Quer über die Nordinsel

Anfangs Dezember haben wir die Fähre von Picton auf der Südinsel aus genommen und sind innerhalb von 3.5 Stunden in Wellington auf der Nordinsel angekommen. Die Fahrt war sehr eindrücklich. Die Fähre war riesig und sehr elegant, hatte enorm viele Autos, Lastwagen und Camper über mehrere Stockwerke geladen und schlängelte sich durch die Fjorde vom Malborough Sound.

Angekommen in Wellington haben wir schnell die Grossstadt hinter uns gelassen und sind weiter Richtung Ostküste der Nordinsel.

Längstes Ortsschild der Welt

In Neuseeland sind viele Ortschaften noch in der traditionellen Sprache Māori benannt. Es gibt einen mittlerweile unbewohnten Ort, der den längsten Ortsnamen der Welt trägt. Diesen werde ich euch hier jetzt nicht aufschreiben, ihr könnt es ja auf dem Bild sehen. Versucht mal, diesen auszusprechen, gar nicht mal so einfach. Viel mehr als dieses Ortsschild gibt es da aber auch nicht, nach dem kurzen Fotostopp sind wir da dann auch gleich weitergefahren.

Tongariro Alpine Crossing

Eine der bekanntesten Wanderungen in Neuseeland ist das Tongariro Alpine Crossing. Ob das durch das Land Mordor aus Herr der Ringe oder durch den Nationalpark bekannt wurde, sei jetzt mal dahingestellt- es lohnt sich aber sowieso. Die Wanderung ist eine Überquerung zweier Vulkane und ist 20,2 km lang. Am Morgen früh wurden wir von einem Shuttle abgeholt und zum Startpunkt gefahren. Wir waren definitiv nicht die einzigen auf der Wanderung, auch wenn das Wetter zu Beginn noch nicht gut war. Als wir uns durch den starken Wind nach oben gekämpft haben, konnten wir nur erahnen, wo in etwa der Kratersee sein sollte. Herunter ging es rutschend über Sand und Gestein, danach wieder hoch zum zweiten Vulkan.

Irgendwo da dazwischen hat sich der Nebel verzogen und wir konnten die wunderschöne Aussicht über den Nationalpark genießen.

Gemütlich konnten wir danach die zweite Hälfte der Strecke zurücklegen, welche mehrheitlich nur noch herunter ins Tal führt. Pünktlich für einen Shuttle sind wir da angekommen und zurück zu unserem Busli gebracht worden. Die Wanderung war sehr eindrücklich, die 20 km mit angenehm verteilten 1000 Höhenmetern haben wir doch auch deutlich besser weggesteckt als den Aufstieg auf den Roys Peak der Südinsel.

Taranaki

Von der Ostküste sind wir wieder einmal quer durch das ganze Land in den Westen rüber. In dieser Gegend haben wir einen Tag beim Mount Taranaki verbracht. Der Berg ist typisch für seine regelmäßige Form. Egal von welcher Himmelsrichtung dieser angeschaut wird, er soll immer gleich aussehen. Aus den Perspektiven die wir hatten, können wir das so bestätigen, wir sind jetzt aber nicht extra einmal komplett rundherum gefahren.

Eine Nacht haben wir am Fusse des Berges verbracht, zumindest einen Teil der Nacht. Um 3 Uhr morgens haben wir in einer Nacht- und Nebelaktion, besser gesagt Nacht- und Windaktion, alles zusammengepackt und den Parkplatz verlassen.

Bereits am Abend hatte es doch etwas Wind, da war aber alles noch sehr mild und leise. Da hatten wir im Norden von Norwegen definitiv schon schlechtere Wetterbedingungen. Nur leider wurde dieser Wind mit der Zeit immer stärker. Philippe konnte immer wieder kurze Sequenzen vor sich hin dösen, ich bekam gar kein Auge zu, da es so wackelig und laut war in unserem Büsli. Durch den starken Wind wurden doch auch immer viele Kieselsteine an die Fenster geschleudert und die Toitoi-Klos waren irgendwo über dem ganzen Parkplatz verteilt. Somit haben wir die Flucht ergriffen, wir waren nicht die einzigen, der Parkplatz hat sich im Verlaufe der Nacht doch ziemlich geleert. Wir mussten zum Glück nicht weit fahren und konnten bereits ein paar Minuten später auf einem anderen Parkplatz übernachten und kamen so doch noch zu ein paar Stunden Schlaf.

