Wie die meisten von euch wissen, sind wir bereits seit einigen Wochen wieder zu Hause in der Schweiz. Irgendwie haben mir bisher die Zeit und die Motivation gefehlt, die Blogbeiträge fertigzustellen. Natürlich wollen wir euch aber trotzdem noch über unser letztes Reiseland berichten – und das holen wir jetzt nach.
Geendet hat unsere Reise auf den Malediven. Zwei Dinge tauchen meist in den Köpfen auf, wenn die Malediven erwähnt werden: absolute Traumresorts und Tauchen. Einen Teil davon haben wir in vollen Zügen genossen, den anderen konnten und wollten wir uns nicht leisten. Die Malediven werden jedoch auch bei Budgettouristen immer beliebter, und lokale Inseln gehören mittlerweile ebenfalls zum Standardbesuch. Die Auswahl ist riesig, und es war für uns nicht einfach zu entscheiden, welche Inseln wir schlussendlich besuchen wollten.
Gelandet sind wir auf Gan, der südlichsten Insel der Malediven, die neben Malé eine internationale Flugverbindung von Sri Lanka aus anbietet. Mit etwas Verspätung sind wir so von Colombo aus gemeinsam mit einem vollen Flugzeug chinesischer Touristen nach Gan geflogen. Bereits vor dem Start waren sie für uns Unterhaltung pur – irgendjemand war immer zu jeder Zeit im Gang unterwegs, die Flugbegleiter fanden das eher weniger lustig.
Leider wurden wir nach der nassen Zeit in Sri Lanka erneut von Regen empfangen. Die erste Insel, Feydhoo, hatte wenig mit dem paradiesischen Bild zu tun, das mit den Malediven verbunden wird. Das war uns jedoch bewusst, und wir hatten dort nur eine Nacht gebucht, da es nach dem Flug zeitlich nicht mehr für die Fähre zur nächsten Insel gereicht hatte.




Bei leichtem Regen erkundeten wir die kleine Insel noch etwas und fanden ein leckeres Restaurant, in dem wir alle unsere Mahlzeiten einnahmen.
Fuvahmulah
Unsere erste wirkliche Insel auf den Malediven war die lokale Insel Fuvahmulah. Die Entscheidung, dorthin zu reisen, war sofort gefallen, als wir die Malediven in unsere Reiseroute aufgenommen hatten. Bei ruhiger See konnten wir mit dem Speedboot direkt von Feydhoo nach Fuvahmulah reisen.
Fuvahmulah unterscheidet sich durch ihre Lage von den anderen Orten auf den Malediven. Das Atoll besteht aus genau einer Insel, die nicht von einem Korallenriff umgeben ist. Dafür ist sie unter dem Namen „Haien-Insel“ bekannt – und das völlig zu Recht. Bereits bei der Ankunft wird mit einer grossen Hai-Skulptur sowie Wandbemalungen darauf hingewiesen.


Unser erster Stopp nach der Ankunft war direkt das Tauchcenter, bei dem wir für den nächsten Tag zwei Tauchgänge gebucht hatten. Eine kurze Schulung darüber, was uns erwarten würde, sowie das Anprobieren der Tauchausrüstung standen dabei im Fokus.
Am nächsten Tag ging es frühmorgens los zum ersten Tauchgang. Dieser fand an einem Riff statt und war verhältnismässig noch etwas unspektakulär.



Beim zweiten Tauchgang wurde es dann deutlich spannender: Wir waren für einen Tigerhai-Tauchgang eingetragen. Für diesen erhält jede Tauchschule am Vorabend einen festen Zeit-Slot, der genau eingehalten werden muss.
Tigerhaie
Bevor wir von unserem Taucherlebnis berichten, möchten wir noch ein paar Fakten zu Tigerhaien – speziell zu jenen in Fuvahmulah – teilen. Von der Tauchschule aus werden regelmässig Präsentationen einer Meeresbiologin angeboten, die wir natürlich auch besucht haben.

