Rasdhoo und Reisen auf den Malediven

Im letzten Beitrag sind wir in Malé, der Hauptstadt der Malediven, geendet. Da wir einen Abendflug vom Canareef aus gebucht hatten, konnten wir nicht mehr am selben Tag auf eine weitere Insel weiterreisen. Somit verbrachten wir eine Nacht in der Hauptstadt, was sich unserer Meinung nach für einen Aufenthalt jedoch nicht wirklich lohnt. Es ist praktisch vor oder nach einem Flug, ansonsten ist es einfach eine Stadt ohne viel Sehenswertes.

Der internationale Flughafen der Malediven liegt auf einer eigenen Insel, die durch eine Brücke mit der Stadt verbunden ist. Direkt beim Flughafen befindet sich auch der Hafen. Die Lage am türkisfarbenen Wasser ist wunderschön.

Bereits bei der Ankunft herrscht dort eine regelrechte Reizüberflutung: Es gibt gefühlt Hunderte von Ständen, jeder für eine andere lokale oder private Insel. Auch am Hafen war das Chaos nicht geringer – unzählige private Boote und in der Bucht eine Art Warteschlange, um anlegen zu können.

Mit der uns zugewiesenen Nummer fanden wir jedoch problemlos unseren Stand und konnten die Tickets für die Fähre abholen. Dabei handelte es sich um ein Speedboot, das in etwa 1,5 Stunden die lokale Insel Rasdhoo – unser letztes Ziel – erreichte. Die Überfahrt war vom Meer her sehr angenehm und das Boot nicht besonders voll. Am Hafen angekommen, wurden wir von unserem Guesthouse abgeholt.

Direkt nach dem Check-in ging es für uns auch auf dieser Insel gleich weiter zum Tauchcenter. Wir konnten direkt für den nächsten Tag buchen und den Nachmittag anschliessend gemütlich am Strand ausklingen lassen.

Tauchen

Da wir uns im Vorfeld nicht gross vorbereitet hatten, war es uns eigentlich egal, an welchem Spot wir genau tauchen würden. Wir hatten jedoch Glück, denn für unseren Tauchtag waren zwei der besten Tauchplätze rund um die Insel geplant.

Der erste Spot war eine Putzstation für Mantarochen. Das bedeutet, dass sich an diesem Ort normalerweise mehrere Mantas aufhalten. Wir wurden nicht enttäuscht und konnten den Mantarochen gemütlich dabei zusehen, wie sie vor Ort ihre Kreise zogen. Wer unseren Beitrag über Raja Ampat kennt, weiss mittlerweile, dass wir Mantas besonders mögen. Auch beim dritten Mal Tauchen mit diesen Tieren war es wieder unglaublich faszinierend: Wie elegant sie durchs Wasser gleiten, sich teilweise spielerisch drehen oder von den Luftblasen der Tauchflaschen angezogen werden und dann direkt über einem hinwegschwimmen, sodass es für einen kurzen Moment dunkel wird – einfach beeindruckend.

Der zweite Tauchgang war jedoch nicht weniger spektakulär. Dieser Spot wird „Balkon“ genannt, da sich der gesamte Tauchgang grösstenteils an einer Stelle abspielt. Wir konnten uns an den Felsen festhalten und den Haien beim Herumschwimmen zusehen. Es waren bestimmt um die 15 Haie, und im Hintergrund konnten wir sogar gepunktete Adlerrochen beobachten. Die Haie waren zwar etwas kleiner als die Tigerhaie auf Fuvahmulah, durch ihre Anzahl jedoch nicht weniger beeindruckend.

Leider hatte Philippe bei diesen Tauchgängen Probleme mit seiner Weste, was die Freude etwas trübte. Trotzdem hatten wir wunderschöne tierische Erlebnisse unter Wasser und waren zufrieden, unsere Tauchreise an diesem Punkt vorerst zu beenden.

Rasdhoo

Zum Glück war unsere Reise damit aber noch nicht ganz zu Ende. Wir hatten noch zwei volle Tage zum Entspannen auf der Insel eingeplant. Rasdhoo ist eine winzige Insel: Vor Ort gibt es etwa vier richtige Restaurants, und in etwa einer halben Stunde kann die gesamte Insel umrundet werden. Dadurch ist alles sehr nah beieinander und wirkt insgesamt sehr familiär.

Unsere Unterkunft lag zwar nicht direkt am Strand, verfügte jedoch über Liegen am sogenannten Bikini-Strand (dazu später mehr), die wir kostenlos nutzen konnten. Dort verbrachten wir auch die meiste Zeit, solange das Wetter mitspielte. Leider wurden wir auch auf dieser letzten Insel noch regelmässig von Regen begleitet und mussten immer wieder in ein Restaurant oder in unser Zimmer ausweichen. Da wir abgesehen vom Tauchen keine weiteren Ausflüge geplant hatten, war das für uns jedoch nicht weiter tragisch.

