Endlich ging es für uns wieder zurück nach Südostasien, wir haben es schon etwas vermisst.
Bereits bei der Einreise haben wir die Veränderungen wahrgenommen. Es war alles deutlich chaotischer und unorganisierter, Leute auf Rollern waren wieder ohne Schuhe und Helme unterwegs, die Einheimischen reisten mit Kisten und Säcken, überall lag Abfall herum und das Wichtigste: Es war wieder wärmer.
Einreise
Wir haben China in Kunming verlassen und sind mit dem Zug acht Stunden bis nach Luang Prabang in Laos gefahren. Wir hatten uns mit genügend Snacks eingedeckt und – da es in den Zügen immer heisses Wasser gibt – auch Nudelsuppen zum Selbstanmischen dabei.


Unterwegs fanden sowohl die Ausreise aus China als auch die Einreise nach Laos statt, was etwas mühsam, aber auch spannend war.
Zuerst erreichten wir die Grenze auf chinesischer Seite und mussten mit dem gesamten Gepäck den Zug verlassen. Zu Fuss ging es vollbepackt durch einen Sicherheitscheck und dann zur Passkontrolle. So genau wurde bei uns eine Ausreise noch nie genommen, aber schliesslich konnten wir China offiziell verlassen. Danach ging es zurück in denselben Zug, und nach ein paar Minuten Fahrt stand das gleiche Prozedere erneut an – diesmal auf laotischer Seite. Leider wollten sie uns in Laos nicht mit unserem Sackmesser und Philippes Deo einreisen lassen. Der Nachteil bei Zugreisen ist, dass man solche Dinge nicht wie im Flugzeug einfach im Aufgabegepäck verstauen kann.
Vor der Passkontrolle waren wir etwas nervös, da wir uns beim Visum unsicher waren. Zwar hatten wir die Informationen von offiziellen und verlässlichen Seiten, trotzdem überraschten uns die Einreisebestimmungen für Schweizer ein wenig. Während fast alle europäischen Länder ein Online-Visum für 30 Tage beantragen und bezahlen müssen, können Leute aus der Schweiz Laos ohne Visum für 15 Tage besuchen. Dieses Abkommen besteht neben der Schweiz nur noch für Luxemburg und Japan – also etwas Spezielles. Das fand auch der Angestellte bei der Passkontrolle. Es dauerte eine ganze Weile, bis ihm klar war, dass wir visumfrei einreisen dürfen. Schliesslich konnten wir das Land aber betreten und die Weiterfahrt mit dem Zug antreten.
Luang Prabang
Unser erster Stopp in Laos war der touristische Ort Luang Prabang. Obwohl der Tourismus in Laos langsam zunimmt, war bei uns trotzdem noch sehr wenig los. Das absolute Highlight in Luang Prabang ist der Nachtmarkt, der jeden Tag stattfindet.


Ob westliche Gerichte wie Pizza und Burger, lokales Essen, Desserts oder frische Fruchtsäfte – dort findet jeder etwas. Wir haben den Markt mehrmals besucht und immer sehr lecker gegessen.
Unsere zwei Tage vor Ort haben wir mit verschiedenen Ausflügen oder am Pool verbracht.

Am ersten Tag waren wir hauptsächlich zu Fuss unterwegs und haben drei kleinere Tempelanlagen besucht. Der Buddhismus hier erinnerte uns wieder mehr an Thailand und unterschied sich doch stark von den Tempeln in Shangri-La. Mönche haben wir aber auch hier immer wieder gesehen.





Am frühen Morgen findet jeweils der Almosengang der Mönche statt. Dabei laufen sie bei Sonnenaufgang durch die Strassen und erhalten von den Menschen kleine Spenden, meist in Form von Reis. Laos gehört dem Theravada-Buddhismus an, bei dem Mönche weder kochen noch Geld besitzen dürfen. Sie leben ausschliesslich von dem, was ihnen gespendet wird. Ob dies in Luang Prabang noch strikt eingehalten wird, wissen wir nicht – aber der Brauch am frühen Morgen findet weiterhin täglich statt.



Am zweiten Tag haben wir uns einen Roller gemietet und sind zu einem grossen Wasserfall gefahren. Die Fahrt zog sich und es war extrem heiss. Trotzdem hat es uns der Wasserfall nicht besonders angetan, um darin zu baden. Da es noch das Ende der Regenzeit war, führte er sehr viel Wasser und war dadurch braun gefärbt – nicht besonders einladend. Dennoch war der Besuch und die Abkühlung durch den Sprühnebel sehr angenehm.



In Laos gibt es unglaublich viele Aussichtspunkte – so natürlich auch in Luang Prabang. Wir sind zum Sonnenuntergang die Treppen auf den Hügel mitten in der Stadt hochgestiegen und waren nicht die Einzigen mit dieser Idee. Für den traumhaften Ausblick und den wunderschönen Sonnenuntergang hat sich der Aufstieg und sogar das Gedränge oben aber gelohnt.



