Balabac

Die Balabac-Inselgruppe befindet sich im Süden von Palawan. Immer mehr Menschen entdecken diese Region, doch sie ist noch nicht so bekannt wie die Hauptorte El Nido und Coron. Wir haben uns bewusst für eine Insel-Tour in Balabac entschieden – und wurden nicht enttäuscht.

Unsere Tour hatten wir bereits vorher online gebucht, da wir terminlich nicht flexibel waren. Die Tour dauerte 4 Tage / 3 Nächte und fand in einer bunt zusammengewürfelten Gruppe statt. Es gibt aber auch die Möglichkeit, eine private Tour zu buchen und die Dauer individuell anzupassen. Im Nachhinein waren wir froh, die Gruppentour gewählt zu haben. Die privaten Touren besuchten grösstenteils die gleichen Orte, hatten einfach ein eigenes Boot. Zudem hatten wir wirklich tolle Mitreisende dabei – es war schön, mal wieder mehr unter Leuten zu sein.

Tag 1

Unsere Tour startete mit einer fünfstündigen Vanfahrt von Puerto Princesa aus. Unsere vereinbarte Abholzeit war 2 Uhr morgens, letztendlich wurden wir um 2:30 Uhr abgeholt. Völlig verschlafen war das kein idealer Start. Fast 1,5 Stunden lang wurden noch weitere Teilnehmer in der Stadt eingesammelt, bevor die holprige und rasante Fahrt losging. Wir waren nicht unglücklich darüber, dass es noch dunkel war – so haben wir nicht jede gefährliche Aktion unseres Fahrers mitbekommen. Schlafen konnten wir allerdings auch nicht wirklich, sodass wir bereits übermüdet ins Abenteuer starteten.

In Buliluyan stiegen wir auf ein Speedboot um, das uns zu einer Insel brachte, wo wir erneut das Boot wechselten.

Für die nächsten Tage waren wir nun auf einem einfachen Fischerboot unterwegs. Luxus gab es dort nicht, aber alles, was wir brauchten. Der Motor war zwar ziemlich laut, aber wir hatten genügend Platz, um die Fahrten entspannt geniessen zu können.

Nach dem Bootswechsel legten wir einen Zwischenstopp auf einer weiteren Insel ein, um dort zu Mittag zu essen. Danach ging es weiter zu unserem Basecamp, wo wir den Nachmittag verbrachten und uns von der anstrengenden Anreise erholen konnten.

Basecamp

Unsere Unterkunft war – genau wie das Boot – einfach, aber völlig ausreichend. Auf der Hauptinsel, unserem Basecamp, standen unsere Zelte in einem etwas erhöhten Unterstand. Es gab westliche WCs, aber die Dusche bestand lediglich aus einem grossen Eimer und einem kleinen Schöpfer zum Abspülen. Das störte uns nicht weiter, allerdings haben wir schon in diesen vier Tagen eine „normale“ Dusche wieder mehr zu schätzen gelernt.

Im Basecamp bekamen wir Frühstück und Abendessen, während das Mittagessen immer unterwegs auf einer anderen Insel serviert wurde. Die Speisen waren typisch lokal: Zum Frühstück gab es Tellergerichte, der Rest wurde als Buffet angeboten. Hauptsächlich wurden frische Meeresfrüchte, Fleischvariationen, gelegentlich Nudeln, eine Gemüsespeise und natürlich immer Reis serviert.

Das Essen war zwar etwas einseitig, aber immer lecker und sättigend.

In einem kleinen Inselladen konnte man zusätzliche Snacks oder Getränke kaufen. Wir haben uns täglich eine frische, junge Kokosnuss gegönnt.

Tag 2

Nach dem Frühstück starteten wir bei Sonnenschein mit dem Boot. Unser erster Halt war eine Sandbank mitten im Meer. Vom Boot aus mussten wir ein Stück durchs Wasser gehen, bis wir den Sand erreichten. Die Sandbank ist bekannt für Seesterne, die im seichten Wasser gut sichtbar sind. Natürlich wurden fleissig Bilder geknipst – viel mehr konnte man dort aber auch nicht machen.

Nachdem alle wieder ihren Platz auf dem Boot gefunden hatten, fuhren wir weiter zum ersten Schnorchelspot. Leider waren wir vom Schnorcheln auf dieser Tour etwas enttäuscht. Möglicherweise lag es an der Flut, aber die Schnorchelspots waren ziemlich tief, sodass wir nicht viel erkennen konnten. Zudem gab es im Wasser quallenähnliche Tiere, deren Stiche zwar nur kurz brannten, aber dennoch unangenehm waren.

