Bei strömendem Regen sitzen wir hier in unserem Bungalow und geniessen die letzten Tage unserer grossen Reise im letzten Land. Dazu aber später mehr – zuerst einmal wollen wir euch noch mehr über unsere Zeit in Sri Lanka erzählen, ebenfalls bei strömendem Regen.
Sigiriya
Letztes Mal waren wir am Schluss des Berichts in Sigiriya, dort geht es nun weiter mit unserer Reise. Dieses Mal jedoch nicht nur zu zweit, sondern mit einem Freund von Philippe, der für seinen zweiwöchigen Urlaub mit uns einen Teil von Sri Lanka bereist.
Mit Nico zusammen kam auch der Regen in Sigiriya an. Begrüsst wurde er bei starkem Regenfall, den Pool haben wir trotzdem gemeinsam in der Unterkunft eingeweiht. Wir hatten Glück: Am nächsten Tag war das Wetter etwas besser und wir konnten unser Programm dennoch durchziehen. Wir hatten die Miete für das Tuk-Tuk um einen Tag verlängert und sind gemeinsam am Morgen zu einem Aussichtspunkt gefahren, um diesen zu erklimmen.
In Sigiriya gibt es den berühmten Lion Rock. Dieser kostet mittlerweile für ausländische Touristen etwa 30 Dollar Eintritt und die Schlange, um hochzusteigen, ist ewig lang. Aus diesem Grund haben wir uns für den Pidurangala Rock entschieden. Dieser kostet nur wenige Dollar Eintritt, ist deutlich weniger besucht und bietet einen wunderschönen Ausblick auf den Lion Rock und die Umgebung.





Am Nachmittag fuhren wir mit dem Tuk-Tuk nach Dambulla, um den Höhlentempel zu besuchen. Nach kleinen Schwierigkeiten und einem kurzen Regenschauer fanden wir schliesslich den Eingang und konnten die einzelnen Höhlen mit den Buddhastatuen und Wandmalereien besichtigen.



Kandy
Das Tuk-Tuk haben wir in Sigiriya abgegeben und sind mit einem Fahrer weiter ins etwa 2,5 Stunden entfernte Kandy gefahren. Da unsere Zeit etwas begrenzt war, hatten wir für Kandy nur eine Nacht gebucht. Im Nachhinein sind wir sehr froh darüber.
In Kandy war das Wetter wieder deutlich schlechter. Wir sind erneut bei strömendem Regen losgezogen und wollten den Zahntempel besuchen. Dieser Tempel ist einer der heiligsten Orte des Buddhismus. In ihm wird ein Zahn des Buddhas aufbewahrt. Den Zahn selbst haben wir natürlich nicht gesehen, es gibt aber viele Informationen darüber, wie er dorthin gelangt ist – das dürft ihr bei Interesse gerne selbst nachschlagen.


Völlig durchnässt ging es für uns auf direktem Weg zurück ins Hotel. Das Wetter war wirklich sehr ungemütlich, weshalb wir ein weiteres Ausflugsziel ausgelassen haben. Im Hotel erfuhren wir, dass unklar sei, ob unsere Zugfahrt am nächsten Tag stattfinden könne, da bereits Erdrutsche auf gewisse Abschnitte der Gleise gefallen waren. Unsere Strecke war jedoch nach genauer Nachforschung nicht betroffen. Zu diesem Zeitpunkt war uns noch nicht bewusst, wie stark Kandy und die umliegende Gegend vom Unwetter noch getroffen werden würden.
Zugfahrt
Ein Highlight einer Sri-Lanka-Reise ist sicherlich die Zugfahrt von Kandy nach Ella. Leider ist diese Strecke teilweise schon Wochen, sogar Monate im Voraus ausgebucht. Es gäbe zwar noch die Option, Tickets für die 3. Klasse am Bahnhof zu kaufen, diese Abteile können jedoch schnell sehr voll werden und bieten keine garantierten Sitzplätze, was für eine über siebenstündige Zugfahrt anstrengend sein kann.
Wir haben nur noch Tickets für die Strecke von Kandy nach Nuwara Eliya ergattert, die aber ebenfalls bereits eine schöne Aussicht bietet.