Nong Khiaw
Mit einem vollgestopften Minivan ging es für uns weiter zum nächsten, etwas nördlicher gelegenen Stopp: Nong Khiaw. Als wir einstiegen, war im Shuttle noch genügend Platz und der Fahrer hatte das ganze Gepäck auf die hinterste Sitzreihe geworfen. Wir freuten uns noch, dass der Van wohl nicht voll ausgebucht war und so Platz für das Gepäck blieb. Doch wir lagen falsch. Die restlichen Plätze wurden noch vergeben und das Gepäck musste irgendwie im Gang verstaut werden.

Es ist uns immer wieder ein Rätsel, weshalb in diesen Vans nie Platz fürs Gepäck eingeplant wird – bei unserem konnten wir es nicht einmal aufs Dach binden. Eingepfercht ging es für fünf Stunden über eine Strasse, die eher einer Schlaglochpiste glich. Gut durchgeschüttelt kamen wir schliesslich in Nong Khiaw an.
Nong Khiaw liegt wunderschön eingebettet zwischen beeindruckenden Karstfelsformationen am Fluss.



Wir hatten uns für die Zeit vor Ort wieder einmal eine traumhafte Unterkunft gebucht – etwas ausserhalb des Ortes, direkt am Fluss gelegen. Oder besser gesagt: im Fluss. Es waren schwimmende Hütten.




Gibt es einen perfekteren Ort, um unser einjähriges Reisejubiläum zu feiern? Die Tage dort haben wir grösstenteils in unserer Hütte mit Lesen, Fahrrad fahren, Entspannen und Baden verbracht.



1 Jahr on tour
Wir können kaum glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Jetzt sind wir tatsächlich bereits über ein Jahr unterwegs und das Ende unserer Reise kommt immer näher. Wir durften wunderschöne Orte besuchen, tolle Bekanntschaften machen und das beste Essen geniessen – alles in allem eine perfekte Zeit. Natürlich gibt es immer wieder Kleinigkeiten, die nicht so laufen: Verspätungen bei Transportmitteln, kleine Magen-Darm-Verstimmungen oder Erkältungen, viel Regen, Herausforderungen mit Sprache und Kultur oder auch mehr Reibungspotenzial in unserer Beziehung.
Obwohl wir das Reisen lieben, freuen wir uns mittlerweile auch wieder auf Zuhause. Wir vermissen einen geregelten Alltag, das unkomplizierte Vorbereiten von Essen – einfach kochen, worauf wir Lust haben –, und natürlich am meisten Familie und Freunde. Jetzt geniessen wir aber die letzten zwei Monate in vollen Zügen und lassen es uns gut gehen.
Muang Ngoi
Von Nong Khiaw ging es für uns etwa eine Stunde flussaufwärts in das kleine Dorf Muang Ngoi. Dieser Ort ist zwar nicht mehr der absolute Geheimtipp, gehört aber sicher immer noch zu den weniger besuchten Orten in Laos. Wirkliche Pläne hatten wir nicht – wir wollten einfach alles auf uns zukommen lassen. Die meisten reisen nur für eine Nacht dorthin, was eigentlich auch ausreicht. Wir wollten es jedoch gemütlich angehen und hatten zwei Nächte in einem einfachen Homestay gebucht. Nach der Traumunterkunft in Nong Khiaw war das schnell wieder ein Zurück in die Realität für uns, aber das Zimmer war völlig ausreichend, und das dazugehörige Restaurant bot eine tolle Aussicht auf den Fluss.
Am Nachmittag besuchten wir den Aussichtspunkt oberhalb des Dorfes.


Beim Schlendern durch die Hauptstrasse– und so ziemlich die einzige Strasse im Ort – entdeckten wir das Schild „Kochkurs“ bei einem Restaurant und meldeten uns spontan für den nächsten Tag an. So ging es für uns am nächsten Morgen wieder einmal selbst in die Küche.




Wir konnten beide unser Hauptgericht selber wählen. Für Philippe gab es ein Kartoffelcurry und ich habe mich für ein Gemüse-Suzi entschieden, was sich jedoch als sehr ähnlich zu einem Curry herausstellte, nur mit anderem Gemüse. Als Vorspeise haben wir frische Frühlingsrollen – auch bekannt als Sommerrollen – selbst gerollt und das Menü mit einem klassischen Mango Sticky Rice abgerundet. Das Kochen der einzelnen Gerichte dauerte nicht allzu lange und wir hatten viel Spass dabei. Das Resultat sprach für sich und wir haben uns fest vorgenommen, die Rezepte zu Hause erneut auszuprobieren.
Viel mehr haben wir in Muang Ngoi ehrlich gesagt auch nicht gemacht. Wir sind viel herumspaziert, auch etwas ausserhalb des Dorfes, und haben die Zeit auf der Terrasse des Restaurants beim Spielen genossen.




Nong Khiaw 2.0
Mit dem Boot ging es anschliessend wieder flussabwärts zurück nach Nong Khiaw. Dort hatten wir noch einmal die gleiche Unterkunft für eine Nacht gebucht. Da wir das grosse Gepäck im Hotel lassen konnten, haben wir den Aussichtspunkt über Nong Khiaw direkt nach der Bootfahrt besucht, bevor wir zurück in unsere schwimmende Hütte gingen und dort den Rest des Tages ausklingen liessen.



Wie es von Nong Khiaw aus weiterging, erzählen wir euch dann im nächsten Bericht.
Entdecke mehr von swizzontour
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
