Roadtrip: Perth bis Esperance

Nach einer doch längeren Anreise als gedacht erreichten wir unseren Zielflughafen in Perth.

Gestartet hat die Reise bereits am Morgen um halb 8 auf den Fidschis. Wir mussten zuerst noch zwei Stunden mit dem Bus bis zum Flughafen in Nadi fahren, und niemand konnte uns so recht sagen, um wie viel Uhr dieser Bus fährt. Zusätzlich war Nadi durch den vielen Regen etwas unter Wasser, weshalb sie auch nicht sicher wussten, wie der Bus an den Flughafen fahren wird. Aus diesen Gründen haben wir uns bereits mehr als rechtzeitig an den Strassenrand gestellt und gewartet. Lange hat es aber nicht gedauert und ein kleiner Shuttlebus hat uns mitgenommen. Dieser fährt die Strecke bis zum Flughafen ab, gabelt Leute auf und lässt sie am gewünschten Ort wieder raus. Ohne Schwierigkeiten waren wir somit überpünktlich am Flughafen.

Die Reise führte uns dann mit dem Flugzeug über Sydney bis nach Perth. Die Einreise in Australien verlief reibungslos, jedoch waren wir auch hier wieder erstaunt über die strengen Regeln, die Australien hat. Nicht einmal ein Getränk, welches am Flughafen ausserhalb von Australien gekauft wurde, darf mit ins Flugzeug genommen werden. Vor Ort in Sydney dann hatten wir aber keine Kontrolle von unserem Gepäck.

Nach einer 20-stündigen Reise kamen wir schlussendlich in Perth kurz vor Mitternacht an und haben am nächsten Morgen unser neues Camperbüsli „Taylor“ abgeholt. Den Namen haben wir übrigens nicht selbst gewählt, wir haben ihr aber den tollen Spitznamen „Tay Tay“ gegeben.

Tay Tay

Unsere treue Begleiterin hier in Westaustralien ist ein Hi-Top-Büsli und wir fühlen uns beide pudelwohl damit. Wir haben ein Bett hinten innen, eine kleine Kochnische, einen Kühlschrank und verschiedene Schränke mit Stauraum. Ein Bad haben wir in diesem Büsli jedoch nicht. Es befinden sich hier in Westaustralien aber an jeder Ecke öffentliche, schöne Toiletten, an den Stränden sogar teilweise auch mit Duschen. Somit ist es ohne eigenes Bad bisher kein Problem. Essen und kochen können wir tagsüber bei Sonnenschein draussen am Strand oder bei unserem Büsli, am Abend essen wir häufig drinnen.

Bisher schlafen wir mehrheitlich auf gratis Parkplätzen entlang der Strassen, haben uns aber zwischendurch auch einen Campingplatz gebucht, um eine richtige Dusche geniessen zu können. Auf diesen Parkplätzen etwas ausserhalb der Städte ist es erlaubt, 24 Stunden Pause vom Fahren zu machen. Sie bieten somit eine super Option, gratis übernachten zu können. Meistens sind mit uns noch ein, zwei weitere Campervans da. Die Orte sind verlassen, irgendwo im Busch, meistens aber mit traumhaften Sonnenuntergängen und Sternenhimmeln. Wir haben euch hier ein Amateurfoto mit dem iPhone von diesem Sternenhimmel, es hatte aber in echt doch noch zwei, drei Sterne mehr.

Perth

Perth ist die Hauptstadt von Westaustralien, welches mit einer Fläche von über 2,6 Millionen Quadratkilometern der grösste Staat Australiens ist. Von den ca. 2,6 Millionen Einwohnern des Staates wohnen etwas über 2 Millionen in Perth und Umgebung. Wie wir auf unserer Reise noch bemerken werden, ist ein grosser Teil von Westaustralien unbesiedelt und verlassen.

In Perth konnten wir nach dem Abholen von Tay Tay alle Einkäufe erledigen und Vorbereitungen für die nächsten Wochen treffen. Danach haben wir uns mit einer ehemaligen Arbeitskollegin von Carola und ihrem Mann, die seit Oktober wieder in Perth leben, getroffen und den Rest des Tages gemütlich mit ihnen verbracht.

Wir konnten nach dem gemeinsamen Abendessen bei ihnen vor ihrer Garage schlafen und haben somit unseren Roadtrip erst am zweiten Tag in Perth gestartet. Von Perth selbst haben wir bei diesem Stopp nicht viel gesehen, wir werden hier aber sicher nochmals vorbeikommen und dann vielleicht mehr anschauen.