Das Spezielle an der Zugfahrt sind natürlich auch die Türen, die während der Fahrt offen sind oder geöffnet werden können. Auch wir haben uns diese Chance nicht entgehen lassen, ein paar tolle Fotos geschossen, vor allem aber die Fahrt mit Fahrtwind und herrlicher Aussicht genossen.





Die Strecke von Nuwara Eliya nach Ella ist nochmals deutlich stärker besucht, da kann es schnell zu einem Kampf werden, dieses Foto hinzubekommen. Bei unserer Fahrt war es jedoch ziemlich einfach, wir mussten nie lange warten, bis die Türen frei wurden.


Ein grosser Nachteil der Zugfahrt wurde uns erst im Verlauf der Reise bewusst: Der Zug ist deutlich langsamer unterwegs als ein Auto. Gemütlich tuckerten wir durch die Gegend, hielten an vielen Orten an und kamen mit etwa zwei Stunden Verspätung in Nuwara Eliya an. Dort nahmen wir erneut einen privaten Fahrer für die Weiterfahrt nach Ella.
Ein Stopp in Nuwara Eliya würde sich sicherlich ebenfalls lohnen. Es ist eine schöne Gegend mit grossen Teeplantagen, wir haben uns jedoch für Ella entschieden und wollten lieber mehrere Nächte an einem Ort bleiben, statt erneut nur eine Nacht zu verbringen.
Ella
Unsere Unterkunft in Ella lag etwa 15 Gehminuten von der Hauptstrasse entfernt. Bereits bei der Ankunft fühlten wir uns sehr wohl. Die Gastgeber waren unglaublich lieb und Ella hatte für uns einen tollen Charme. Leider wurden wir auch hier wieder mit Regen begrüsst.
In Ella gibt es mehrere bekannte Sehenswürdigkeiten: die Nine Arches Bridge, den Little Adam’s Peak und verschiedene Wasserfälle. Die Nine Arches Bridge konnten wir trotz Regen besuchen. Wir hatten Glück und es gab immer wieder kurze Zeitfenster ohne Regen, in denen wir ein paar Fotos knipsen konnten.


Zudem waren wir zufällig zur richtigen Zeit bei der Brücke und konnten den vorbeifahrenden Zug mit all den aus den Türen hängenden Touristen sehen.



Viel mehr haben wir leider nicht von der Umgebung in Ella gesehen. Am zweiten Tag in Ella regnete es nur einmal. Wir zogen mehrheitlich von Restaurant zu Restaurant, haben viele Spiele gespielt, besuchten kleine Souvenirläden und spielten Billard.