Trotzdem konnten wir die letzten Tage in vollen Zügen geniessen, alles noch einmal in uns aufsaugen und uns bewusst damit auseinandersetzen, dass unsere 14-monatige Reise nun wirklich zu Ende ging. Den letzten Abend verbrachten wir bei leichtem Regen am Strand.

Inselhopping

Wir haben bereits ein wenig darüber erzählt, wie wir uns auf den Malediven fortbewegt haben. Je nach Entfernung zum Hauptflughafen Malé muss geflogen werden. Dafür gibt es die maledivische Airline sowie Wasserflugzeuge, die jedoch nicht alle Strecken bedienen.

Viele Inseln können von Malé aus auch direkt mit dem Boot erreicht werden. Private Resortinseln bieten dafür meist einen eigenen Transfer an. Lokale Inseln lassen sich gut per Speedboot oder Fähre erreichen.

Bei der Planung, welche Inseln man besuchen möchte, empfehlen wir, nicht nur die Unterkunftspreise zu vergleichen, sondern auch die Transportkosten mit einzubeziehen. Diese können schnell sehr teuer werden, und lokale Speedboote fahren teilweise nicht täglich. Wir haben uns unter anderem deshalb für Rasdhoo entschieden: Der Transport hin und zurück war mit etwa 80 Dollar pro Person relativ günstig, es gab bezahlbare Unterkünfte vor Ort und die Insel bietet hervorragende Tauchplätze. Fuvahmulah war sowieso zu weit weg und wir mussten fliegen. Vor Ort waren wir meistens zu Fuss oder mit einem Roller unterwegs.

Preise vor Ort

Die Reaktion auf unsere letzte Destination war oft, dass wir uns zum Abschluss nochmals richtig etwas gönnen würden. Leider war das – zumindest nach maledivischen Massstäben – nicht wirklich möglich. Die Preise für schöne Unterkünfte sind enorm hoch, und für ein gutes Zimmer unter mehreren Hundert Franken pro Nacht in Resorts in der Hochsaison mussten wir gar nicht erst suchen.

Die Schwierigkeit liegt darin, dass die schönen Resorts ausschliesslich auf privaten Inseln liegen und die Preise entsprechend hoch angesetzt werden können. Zusätzlich muss meist noch ein Verpflegungspaket gebucht werden und eine teure Anreise, was die Kosten weiter in die Höhe treibt.

Auf den lokalen Inseln lassen sich bei frühzeitiger Buchung jedoch gute Zimmer in einfachen Guesthouses für etwa 50–100 Franken pro Nacht finden. Im Vergleich zu Südostasien ist das natürlich teuer, im Vergleich zu den Resorts jedoch sehr günstig. Auch das Essen in den lokalen Restaurants ist bezahlbar – wir konnten meist für rund 20 Franken gemeinsam essen und trinken.

Hinzu kommen, wie bereits erwähnt, die Transportkosten zwischen den Inseln. Je mehr Inseln besucht werden, desto teurer wird die Reise natürlich – das ist aber überall so.

Der grösste Kostenpunkt für uns war das Tauchen. Selbst auf den lokalen Inseln ist es nicht günstig, jedoch deutlich preiswerter als über ein Resort. Jeder einzelne Tauchgang war sein Geld aber wert und würde von uns sofort wieder gemacht werden.

Insgesamt war unsere Reise auf die Malediven wunderschön und auf den lokalen Inseln auch preislich gut machbar.

Bikini Strand

Auch hier muss wieder zwischen Resortinseln und lokalen Inseln unterschieden werden. Auf Resortinseln dürfen sich Touristen frei bewegen, wie sie möchten, und es wird Alkohol ausgeschenkt. Auf den lokalen Inseln sieht das etwas anders aus.

Die Malediven sind ein sehr gläubiges Land und leben nach dem Islam. Alkohol oder Zigaretten sind auf lokalen Inseln nur schwer zu finden und entsprechend teuer.

Zusätzlich kommt die Kleider- und Badeordnung hinzu, die beachtet werden sollte. Wer damit ein Problem hat, sollte lokale Inseln definitiv meiden. Wir waren darauf vorbereitet, dass es etwas strenger sein würde, und hatten damit auch kein Problem.

Auf den meisten touristischen lokalen Inseln gibt es sogenannte Bikini-Strände, die explizit für Touristen vorgesehen sind. An diesen Stränden darf ganz normal in unseren gewohnten Badesachen gebadet werden. Sobald man diesen Bereich verlässt, gelten jedoch wieder andere Regeln. Auf Fuvahmulah waren wir an normalen Stränden unterwegs. Dort war klar deklariert, dass sowohl für Frauen als auch für Männer gilt: Oberkörper und Oberschenkel müssen bedeckt sein. Die gleiche Regelung gilt auch im Ort selbst. Sehr knappe Shorts oder bauchfreie Kleidung werden nicht gerne gesehen. Lange Hosen waren laut unseren Gastgebern jedoch nicht notwendig. Wichtig ist – wie bereits erwähnt –, dass die Oberschenkel bedeckt sind, was für uns kein Problem darstellte, da unsere kurzen Hosen alle ausreichend lang waren.