Der letzte Stopp dieses Tages war Onuk Island – für uns das absolute Highlight der Tour!

Onuk ist eine kleine, traumhaft schöne Insel. Zuerst genossen wir dort unser Mittagessen, danach gingen wir auf Erkundungstour rund um die Insel. Die Bilder sprechen für sich!

Neben Touristen sind auch Schildkröten grosse Fans von Onuk Island. Sie tummeln sich gerne im flachen Wasser rund um die Insel. Dank des klaren Wassers konnten wir die Schildkröten direkt von der Oberfläche aus beim Fressen beobachten – eine schöne Sicht für uns.

Leider verging die Zeit auf Onuk Island viel zu schnell, und wir mussten zurück zum Basecamp. Der Tag endete mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang – dem schönsten unserer gesamten Reise.

Tag 3

Auch diesen Tag begannen wir mit einem leckeren Frühstück, bevor wir mit dem Boot aufbrachen. Leider war dieser Tag nicht so überwältigend. Das Wetter war nicht mehr optimal, und die besuchten Orte konnten uns nicht wirklich begeistern.

Nach einer etwa zweistündigen Fahrt erreichten wir eine weitere Sandbank, die zwar ebenfalls wunderschön war, uns aber vom Boden aus nicht so sehr beeindruckte wie die vorherige. Von der Drohne aus waren die Bilder aber umso imposanter.

Beim Weg vom Boot zum Sand entdeckten wir jedoch einen besonderen Gast: einen Feuerfisch.

Wir waren erstaunt, ihn einfach so im flachen Wasser zu sehen, und froh, dass er so gut sichtbar war und nicht die Gefahr bestand, auf diesen giftigen Fisch zu treten.

Zum Mittagessen ging es auf eine schöne Insel, allerdings war nur ein kleiner Abschnitt für uns zugänglich, der Rest war Privatgelände.

Am Nachmittag steuerten wir erneut einen Schnorchelspot an, aber wie schon zuvor war das Wasser zu tief, um wirklich viel sehen zu können.

An diesem Tag verbrachten wir leider viel Zeit auf dem Boot, da die Abstände zwischen den einzelnen Orten recht gross waren.

Dafür war der letzte Abend der Tour umso besser. Die Insel hatte eine kleine Karaokemaschine, die wir als Gruppe mieteten. Gemeinsam sangen wir uns die Seele aus dem Leib – ein unglaublich lustiger und gelungener Abschluss unserer Tour!

Tag 4

Der vierte Tag startete bereits in den frühen Morgenstunden. Nach einem letzten Frühstück machten wir uns bei Sonnenaufgang mit dem Boot auf den Rückweg zum Hafen. Dieses Mal mussten wir das Boot nicht wechseln und konnten direkt durchfahren.

Am Hafen angekommen, wurden wir auf verschiedene Vans verteilt und zurück nach Puerto Princesa gefahren. Da die Fahrt diesmal tagsüber stattfand, konnten wir die Landschaft beobachten. Zum Glück hatten wir auch einen angenehmeren Fahrer als auf der Hinfahrt – überholt wurde diesmal nur bei guter Sicht.

Die Balabac-Tour war ein echtes Abenteuer mit langen Fahrten, einfachen Unterkünften, aber auch einzigartigen Erlebnissen. Wir haben wunderschöne Orte besucht und tolle Menschen kennengelernt. Unsere Gruppe war bunt gemischt: Schweizer, Franzosen, eine Deutsche, zwei Engländerinnen, ein Portugiese und ein Chinese.

Die Organisation war einwandfrei, und das Basecamp entsprach genau der Beschreibung: einfach, aber völlig ausreichend.

Wir können die Tour definitiv weiterempfehlen, allerdings nur wenn man genügend Zeit auf Palawan hat. Die lange An- und Abreise lohnt sich unserer Meinung nach nicht, wenn man nur wenige Tage zur Verfügung hat. Es gibt auch im Norden tolle Bootstouren, die einfacher zu erreichen sind.

Für uns war es jedoch eine perfekte Möglichkeit, vor dem Besuch unserer Freunde aus der Schweiz noch eine besondere Zeit zu verbringen!


Entdecke mehr von swizzontour

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

2 Kommentare zu „Balabac

Hinterlasse eine Antwort zu Hans S. Antwort abbrechen