Es wurde wirklich ungemütlich: Es war kalt, nichts war mehr trocken, und durch das Wissen, dass es rund um Ella mehrere Erdrutsche gegeben hatte, fühlte sich die Situation etwas unheimlich an. Wir fühlten uns vor Ort nicht mehr richtig wohl und waren froh, dass wir den Weitertransport für den nächsten Tag bereits geplant hatten.
Neben dem Regen wurde es leider auch durch kleine, sehr unauffällige, aber eklige Tiere unangenehm. Am ersten Abend bemerkten wir die ersten Blutegel und wurden bereits alle gebissen und ausgesaugt. Diese Tiere sind sehr dünn und klein, doch sobald sie sich ein Opfer gesucht haben, beissen sie sich fest und saugen Blut, bis sie richtig dick und gross werden, bevor sie wieder loslassen. Nico bemerkte den Blutegel an seinem Bein selbst. Philippe und ich erst, als wir stark bluteten und danach den fetten Wurm am Boden sahen. Für mich war das definitiv das schlimmste tierische Erlebnis der Reise. Normalerweise passiert bei einem Blutegelbiss nichts, doch ich fand diese Würmer so eklig und allein die Vorstellung davon so schlimm. Leider waren wir zu angewidert, um ein Foto zu machen.
Nach diesem Erlebnis machten wir beim Laufen alle paar Minuten Pause, um zu kontrollieren, ob bereits welche am Schuh klebten und sich auf den Weg zum Bein machten. Meistens fanden wir tatsächlich welche und konnten sie noch rechtzeitig wegschnipsen.
Zyklon Ditwah
Wir haben bereits mehrfach erwähnt, dass es sehr viel geregnet hat. Grund dafür war der Zyklon Ditwah, der Sri Lanka ziemlich stark getroffen hat. Die Gegend um Kandy war unserem Wissen nach am stärksten betroffen. Es kam zu vielen, teils sehr schlimmen Erdrutschen, zahlreiche Gegenden waren überschwemmt, und einige Hundert Menschen sind dabei gestorben. Über eine Million Menschen haben ihr Zuhause verloren. Die gesamte Zugstrecke, die wir nur zwei Tage zuvor befahren hatten, ist inzwischen nicht mehr befahrbar.
Auch wir haben einiges von diesem Unwetter mitbekommen, zum Glück jedoch nicht in diesem Ausmass. Ab dem ersten Tag in Ella am Nachmittag regnete es für eineinhalb Tage durchgehend und ziemlich stark. Die Hauptstrasse durch Ella glich eher einem Bach, und überall stürzten kleine Wasserfälle hinunter.



Die Zufahrt nach Ella über die Hauptstrasse wurde im Verlauf gesperrt, da sie von einem Erdrutsch verschüttet worden war. Per SMS erhielten wir ständig Warnungen von der Regierung. Der Strom in der gesamten Gegend war häufiger weg als vorhanden.

Wir waren nicht die Einzigen, die die Situation in Ella sehr ungemütlich fanden. Am Tag unserer Abreise waren viele Leute auf der Suche nach einer Weiterfahrt. Leider war dies aufgrund der gesperrten Strasse nicht ganz so einfach. Zusätzlich war das Handynetz grösstenteils ausgefallen, weshalb es unmöglich war, jemanden zu bestellen. Auch wir hatten Probleme: Unser gebuchter Fahrer kam leider nicht, und vor Ort waren kaum noch Fahrer verfügbar.
Nach etwa zwei Stunden Suchen und Nachfragen fanden wir schliesslich doch noch einen. Zwar komplett überteuert, aber wir waren froh, wegzukommen. Mit einem Umweg konnten wir Ella und das Chaos hinter uns lassen und fuhren weiter an die Südküste von Sri Lanka. Auf dem Weg mussten wir einige kleinere Erdrutsche passieren und sahen, wie Gebäude komplett weggerutscht waren.




Rekawa
Wir mussten spontan am Abend zuvor unser Programm ändern und konnten zum Glück die Unterkünfte noch stornieren. Eigentlich wäre ein Besuch in einem Nationalpark geplant gewesen, doch aufgrund des Wetters waren diese alle geschlossen. So spontan gab es jedoch nicht mehr viele Unterkünfte zur Auswahl, da vermutlich auch einige Reisende in den Süden geflüchtet waren, wo das Wetter etwas besser war.
Schliesslich entschieden wir uns für eine Unterkunft etwas abseits des Geschehens, was sich im Nachhinein als perfekt herausstellte. Es war wunderschön, das Wetter wurde wieder besser und wir konnten grösstenteils entspannen und geniessen.





Die zwei Tage verbrachten wir tagsüber meist am Pool, fuhren gegen Sonnenuntergang an den Strand und verbrachten den Abend in einem Restaurant einer deutschen Kriegsreporterin mit spannenden Gesprächen.