Wir waren überrascht, dass diese Regeln auch für Männer gelten, da wir ursprünglich davon ausgegangen waren, dass nur ich darauf achten müsse.

Da die Einheimischen mehrheitlich streng dem Islam folgen, müssen auch die Gebetszeiten berücksichtigt werden. Speedboote fahren so, dass Gebetszeiten eingehalten werden können. Auch beim Tauchen war es wichtig, pünktlich zu sein, damit die Angestellten rechtzeitig zum Gebet gehen konnten. Geschäfte und teilweise auch Restaurants richten sich ebenfalls nach diesen Zeiten.

In den Malediven gilt der Freitag als „Sonntag“, was ebenfalls beachtet werden sollte. In Fuvahmulah durften wir mit einem Walliser, der in unserer Unterkunft wohnte, eine Schule besuchen. Dabei erfuhren wir, dass die Woche dort am Sonntag beginnt und das Wochenende aus Freitag und Samstag besteht. Es kann daher vorkommen, dass am Freitag nicht alle Speedboote regulär fahren, was als Tourist unbedingt berücksichtigt werden sollte. Für uns stellte das jedoch kein Problem dar, und wir konnten Rasdhoo problemlos an einem Freitag verlassen.

Heimreise

Die Malediven verabschiedeten uns so, wie sie uns auch willkommen geheissen hatten: regnerisch. Die Rückfahrt mit dem Speedboot von Rasdhoo zum Flughafen Malé war mit Abstand die schlimmste Fahrt unserer gesamten Reise. Das Wetter war schlecht und das Meer entsprechend sehr unruhig. Mit dem Boot tauchten wir tief ins Wasser ein und wurden anschliessend wieder mehrere Meter in die Luft gehoben. Vielen an Bord ging es zunehmend schlechter, und eine gewisse Angst, ob alles gut gehen würde, kam ebenfalls auf. Trotzdem erreichten wir Malé trocken und sicher.

Da unser Flug erst kurz vor Mitternacht ging, die Speedboote jedoch nur am Nachmittag fahren, hatten wir einen sehr langen Aufenthalt am Flughafen. Wir suchten uns ein gemütliches Plätzchen im Foodcourt und warteten, bis wir einchecken und schliesslich abfliegen konnten.

Mit FlyDubai – erneut eine neue Airline für uns – flogen wir via Dubai direkt nach Basel. Beide Flüge waren nahezu leer, und wir hatten jeweils eine ganze Sitzreihe für uns, was für unsere Erholung und unseren Schlaf sehr angenehm war.

Am 20. Dezember 2025 landeten wir schliesslich in Basel und wurden von meiner Familie herzlich in Empfang genommen.

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir uns sehr auf unser Zuhause gefreut: vertraute Gesichter, vertraute Umgebung und vertrautes Essen. Es wurde Zeit – was wir auch an unseren Sachen bemerkten. Einige Dinge waren mittlerweile aufgebraucht, kaputtgegangen oder sogar verloren gegangen.

Trotzdem wurden auf der Heimreise auch einige Tränen verdrückt. Dieses riesige Kapitel ist nun zu Ende, die Erinnerungen bleiben. Wir wissen jedoch, dass es noch nicht vorbei ist und wir gemeinsam noch viele weitere schöne Kapitel schreiben dürfen. Wir sind unglaublich dankbar, diese Reise zusammen gemacht haben zu können. Sie hat uns sowohl individuell als auch als Paar immer wieder herausgefordert. Dennoch sind wir gemeinsam gewachsen, haben uns weiterentwickelt und unzählige wunderschöne Erlebnisse, Orte und Menschen kennengelernt, die wir nie vergessen werden.

Seit Januar sind wir beide – zufällig – wieder in unseren alten Jobs untergekommen. Ausserdem haben wir eine tolle Wohnung im Gundeli gefunden, die wir für fünf Monate zur Untermiete beziehen dürfen, und konnten bereits viele schöne Momente mit unseren Familien und Freunden erleben. Es ist schön, wieder zu Hause zu sein.

Doch wir bleiben nur sieben Monate. Es juckt uns bereits wieder in den Fingern, weiterzuziehen, und dafür haben wir auch schon einige Pläne. In diesen sieben Monaten wird es hier vermutlich eher ruhig werden, danach nehmen wir euch aber natürlich wieder mit auf unsere Reise 2.0 – bleibt also dran.

Ein herzliches Dankeschön an euch fleissigen Leserinnen und Leser! Wir haben diesen Blog für uns, aber auch für euch geschrieben und uns jedes Mal extrem über euer schönes Feedback gefreut. Danke tusig!❤️


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Ein Kommentar zu „Rasdhoo und Reisen auf den Malediven

  1. Immer wieder toll und spannend geschrieben! Ich habe eure ganze Reise gerne verfolgt, es war als ob ich mit dabei gewesen wäre. Es freut mich so für euch ❤️
    Freue mich schon auf eure 2.0 Reise und werde sie wieder gerne miterleben😎

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