Margaret River Region

Von Perth aus sind wir Richtung Süden in die Region Margaret River gefahren. Bereits etwas ausserhalb der Stadt haben wir die ersten Kängurus von der Strasse aus gesehen, was im verlauf des Roadtrip noch häufig vorkommen wird. Zum Glück waren bisher alle für uns genug weit entfernt, ein Kanguru über den Haufen zu fahren steht nicht auf unserer Liste, passiert hier aber schon noch häufig. Das fahren aber ist schon sehr eindrücklich. Kilometerlange, gerade Strecken durchs Nichts, teilweise der Küste entlang, teilweise durch das trockenen Landesinnere, ohne Empfang, Tankstellen oder Zivilisation.

Auf dem Weg nach Margaret River haben wir noch einen kurzen Zwischenstopp in Busselton gemacht. Dort gibt es den längsten Holzsteg der Südhalbkugel. Mit seinen 1,8 Kilometern sticht der Steg aus dem Meer heraus und ist sehr beliebt zum Fischen oder Schnorcheln, für die Faulen gibt es einen kleinen Zug, der entlangfährt. Nach einem Spaziergang auf dem „Jetty“ haben wir uns dann weiter auf den Weg Richtung Süden gemacht.

Margaret River ist bekannt für verschiedene Aktivitäten. Es gibt viele Weingüter, die mit einer Tour besucht werden können, uralte Höhlen, schöne Küstenabschnitte und einen Wald voller hoher Bäume. Den Wein haben wir in unserem Büsli probiert, eine abenteuerliche Höhlentour mit Klettern und Finsternis haben wir überlebt, die Felsen am Meer besucht und kurze Abstecher zu einigen Stränden und dem Wald gemacht – das komplette Programm also.

Die Höhlentour war deutlich abenteuerlicher, als wir uns das vorgestellt haben, hat uns aber sehr viel Spass gemacht. Es war eine ganz andere Erfahrung als in Neuseeland mit den Glühwürmchen-Höhlen. Der Weg durch die Höhlen wird alleine absolviert, wir haben einfach einen Helm mit Stirnlampe erhalten. Zu Beginn war es schon etwas unheimlich, in eine dunkle Höhle zu steigen und nur den Kreis der Lampe zu erkennen. Geführt vom Adrenalin sind wir aber immer tiefer in die Höhle und unter die Erde gestiegen. An gewissen Stellen mussten wir Leitern durch enge Passagen hochklettern, uns einen kurzen Teil abseilen oder auf allen Vieren durch kleine Lücken im Gestein krabbeln. Als wir das Tageslicht wieder erblickt haben, waren wir völlig verschwitzt und schmutzig, aber zufrieden mit dem Erlebnis.

Ein Strand, der uns in Erinnerung geblieben ist, befindet sich ebenfalls in dieser Gegend. Es tummeln sich Stachelrochen im seichten Wasser und können vom Strand aus bestaunt werden. Leider gibt es auch hier viele Menschen, die versucht haben, die Tiere zu berühren oder sie sogar zu füttern.

In dieser Gegend haben wir auch ins neue Jahr gestartet, nur leider haben wir den Übertritt ins Jahr 2025 verschlafen. Wir sind hier meistens ziemlich einsam unterwegs, häufig auch ohne Empfang. Durch das frühe Eindunkeln und den starken Wind draussen sind wir meistens schon früh im Bett. Dadurch, dass die Sonne hier bisher am Vormittag viel intensiver ist als am Nachmittag, wird es meistens auch bereits früh am Morgen ziemlich warm im Büsli, weshalb wir den Tag früher starten, als uns lieb ist. Es gab für uns also an Silvester keinen Grund, extra wach zu bleiben – das neue Jahr hat auch ohne uns bestens gestartet.

Albany

Der nächste „grössere“ Ort auf unserem Roadtrip war Albany. Eine Ortschaft hat hier meistens nur wenige Tausend Einwohner und wenig zu bieten. Da ist Albany mit etwa 17000 Einwohnern, ein paar Läden zum Shoppen und sogar einem Kino schon fast eine Metropole. Leider hatten wir wieder ein kleineres Problem mit dem Auto, nichts, was das Fahren beeinträchtigen oder unsicher machen würde. Auf Wunsch unserer Vermieter sollte es aber jemand kurz anschauen. Es konnte jedoch kein Fehler entdeckt werden und wir konnten happy weiter fahren.

