Togean Inseln

Nach mehr als zwei Wochen unterwegs ohne Strand haben wir uns sehr auf das Inselleben wieder gefreut. Ich weiss, jammern auf sehr hohem Niveau – für uns aber trotzdem so.

Die Togean Islands sind ein wunderschönes Inselparadies in Zentralsulawesi und bestehen aus 56 Inseln. Bekannt sind sie für wunderschöne Strände, Tauchen und das Bajau-Volk.

Es gibt zwei Möglichkeiten, auf die Togean-Inseln zu reisen. Wir sind von Süden über Ampana hingereist. Es gäbe auch die längere Fahrt mit der Nachtfähre vom Norden her. Gestartet sind wir also in Ampana und haben dort das Speedboot genommen. Zusammen mit vier anderen Touristen und ein paar Einheimischen ging die Fahrt los. Das Boot war erschreckend klein und einfach, hat uns aber irgendwie trotzdem sicher ans Ziel gebracht.

Falls ihr euch an unseren Raja-Ampat-Beitrag erinnern könnt, hört sich das hier vielleicht sehr ähnlich an. Auch auf den Togean gibt es verschiedene Homestays zur Auswahl. Alle kommen mit sehr einfacher Ausstattung und Vollpension. Es wird indonesisches Essen serviert, welches sich doch häufig wiederholt: Reis, Fisch, Tempe oder Tofu, Eier, Wasserspinat, Bohnen oder Aubergine. Als Dessert gab es meistens Papaya, von welcher wir beide nicht sehr begeistert sind.

Gegessen wird immer zur gleichen Zeit und alle zusammen, so kamen wir schnell mit anderen Reisenden ins Gespräch.

Die Zimmer sind mit einem Bett inklusive Moskitonetz ausgestattet. Das Bad hat ein WC mit normaler Spülung oder einem Kessel zum Wasserschöpfen und einer einfachen, häufig sehr schwachen Dusche mit leider teilweise auch Salzwasser.

Strom wird über einen Generator angeboten und häufig nur für wenige Stunden. So sind die Nächte ohne Ventilator doch unerträglich heiss, waren aber irgendwie machbar.

Die Planung der Unterkünfte ist nicht gleich einfach wie für Raja Ampat. Es gibt nur wenige Homestays auf den Buchungsplattformen. Wir haben mehrheitlich auf Google Maps geschaut und die Homestays dann über WhatsApp kontaktiert. Etwas Vertrauen war auch notwendig, dass die Buchung wirklich funktioniert hatte, da die Antworten häufig sehr einsilbig waren und keine offizielle Buchungsbestätigung erfolgte. Es hat aber bei allen drei Unterkünften von uns super geklappt. Der Transport innerhalb der Inseln kann super einfach über das Homestay organisiert werden. Sobald nicht das lokale Boot genommen wird, steigen die Preise aber schnell und die Fahrten werden doch recht teuer.

Poyalisa

Der erste Halt für uns war die kleine Insel Poyalisa. Nach einer Stunde Fahrt konnten wir direkt mit dem Speedboot beim ersten Homestay abgeladen werden, was es zu einem guten Startpunkt gemacht hat. Auf dieser kleinen Insel haben wir drei Nächte verbracht und wollten zuerst einmal einfach nur entspannen. Die kleinen Bungalows auf dem Felsen boten sich dafür optimal an. In der Hängematte direkt bei unserem Zuhause mit Aussicht auf das Meer unter uns lässt es sich definitiv gut entspannen.

Das Homestay hat uns sehr gut gefallen. Das Essen war lecker und wir konnten tolle Bekanntschaften vor Ort machen, welche wir unterwegs auch immer wieder angetroffen haben.

Poki Poki

Nach wenigen Tagen ging es bereits zum nächsten Homestay, welches aber nur ein paar Buchten weiter lag. Dieses hat sich aber komplett von Poyalisa unterschieden.

Die Bungalows befanden sich am Palmenstrand, und es wurde von einer Französin geführt. Diesen europäischen Einfluss konnten wir direkt spüren. Die Zimmer waren etwas liebevoller eingerichtet, das Klo hatte eine normale Spülung, und beim Essen wurde sogar ein Messer aufgedeckt – etwas, das wir seit Monaten nicht mehr benutzt haben. In Indonesien wird von Hand oder mit Gabel und Löffel gegessen.

Da das Poki Poki nur noch einen sehr begrenzten Zeitraum ein freies Zimmer hatte, waren wir da nur für einen kurzen Aufenthalt – es hat sich aber unserer Meinung nach trotzdem gelohnt.

Vom Poki Poki aus ging es mit dem Boot zum letzten Homestay auf einer anderen Insel – Malenge. Diese liegt etwas weiter nördlich. Die Fahrt dauert mit dem langsamen Fischerboot hier vor Ort etwa vier Stunden.

Auf dem Weg dorthin konnten wir noch einen Zwischenstopp an einem der bekanntesten Orte der Togean-Inseln, dem Quallensee, machen. In einem natürlich entstandenen Salzwassersee schwimmen Tausende von nichtnesselnden Quallen. Diese haben sich über die Jahre so verändert, dass sie nicht gefährlich sind und problemlos mit ihnen geschwommen werden kann. Ein komisches, aber tolles Erlebnis, umgeben von Quallen zu sein.

