Das Archipel Raja Ampat, auch als „The Last Paradise“ bekannt, hat über 1800 Inseln. Es liegt im Osten von Indonesien und erfordert eine aufwändige Anreise. Die Flüge gehen ab Jakarta, Bali oder Sulawesi. Wir haben uns für Bali entschieden, um überflüssiges Gepäck zwischenlagern zu können.
So sind wir von den Philippinen mit einem ziemlich langen Aufenthalt am Cebu-Flughafen nach Bali gereist. Die Einreise war super einfach. Wir sollten zwar für das Visum einige Papiere ausdrucken und unterschreiben, aber niemand wollte diese sehen.
Ein voller Tag in Bali war geplant, bevor die Reise nach Raja Ampat losging. Den Tag haben wir mit Erledigungen auf der Insel verbracht. Insektenspray und Sonnencreme mussten aufgestockt werden, die warme Kleidung haben wir zum Lagern ins Waisenhaus gebracht. Auf Wunsch von Philippe haben wir für die erste indonesische Mahlzeit „Soto Ayam“ an einem bestimmten Ort gegessen und wurden nicht enttäuscht – sie schmeckte noch genau wie beim letzten Mal vor drei Jahren.

In Raja Ampat ist die Bezahlung für Ausflüge und Transfers meist nur in bar möglich. Wir mussten auf Bali also eine riesige Menge indonesischer Rupiah besorgen, was leider gar nicht so einfach war. Die besten Geldautomaten geben nur 3 Millionen Rupiah aus, was umgerechnet etwas mehr als 160 Franken sind. Im teuren Raja Ampat kommen wir damit nicht wirklich weit. Wir mussten also mehrmals Geld abheben. Trotz vorheriger Abklärungen mit der Bank hatten wir natürlich Probleme, mit derselben Karte mehrfach Geld abzuheben, und mussten daher alle möglichen Karten verwenden.


Im Nachhinein wäre dieser Stress gar nicht notwendig gewesen, da in zwei Homestays die Tauchgänge mit Kreditkarte bezahlt werden konnten.
Anreise
Um 1:40 Uhr ging unser Flug von Bali nach Sorong. Da wir für diese Nacht trotzdem ein Zimmer gebucht hatten, konnten wir noch etwas schlafen, duschen und dann zum Flughafen fahren. Dort angekommen, ging alles sehr schnell, da kaum Leute da waren.
Der Flug dauerte ca. drei Stunden. In Sorong angekommen, ging es weiter mit einem Taxi zum Touristenhafen. Da die indonesischen Airlines oft Verspätungen haben, war ausreichend Zeitpuffer bis zur Morgenfähre eingeplant. Wir sind pünktlich gelandet und mussten daher die Zeit am Hafen absitzen. Immer mehr Touristen sammelten sich vor dem Büro, das um 8 Uhr morgens öffnet.


Mit den Tickets im Gepäck ging es auf eine zweistündige Fahrt nach Waisai. Die Fähre wird überwiegend von Einheimischen genutzt, Touristen werden in einem separaten Bereich mit Klimaanlage untergebracht. Wir waren auf jeden Fall froh über die VIP-Tickets, da uns mit Klimaanlage weniger schlecht auf dem Schiff wird. Trotzdem war es ein seltsames Gefühl zu sehen, wie die Einheimischen reisen mussten, während wir diesen Luxus bekamen.



In Waisai angekommen, mussten wir zuerst die Eintrittsgebühr für Raja Ampat bezahlen, bevor wir mit einem Boot abgeholt und zu unserem Homestay gebracht wurden.
Urlaub in Raja Ampat
Raja Ampat hat viele Inseln mit Homestays, die Auswahl ist riesig und macht die Entscheidung schwierig. Wir haben uns dazu entschieden, die Inseln nicht allzu häufig zu wechseln. Die Transporte sind teuer, und es ist anstrengend, alle zwei Tage weiterreisen zu müssen. Im Nachhinein sind wir sehr zufrieden mit dieser Entscheidung.
Für die Buchung eines Homestays und Informationen zur Reise nach Raja Ampat gibt es eine eigene Internetseite. Bei den Auswahlkriterien gibt es Punkte, die auf anderen Plattformen wohl nicht notwendig wären – zum Beispiel ein westliches WC im Homestay. Das war auch das einzige Kriterium, das wir ausgewählt haben. Diesen „Luxus“ wollten wir uns doch gönnen.
Alle Homestays sind einfach gehalten, es gibt nur wenige Resorts, die etwas mehr Komfort bieten. Die Homestays beinhalten ein Bett mit Moskitonetz, ein WC und eine Dusche (geteilt oder privat) sowie Vollpension. Wir haben uns für drei Homestays mit Tauchcenter entschieden, damit die Kommunikation mit den Tauchlehrern einfacher war.
Die Transfers zwischen den Inseln können direkt mit den Homestays vor Ort vereinbart werden, ebenso Ausflüge zum Schnorcheln oder Tauchen.
Kri Island
Die ersten fünf Nächte haben wir auf Kri im Warahnus Homestay verbracht.




Die Insel war nur eine halbe Stunde von Waisai entfernt, und das Homestay hat uns überzeugt. Wir hatten ein kleines Bungalow am Strand mit eigenem Bad.