Rekawa hat einen Strand, der zum Schutz der Schildkröten dient. Diese kommen das ganze Jahr über an diesen Strand, um ihre Eier abzulegen. Dieser Vorgang kann mit einem Guide besucht werden, war jedoch komplett überfüllt.
Da an unserem ersten Abend keine Schildkröte an den Strand kam, waren am nächsten Abend vermutlich umso mehr Touristen vor Ort. Die Schildkröte verfällt beim Eierlegen jedoch in eine Art Trance, weshalb sie ihre Umgebung kaum wahrnimmt und somit von den vielen Menschen nicht gestört wird. Uns störten die etwa 50 Menschen allerdings umso mehr. Vielleicht waren wir etwas naiv, aber da tagsüber an diesem Ort so wenige Menschen waren, hatten wir nicht mit so vielen Besuchern gerechnet.
Da ich einen ziemlich unruhigen Magen hatte, verliessen Philippe und ich den Schauplatz frühzeitig. Nico wartete noch ab, bis die Schildkröte das Loch gebuddelt hatte und sich dann an die lange Prozedur des Eierlegens machte.
Udawalawe Nationalpark
Da sich das Wetter deutlich verbessert hatte, konnten wir doch noch einen Ausflug in den Nationalpark unternehmen.

Wir brachen frühmorgens auf und machten uns auf die Suche nach Elefanten, Leoparden und weiteren Tieren. Dieser Park ist bekannt für seine Elefanten, von denen wir auch reichlich gesehen haben.





Da wir genügend Zeit hatten, konnten wir den Elefanten jeweils eine ganze Weile zusehen, was sehr spannend war. Wir bemerkten, dass sie ihre Nahrung immer zuerst ans Bein schlagen, um den Dreck zu entfernen. Zudem zeigten sie keinerlei Interesse an uns und liessen sich auch nicht aus der Ruhe bringen. Leider haben wir dieses Mal keinen Leoparden gesehen. Dafür jedoch sehr viele Pfaue, die sich offenbar in der Paarungszeit befanden.

Wir konnten einige Annäherungsversuche der Männchen beobachten: Dabei öffnen sie ihren wunderschönen Federfächer, schleichen sich mit kleinen, hüpfenden Schritten an das Weibchen heran und rasseln mit ihrem gesamten Körper. Ein sehr spannendes Ritual zum Beobachten – erfolgreich war jedoch keiner, da die Weibchen jeweils schnell das Weite suchten.
Weligama
Unser letzter wirklicher Stopp war der Küstenort Weligama. Der Nachbarort Mirissa ist einer der bekanntesten Orte in Sri Lanka. Weligama ist jedoch ebenfalls zunehmend touristisch und wird sich in den nächsten Jahren sicherlich noch stark verändern.
Eigentlich wollten wir hier vor allem am Pool oder Strand entspannen, hatten schlussendlich aber doch mehr Programm als gedacht. Wir quetschten uns zu dritt ins Tuk-Tuk und fuhren nach Mirissa, wo wir den Strand und das Örtchen erkundeten. Philippe und Nico machten gemeinsam einen Tauchgang, wobei es für Nico das erste Mal war. Nach dem Tauchgang stiessen sie per Zufall in die Mitte einer Zelebration von einem Feiertag.





Zu dritt buchten wir ausserdem eine Walbeobachtungstour. Mirissa ist bekannt für Blauwalsichtungen, leider hatten wir jedoch Pech. An unserem Tag zeigte sich kein einziges Tier aus dem Meer. Natürlich enttäuschend, aber so ist die Natur – und immer noch besser, als wenn die Tiere für garantierte Sichtungen angefüttert würden.


Die Zeit in Mirissa ging schneller als gewollt zu Ende, und wir fuhren mit einem Fahrer für eine Nacht nach Colombo. Den letzten Abend verbrachten wir im Casino. Das Ziel war, die Ausgaben der Reise zurückzuholen – was leider nicht geklappt hat. Viel ausgegeben haben wir aber auch nicht, und es war trotzdem ein lustiger Abend.
Am nächsten Tag ging es für uns gemeinsam an den Flughafen. Nico flog zuerst zurück in die Schweiz, und wir konnten mit etwa zwei Stunden Verspätung ebenfalls Sri Lanka verlassen und in unser letztes Land der Reise weiterreisen.

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