Waitomo

In Waitomo durften wir erneut neue Tiere hier in Neuseeland entdecken. Sie sind winzig, kaum sichtbar, außer wenn es dunkel ist sieht man sie sehr gut. Na, wer weiß, wovon wir sprechen?

Es handelt sich hierbei natürlich um Glühwürmchen. Während der Fahrt zurück an die Ostküste haben wir einen kurzen Abstecher nach Waitomo gemacht. Der Ort ist durch seine ganze unterirdische Welt bekannt. Es gibt eine Vielzahl an Höhlen, einige sind davon mit einer Tour erkundbar, was auch wir gemacht haben. In einer 1.5-stündigen Tour sind wir ca. 50 Meter in die Tiefe gestiegen, haben wunderschöne Felsformationen gesehen und an einigen Stellen grosse Massen an Glühwürmchen.

Rotorua

Wir haben ja im Südinsel-Beitrag kurz die Vielfältigkeit von Neuseeland angesprochen. Nebst Stränden, Fjorden, vielen Wanderungen und der Tierwelt kommt nun noch ein Ort voller geothermischer Aktivität dazu. Bereits während dem Fahren können immer wieder Stellen gesichtet werden, aus welchen Dampf herauskommt.

In einem Stadtpark in Rotorua gibt es öffentliche heiße Quellen, in welchen die Füsse oder der ganze Körper gebadet werden können. Es war doch ziemlich heiss und nicht wirklich einladend, mit dem ganzen Körper reinzugehen, für die Füsse war es aber sehr wohltuend.

Ebenfalls haben wir am See bei Rotorua noch verschiedene kleine milchige Tümpel oder Schlammlöcher besucht, aus welchen Dampf aufstieg. Der Geruch nach Schwefel war doch sehr intensiv und in der ganzen Stadt verteilt, uns hat es dann nach ein paar Stunden auch wieder gereicht und wir sind weitergezogen.

Coromandel Peninsula

Als Abschluss unserer Reise in Neuseeland haben wir uns für die Halbinsel Coromandel entschieden. Viele schöne Strandabschnitte, tolle Wanderwege und etwas wärmere Temperaturen laden ein, hier zu verweilen. Wir haben gegen Ende der Büslireise doch auch gemerkt, dass langsam die Luft raus ist und wir bereit sind für unsere nächste Destination. So konnten wir doch perfekt den letzten Ort geniessen, ohne lange Fahrstrecken, noch etwas zur Ruhe kommen und doch noch zwei, drei kleine Spaziergänge machen.

Das Aushängeschild für die Halbinsel ist die Cathedral Cove. Ein kurzer Spaziergang führt an den Strand, an welchem das berühmte Bild des Steintors geknipst werden kann. Es ist sicherlich schön, lockt aber doch auch viele Touris, unter anderem uns, an und füllt sich so doch relativ schnell.

Nach 4911 gefahrenen Kilometern geht unsere Reise in Neuseeland nun zu Ende.

Wir sind immer noch am Verarbeiten aller Eindrücke. Wir hatten tolle Erlebnisse, eine gute Zeit in unserem Büsli Moana, sehr wechselhaftes Wetter und eine tolle gemeinsame Stimmung. Nachdem wir hier in Neuseeland die Strände mehrheitlich ausgelassen haben, freuen wir uns aber nun, doch auch wieder mehr Zeit am Strand zu sein und werden so auch unsere Weihnachtszeit verbringen.

Fun Fact:

Auf beiden Inseln ist uns aufgefallen, dass Neuseeländer mehrheitlich in einstöckigen Häusern wohnen. Google meint, dass es unter anderem am Platz liegt. Neuseeland hat mit einer Bevölkerungsdichte von nur 19,5 Einwohnern pro Quadratkilometer (Stand 2023) definitiv noch sehr viel unbebautes Land und kann in die Breite und nicht die Höhe bauen. Dazu kommt, dass es praktischer ist, da es doch an vielen Orten starken Wind gibt und die Häuser so erdbebensicherer sein sollen.


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Ein Kommentar zu „Quer über die Nordinsel

  1. hey Ihr Beide, wunderschön vo Euri Erläbnis zu läse. Freu mi, dass es Euch guet goht und bi gspannt uff wieteri Bricht 🙂

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