossen Schwimmreifen, auf dem man flussabwärts bis in den Ort zurücktreibt. Eigentlich dachten wir, dass mittlerweile aufgrund einiger Vorfälle kein Alkohol mehr ausgeschenkt wird – falsch gedacht. So wurde es mehr zu einer Partyveranstaltung, was uns aber sehr gefallen hat. Entlang des Flusses gibt es drei Bars, in denen jeweils für ca. eine Stunde gestoppt wird. Natürlich hätten wir auch schon weitergehen können, aber es war sehr lustig und wir hatten coole Leute dabei.

    Eigentlich wollten wir diese am Abend nochmals treffen, aber im Pub waren bereits alle Tische voll und wir hatten nicht mehr viel Motivation. Deshalb spielten wir in der fast leeren Bar nebenan zu zweit noch eine Partie Bierpong, bevor wir – müde vom langen Tag – ins Bett gefallen sind.

    Am letzten Tag hatten wir eigentlich geplant, mit einem Roller herumzudüsen und einen sehr bekannten Aussichtspunkt zu besichtigen. Da wir aber gar nicht mehr so Lust hatten und es sowieso immer wieder regnete, haben wir kurzerhand das Programm geändert, sind gemütlich im Ort geblieben und haben die trockenen Momente am Pool verbracht.

    Vientiane

    Unseren letzten Stopp haben wir erneut mit dem Bus erreicht. Die Zugverbindung ist nicht wirklich schneller, kostet aber ein Vielfaches des Busses. Wir hatten Glück: Für diese zweistündige Fahrt gab es einen grossen Reisebus, der genügend Platz bot.

    So erreichten wir die Hauptstadt von Laos, von der aus wir unseren Weiterflug gebucht hatten. Den Nachmittag verbrachten wir bei Sonnenschein am Pool.

    Am Abend spazierten wir etwas durch die Stadt, stiessen nochmals auf eine tolle Zeit in Laos an und assen eine der besten Pizzen unserer Reise.

    Am nächsten Tag ging es mit dem Tuk-Tuk zum Flughafen, und wir verliessen dieses tolle Land bereits nach 15 Tagen wieder.

    Fazit Laos

    Laos hat uns unglaublich gut gefallen. Es hatte natürlich den Vorteil, dass wir uns sehr aufs Zurückkehren nach Südostasien gefreut haben. Laos ist touristisch zwar immer mehr im Aufkommen, trotzdem ist es im Vergleich zu den Nachbarländern Thailand und Vietnam viel weniger bekannt und noch weniger bereist. Das Essen ist superlecker und erinnerte uns sehr an Thailand. Pad-Thai-Nudeln oder Mango Sticky Rice wurden überall angeboten. Natürlich liessen sich auch leckere westliche Gerichte finden – das Angebot war sehr vielfältig.

    Landschaftlich ist es wunderschön und hat uns an jedem Ort sehr imponiert. Es ist super einfach zu bereisen. Der Transport lässt sich problemlos vor Ort buchen, nur der Standard der Fahrzeuge muss vielleicht etwas heruntergeschraubt werden. 😉 Die Menschen vor Ort sind unglaublich lieb und hilfsbereit.

    Das Wetter hätte teilweise etwas besser sein können. Da wir aber wussten, dass es Ende Regenzeit ist, waren wir auf Regen eingestellt – und wir konnten unser Programm trotzdem fast immer wie geplant durchziehen.

    Rundum war es eine tolle Erfahrung in diesem Land, nur leider war unsere Zeit etwas begrenzt. Wir hätten gerne mehr Zeit in Laos verbracht und auch den Süden noch besucht, doch durch das kurze Visum ging uns die Zeit etwas aus. Wir wollten nicht durchstressen – so haben wir immerhin einen guten Grund, erneut nach Laos zu reisen.

    Eine Reise nach Laos können wir wärmstens empfehlen. Es ist ein wunderschönes, günstiges und noch nicht überlaufenes Land in Südostasien.


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    3 Kommentare zu „Action pur in Laos

    1. Heissluftballon, ein Erlebnis der besonderen Art.

      Haben wir zu Regulas 30. Geburtstag im Masai Mara gemacht.

      Wiederum ein toller Bericht! Vielen Dank und gute Restzeit!

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