Tigerhaie sind in der Forschung in den letzten Jahren immer präsenter geworden, dennoch ist weiterhin vieles unbekannt. Es gibt noch keine klaren Richtlinien zur Altersbestimmung oder zum genauen Ablauf der Geburt. Zur Fortpflanzung ziehen sich die Haie – auch in Fuvahmulah – aus der Bucht zurück und verschwinden für einige Monate ins tiefe Wasser, bevor sie wieder zurückkehren.
Tigerhaie gelten als eher ruhige Haie und sind aufgrund ihres gut einschätzbaren Schwimmverhaltens relativ einfach zu lesen, weshalb das Tauchen mit ihnen grösstenteils ungefährlich ist. Haie sind zwar neugierig, wollen aber eigentlich keine Menschen fressen. Die grösste Gefahr besteht an der Wasseroberfläche, wenn ein Mensch mit Beute verwechselt wird – genau so passieren auch die meisten Haiangriffe.
Tigerhaie kommen nur an wenigen Orten der Welt häufig vor, unter anderem in Fuvahmulah. Sie werden dort bis zu 4,5 Meter gross, an anderen Orten sogar bis zu 5,5 Meter.
Die Tigerhaie in Fuvahmulah sind schon seit langer Zeit dort zu Hause. Ursprünglich wurden sie von Fischern angelockt, die Fischreste über Bord warfen. Für das Tauchen werden heute einzelne Thunfischköpfe unter Steinen versteckt, um die Haie auf einen bestimmten Punkt zu fokussieren und so die Sicherheit weiter zu erhöhen.
Auch das Thema Anfütterung wurde in der Präsentation behandelt. Laut aktuellem Forschungsstand verändert diese geringe Fütterung das Verhalten der Haie nicht. Tigerhaie ernähren sich hauptsächlich von toten oder kranken Fischen und sind daher unglaublich wichtig für das Ökosystem unter Wasser. Gibt es keine Nahrung, ziehen sie weiter – im Gegensatz zum Walhai, dessen Verhalten sich durch Fütterung verändern kann.
Während der Corona-Zeit waren die Tiere vor Fuvahmulah verschwunden, kehrten jedoch mit der zunehmenden Anzahl an Tauchern wieder zurück. Zudem ist die Menge der verwendeten Thunfischköpfe sehr gering und reicht bei Weitem nicht für einen Tigerhai aus. Die Forscher erkennen mittlerweile einzelne Haie wieder und können bestätigen, dass einige dauerhaft vor Ort sind, während andere für Monate verschwinden, bevor sie irgendwann zurückkehren.
Unser Taucherlebnis
So, aber nun zurück zum eigentlichen Tauchen.
Vor dem Tauchgang gab es auf dem Boot nochmals ein ausführliches Briefing darüber, wie der Tauchgang ablaufen würde. Es gibt zwei mögliche Tauchplätze, wobei je nach Strömung und Sicht der Ort spontan gewählt wird.



Für diesen Tauchgang sind deutlich mehr Guides im Einsatz, um die Umgebung jederzeit im Auge zu behalten. Wie bereits erwähnt, sind Tigerhaie grösstenteils ruhige Tiere. Trotzdem darf nicht unterschätzt werden, dass es sich um wilde und potenziell gefährliche Tiere handelt. Es ist deshalb wichtig, den Hai immer im Blick zu behalten und sein Verhalten aufmerksam zu beobachten.
Bereits beim Sprung ins Wasser wird darauf geachtet, dass mehrere Tauchguides bereits im Wasser sind und die Lage überprüfen. Wie zuvor erwähnt, liegt die grösste Gefahr an der Wasseroberfläche, weshalb es wichtig war, zügig abzutauchen. Schon dabei konnten wir die ersten Tigerhaie in der Ferne erkennen.

Am Tauchplatz angekommen, stellten wir uns in einer Reihe am Boden auf, mit Blick auf den Stein, unter dem der Thunfischkopf verborgen war. Dabei achteten wir darauf, dass keine grösseren Abstände zwischen uns entstanden, durch die die Tigerhaie hätten hindurchschwimmen können.
Dank der Guides, die hinter und neben uns ständig Ausschau nach Tigerhaien hielten und diese bei Bedarf umleiteten, konnten wir uns voll und ganz auf die Show konzentrieren, die uns die Haie boten. Es war ein unglaubliches Erlebnis, diese mächtigen Tiere in echt und aus nächster Nähe zu sehen. Besonders spannend war es zu beobachten, wie sie teilweise näherkommen wollten, sich dann aber doch nicht trauten und wieder abdrehten.



Nach 30 Minuten an diesem Ort mussten wir den Tauchplatz wieder freigeben – unsere Zeit war abgelaufen. Auch während des Sicherheitsstopps auf fünf Metern sowie beim Auftauchen wurde nochmals genau darauf geachtet, dass keine Haie zu nah kamen.
Unsicher haben wir uns dank der hervorragenden Arbeit der Guides zu keinem Zeitpunkt im Wasser gefühlt. Bisher gab es in Fuvahmulah noch keinen Haiangriff, und dank dieser professionellen Organisation hoffen wir, dass das auch so bleibt.
Für uns war es ein grossartiges Erlebnis, das wir nur weiterempfehlen können. Die Haie konnten kommen und gehen, wie sie wollten. Wir haben diesen Tauchgang sogar zweimal gemacht: Beim ersten Mal waren die Haie direkt zu Beginn vor Ort, beim zweiten liessen sie lange auf sich warten. Zum Glück zeigten sich am Ende dennoch vier bis fünf Tiere.