Lestari

Das letzte Homestay war das grösste von allen, aber auch sehr gut. Es gab etwas mehr Möglichkeiten, den Tag zu verbringen – obwohl es für uns eigentlich reicht, den ganzen Tag am Strand zu liegen. Das Lestari Homestay war etwas weitläufiger, bot mehr Infrastruktur wie kalte Getränke oder ein paar Snacks, und gleich gegenüber gibt es ein Bajau-Dorf. Wir verbrachten die Tage mehrheitlich mit wilden Pingpong-Turnieren, Entspannen, Spielen und Baden.

Tauchen

Da unsere Unterkünfte keine Tauchschulen vor Ort hatten, mussten wir per WhatsApp die Tauchgänge planen – was bei fehlendem WLAN und sehr schlechtem Empfang gar nicht so einfach ist. Es hat aber zweimal geklappt. Für den ersten Tauchtag wurden wir direkt beim Poyalisa abgeholt. Leider waren das die schlechtesten Tauchgänge, die wir bisher auf der Reise gemacht haben. Zuerst haben sie unsere Neoprenanzüge vergessen – was bei knapp 30 Grad Wassertemperatur zum Glück kein Problem darstellt. Die Sicht war aber an diesem Tag sehr schlecht, die Farben der Korallen kamen überhaupt nicht raus, und wir fanden, dass es kaum Fische gab. Allgemein war sehr wenig unter Wasser los, und wir waren ziemlich enttäuscht vom Tauchspot.

Obwohl der erste Tauchtag nicht erfolgreich war, wollten wir den Togean-Inseln erneut eine Chance geben. Eigentlich gelten diese als einer der besten Orte in Indonesien, zusammen mit Raja Ampat und Komodo. So haben wir erneut vom Lestari aus über eine andere Unterkunft zwei Tauchgänge geplant. Dieses Mal ging es zum Riff 4 – sehr kreativ – dieses hat uns aber nicht enttäuscht. Die Sicht war doppelt so weit, und das Riff sehr schön.

Wir konnten viele Fischgruppen und Haie sehen. Wir hatten hier definitiv ein besseres Erlebnis und waren so doch froh, dass wir es erneut probiert haben.

Bajau Volk

Die Bajau sind ursprünglich Seenomaden, welche als Fischer, Jäger und Sammler die Meere zwischen Indonesien, Malaysia und den Philippinen ihre Heimat nannten. Mittlerweile praktizieren die meisten Bajau ihr Nomadentum nur noch selten. Sie wurden von der Regierung gedrängt, sesshaft zu werden. Sie ernähren sich mehrheitlich von allem, was ihnen das Meer gibt. Ihre Häuser, welche sie auf Pfählen im Meer errichtet haben, nennen sie ihr „festes Boot“.

In den Togean-Inseln lassen sich einige Dörfer des Bajau-Volks auffinden und besuchen. Direkt gegenüber von unserem letzten Homestay war das bekannte Dorf Pulau Papan. Wir konnten zu Fuss durch den Dschungel und über den ewig langen Steg das Dorf erreichen. Dieser ist nicht mehr im besten Zustand und benötigt doch einiges an Konzentration beim Laufen.

Nach einem kurzen Spaziergang im Dorf hatten wir das Glück, dass wir alte Bekannte aus dem Poyalisa antrafen und sie uns mit ihrem Boot zurück in unser Homestay gebracht haben. So konnten wir uns den mühsamen Weg zurück sparen.

Wir haben die Tage mit Baden, Sünnele, Pingpong spielen, Lesen, Spiele spielen oder im Austausch mit anderen Reisenden verbracht. Es war wirklich eine sehr entspannende Zeit. Und wir hatten Glück mit dem Wetter. Obwohl es die beste Reisezeit ist, hat es die Tage vor unserer Anreise viel geregnet und gestürmt – wir haben aber Sonnenschein gebucht und diesen auch bekommen. 😉

Insgesamt haben wir neun Nächte auf den Togean-Inseln verbracht. Natürlich würde auch die Hälfte der Zeit reichen. Wir können aber sicher empfehlen, die Insel oder das Homestay zu wechseln. Alle bieten unterschiedliche Sachen und die Umgebung kann sehr verschieden sein. Von Ampana aus ist die Anreise ziemlich einfach und geht auch nicht zu lange – so lohnt sich der Aufwand auf jeden Fall.

Für uns ging es nach den Inseln wieder zurück nach Ampana, diesmal aber mit der lokalen Fähre ab Malenge. Da diese Fähre einige Halts auf dem Weg nach Ampana hat, dauert die Fahrt ewig. Bereits um 7 Uhr morgens standen wir beim Steg bereit, losgefahren sind wir schlussendlich nach 8 Uhr.

Wir tuckerten zusammen mit vier anderen Touristen und vielen Indonesiern zwischen den Inseln hindurch und erreichten Ampana ca. um 15 Uhr. Die Fahrt war dank Ventilatoren gut aushaltbar, das Meer war sehr ruhig. Unterwegs steigen bei den Stopps immer wieder Verkäufer ein, so haben wir uns auch einen süssen Snack als Mittagessen gegönnt.

Nach den Inseln ist in Indonesien vor den Inseln. So sind wir bereits auf der nächsten Inselgruppe in Sulawesi unterwegs. Wunderschön – davon aber später mehr.


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2 Kommentare zu „Togean Inseln

  1. Habe ich es eigentlich schon einmal gesagt, wie toll ich eure Reise find, wie spannend die Berichte und wie wunderschön die Bilder sind? Ach ja, habe ich schon mal gesagt. Ich bin halt immer wieder aufs neue begeistert!

    Händs witerhin guet

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