Albany, wie eigentlich die gesamte Südwestküste, ist bekannt für wunderschöne Strände. Leider sind doch einige Strände nicht sehr einladend zum Baden. Es gibt hohe Wellen, starke Strömungen und das Wasser ist eiskalt. Dazu kommt der starke Wind am Strand, was das gemütliche Sonnen erschwert. Wir wollen uns hier jetzt aber natürlich nicht beklagen – es ist trotzdem wunderschön und immer noch viel wärmer als zu Hause in der Schweiz gerade.

Es gibt aber auch ein paar gute Badestrände, die jetzt während der Sommerferien in Australien schnell voll sind, trotzdem aber eine schöne Option zum Sonnen und Baden bieten.

Neben dem vielen Fahren wollten wir auch etwas Aktives machen und haben uns für eine kleine Wanderung entschieden. Wir sind zu angemessener Zeit am Morgen gestartet. In Westaustralien kann es, sobald die Sonne herauskommt, schnell über 30 Grad werden. Auch bei dieser Wanderung war bereits um halb 9 die Sonne so intensiv, dass wir nicht die gesamte Strecke gemacht haben. Es war aber trotzdem eine schöne kleine Wanderung mit traumhafter Aussicht.

Bremer Bay

Bremer Bay zu besuchen, lohnt sich nur aus einem Grund – die Orca-Expedition. Bremer Bay ansonsten ist nichts Schönes und hat ausser einer grossen Meerjungfrauen-Skulptur auch nicht wirklich etwas zu bieten.

Wir haben aber bereits vor der Reise nach Australien gewusst, dass wir für diesen Ausflug dorthin wollen, um uns eines unserer Reiseziele zu verwirklichen.

Gestartet hat die Tour bereits am Morgen um 8, begrüsst wurden wir mit einem Glas Zitronenwasser. Es waren mit uns etwa 30 Gäste an Bord, gleichzeitig ging noch ein weiteres Boot raus, wir haben dies aber während der ganzen Tour nicht gesehen.

Mit hoher Geschwindigkeit ging es nach kurzer Einweisung in die Sicherheit und das Tagesprogramm raus aufs offene Meer. Dass es eine stürmische Fahrt werden könnte, war uns bewusst. Das Meer hier zwischen Australien und der Antarktis ist doch ziemlich wild, wir hatten aber zum Glück einen milden Tag erwischt. Trotzdem ging es uns, und doch auch einigen anderen, schnell nicht mehr so gut. Das Personal auf dem Boot war mehrheitlich damit beschäftigt, Taschentücher und neue Kotztüten zu verteilen. Diese werden bereits zu Beginn jedem in die Hand gedrückt, ob er möchte oder nicht.

Nach ca. 1,5 Stunden Fahrt über die hohen Wellen waren wir plötzlich umgeben von Orcas. Wir hatten auf dem offenen Meer einige Stunden Zeit, diese magischen Tiere zu beobachten, wobei das Schwanken des Schiffes schnell vergessen ging. Immer wieder tauchten mehrere Orcas zusammen neben unserem Boot auf. Während der gesamten Sichtung wurden spannende Informationen zu Orcas generell und zu den Familien, die sich immer im Sommer vor Bremer Bay tummeln, erzählt. Schon seit langer Zeit betreiben die Tourveranstalter Forschung mit diesen Tieren. Sie kennen die einzelnen Familienmitglieder, ihr Verhalten und die Aufgabenaufteilung auf die einzelnen Tiere.

Die Orcas sind erst seit einigen Tagen wieder an der Küste vor Australien unterwegs. Am Tag unserer Tour wurde zum ersten Mal ein neues Kalb gesichtet und herzlich willkommen geheissen.

Während der ganzen Tour hat der Kapitän genügend Abstand zu den Tieren gehalten. Es wurde ihnen überlassen, ob sie zu uns schwimmen wollen oder nicht. Die Tiere wurden nicht angefüttert, sondern in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet. Wir hatten den Eindruck, dass es eine ethisch vertretbare Tour war und den Organisatoren das Wohl der Orcas am Herzen liegt.

Auch wenn uns beiden den ganzen Tag lang übel war – ich sogar einmal kurz erbrechen musste – hat sich der Ausflug definitiv gelohnt, und wir konnten mit eindrucksvollen Bildern im Kopf Bremer Bay verlassen.

Weiter ging es für uns der Küste entlang nach Esperance. Was wir da alles erlebt haben, erzählen wir euch aber im nächsten Beitrag.

Tier- Count bisher:

Tote Kängurus am Strassenrand: 7

Schlangen: 3, immer nur vom Auto aus

Spinnen: 0

Haie: 0


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2 Kommentare zu „Roadtrip: Perth bis Esperance

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