Fuvahmulah ist natürlich auch abseits der Tigerhaie eine tolle Insel.
Der gesamte Vibe vor Ort hat uns sofort gepackt. Es gibt einige kleine Restaurants, Cafés und Souvenirläden – viel mehr aber auch nicht. Die weite Anreise von Malé lohnt sich unserer Meinung nach allerdings nur, wenn auch getaucht wird.
Wir hatten eine tolle Tauchgruppe, die wir auch ausserhalb der Tauchgänge immer wieder getroffen haben. Die Insel bietet zudem einige schöne Strände, die wir zu Fuss oder mit dem Roller erkundet haben.


Das Wetter war zwar sehr wechselhaft und es regnete fast täglich, dennoch haben wir die sonnigen Momente am Strand umso mehr genossen.





Am letzten Abend auf der Insel fand das jährliche Fischerfestival statt. Dabei fahren tagsüber zahlreiche Teams hinaus aufs Meer, und am Abend findet das grosse Wiegen statt. Ziel ist es, den grössten und schwersten Fisch zu fangen. Es roch fürchterlich, war aber trotzdem sehr lustig, und die Einheimischen hatten sichtlich Freude an uns Touristen.


Canareef Resort
Nach ein paar Tagen ging es für uns mit dem Speedboot wieder zurück in die Richtung, aus der wir gekommen waren. Dieses Mal war die Fahrt leider sehr unruhig. Wir konnten jedoch einen Halt früher aussteigen und mit dem Taxi bis zu einer Brücke zur Resortinsel Canareef fahren. Dort wurden wir mit einem Resort-Buggy abgeholt. Ein bisschen Luxus wollten wir uns auf den Malediven als Abschluss unserer Reise schliesslich auch noch gönnen.



Zwar war das Canareef für unser Budget recht teuer, im Vergleich zu anderen Malediven-Resorts jedoch relativ günstig. Durch die Lage ganz im Süden der Malediven ist es nicht besonders bekannt, weshalb das Preis-Leistungs-Verhältnis für uns wirklich sehr gut gepasst hat.
Bereits beim Einchecken fiel uns auf, dass viele chinesische Gäste vor Ort waren. Uns wurde jedoch erklärt, dass diese einen Teil der Insel belegen, während der andere Teil für Gäste aus anderen Ländern vorgesehen ist.
Wir hatten zwar die einfachste Unterkunftskategorie gebucht, erhielten jedoch ein kostenloses Upgrade auf die teuerste Variante, da das Hotel nicht ausgebucht war. Statt eines einfachen Bungalows hatten wir nun zusätzlich einen Whirlpool und direkten Strandzugang.


Über die Notwendigkeit eines Whirlpools auf den Malediven lässt sich zwar streiten, im Nachhinein waren wir jedoch sehr froh darüber. Das Wetter spielte nämlich meist nicht mit, und das heisse Wasser war perfekt zum Aufwärmen.
Das Canareef liegt auf einer privaten Insel, die über vier Kilometer lang ist. Vor Ort standen Fahrräder sowie ein Buggy-Service zur Verfügung, um von A nach B zu gelangen. Wir hatten Halbpension gebucht, was für uns völlig ausreichend war. Die Mahlzeiten wurden immer in Buffetform angeboten und waren sehr lecker – wir konnten uns wirklich nicht beklagen.
Zudem gab es vor Ort zahlreiche Angebote wie Wassergymnastik, Bars mit Billard und Pingpong oder Bootsausflüge. Wir wollten jedoch eigentlich einfach nur entspannen und machten daher nur wenig Gebrauch davon.
An unserem Ankunftstag war das Wetter noch wunderschön. Wir fanden ein ruhiges Plätzchen am Strand in der Nähe einer grossen Poolanlage und verbrachten dort den ganzen Tag.



Leider war uns das Wetter an den darauffolgenden Tagen nicht mehr ganz wohlgesinnt. Einen Tag wechselten sich Regen und Sonne ab, am dritten Tag kam die Sonne gar nicht mehr zum Vorschein und es regnete fast ununterbrochen. Die ganze Insel stand gefühlt unter Wasser, und auch die Temperaturen waren nicht mehr typisch maledivisch.

Wir liessen uns die Laune jedoch nicht verderben und verbrachten die Zeit grösstenteils in unserem Bungalow und im Whirlpool bei Regen – auch ein tolles Erlebnis.
Am Abreisetag zeigte sich das Wetter wieder von seiner besseren Seite, sodass wir die verbleibende Zeit bis zum Abendflug noch geniessen konnten.



Mit dem hoteleigenen Boot ging es direkt zum Flughafen, von wo aus wir mit einem kleinen Flugzeug zurück nach Malé flogen. Dort hatten wir erneut eine Nacht gebucht, bevor es auf die letzte Insel ging.
Davon – und von unseren generellen Erfahrungen auf den Malediven – berichten wir euch im nächsten Beitrag.
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