Die Dusche hatte guten Wasserdruck, und das WC hatte sogar eine funktionierende Spülung – wir waren beeindruckt.
Für jedes Bungalow gab es eine kleine Plattform am Meer mit zwei Holzliegen.


Direkt vor dem Homestay gibt es ein wunderschönes Korallenriff zum Schnorcheln. Unserer Meinung nach war es das beste von unseren drei Homestays. Bei Ebbe konnte man die andere Seite der Insel zu Fuss erreichen, viel mehr zu tun vor Ort gibt es nicht.
Das Essen war sehr gut, leider aber manchmal etwas knapp. Unser Eindruck war, dass sie gleich viel gekocht haben, ob wir nun zu sechst oder zu zehnt waren – das konnte ja nicht aufgehen.
Rufas Island
Unser zweiter Stopp in Raja Ampat war die kleine Insel Rufas. Sie ist etwas abgelegener und war für mich ein absolutes Muss. Ich hatte bereits vor langer Zeit ein Bild davon gesehen und gesagt: „Da will ich hin.“


Und jetzt war ich endlich da – und umso mehr begeistert. Es gibt in der kleinen Lagune zwei Homestays. Wir haben uns für das Lagoon Homestay entschieden und waren sehr zufrieden mit unserer Wahl.
Das Homestay war sehr gemütlich, mit nur vier kleinen Überwasserhütten. Wir konnten direkt von der Hütte aus ins Wasser springen und die Unterwasserwelt bestaunen.



Piaynemo

Auf dieser Insel haben wir nicht übernachtet, aber zwei Aussichtspunkte besucht, die definitiv einen Platz im Blog verdient haben. Von Rufas aus waren es nur noch fünf Minuten mit dem Boot. Wir konnten spontan Bescheid geben, wann wir los wollten. So haben wir auf gutes Wetter gewartet und sind dann los.
Wir hatten Glück und waren alleine auf den Aussichtspunkten. Zuerst sind wir zum „Piaynemo Viewpoint“ hochgelaufen. Oben angekommen, waren wir ausser Puste, aber auch sprachlos angesichts der wunderschönen Aussicht. Das Meer glänzte türkisfarben, und die kleinen Inselformationen rundeten das Bild ab.




Wer schon mal indonesische Rupiah gesehen hat, sollte diese Aussicht kennen – sie ist nämlich auf der grössten Banknote, dem 100’000-Rupiah-Schein, abgebildet.


Den Besuch in Piaynemo haben wir mit einer frischen Kokosnuss abgerundet.
Raja Ampat achtet sehr auf das grosse Abfallproblem in Indonesien. Ein Schild am Eingang zu Piaynemo macht dies mit Hinweisen auf Bussgelder für zurückgelassenen Müll nochmals deutlich. Ob sie diese Strafen tatsächlich verhängen, wollten wir aber nicht herausfinden.

Der zweite Aussichtspunkt war bei der Star Lagoon. Von der Plattform aus ist die sternförmige Lagune gut zu erkennen. Die Lagune bildet keinen perfekten Stern, aber durch das Gebüsch und die Perspektive sieht es so aus.


Gam Island
Nach vier Nächten haben wir erneut die Insel gewechselt. Die letzten drei Nächte verbringen wir im Kordiris Homestay auf Gam, wo wir gerade noch den letzten Tag geniessen und diesen Blog schreiben. Dieses Homestay ist wieder etwas grösser, unterscheidet sich ansonsten aber nicht gross von den anderen zwei Homestays.





In den Homestays auf Rufas und Gam wurden Dusche und WC gemeinsam genutzt. Die Dusche bestand aus einem Schlauch oder einer Brause mit wenig Wasserdruck. Die Spülung vom WC wurde von Hand mit einem Kübel erledigt.
Wir waren mit allen drei Homestays sehr zufrieden, und auch die Orte waren perfekt gelegen. Wir haben uns zwei Wochen lang mehrheitlich von den gleichen indonesischen Gerichten ernährt, die aber immer sehr lecker zubereitet waren.

Das Essen wurde in Buffetform angerichtet und bestand immer aus Reis, einem Gemüse, Eiern sowie Poulet, Fisch oder Tempeh. Als Dessert gab es meistens Früchte.
Wir durften in allen Homestays tolle Reisende kennenlernen. Der Kontakt zu den Einheimischen war leider aufgrund der Sprachbarriere etwas schwieriger. Wir hatten zwar in allen Homestays eine Ansprechperson, aber diese war immer die einzige, die etwas Englisch sprechen konnte.
Wir hatten eine wunderschöne Zeit in Raja Ampat und haben insgesamt 12 Nächte vor Ort verbracht. Die Inseln sind atemberaubend schön, aber viel machen kann man dort nicht. Die Hauptbeschäftigung – für viele auch der Hauptgrund der Reise – ist die Unterwasserwelt, die auch wir natürlich ausgiebig bestaunt haben. Dazu erzählen wir euch aber in einem separaten Beitrag noch mehr. So viel schon mal vorab, Raja Ampat ist einer der besten Tauchorte der Welt und dies zu Recht!
Entdecke mehr von swizzontour
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Wiederum ein toller Bericht, angereichert mit schönen Fotos von einem paradiesischen Ort 👍 freue mich so sehr für euch 😍
LikeLike