Nationalpärke in China

Wie bereits angekündigt, ging unsere Reise an einen ganz besonderen Ort. Dafür mussten wir zunächst diesen Planeten verlassen und sind auf einem Mond gelandet – Pandora. Wer jetzt noch nicht weiss, was das genau sein soll, muss sich noch ein wenig gedulden.

Zhangjiajie Nationalpark

Neben den Grossstädten ist China natürlich auch bekannt für seine faszinierende Natur und unglaublichen Landschaften. Wir wollten eine gute Mischung aus beidem auf unserer Reise haben, weshalb wir auch drei Nationalparks besucht haben. Der erste Nationalpark, den wir erkundeten, war der Zhangjiajie Nationalpark – einer der Hauptgründe für unsere Reise nach China. Über Social Media wurden wir vor einigen Jahren auf diesen Ort aufmerksam, und er liess uns seitdem nicht mehr los. Nun sollten wir tatsächlich bald die Aussicht mit eigenen Augen erleben.

Der Ausflug begann in Wulingyuan, einem Teil der Stadt Zhangjiajie, der der beste Ausgangspunkt für den riesigen Nationalpark ist. Der Zhangjiajie Nationalpark hat mehrere Routen und erfordert eine gewisse Vorbereitung, um sich zurechtzufinden.

Wir hatten bereits von Philippes Schwester und ihrem Mann einige nützliche Tipps bekommen und auch im Hotel wurde uns noch einmal erklärt, wie der Park aufgebaut ist und wie wir am besten vorgehen sollten. Die Tickets haben wir über das Hotel gebucht. Diese sind beim ersten Check-in mit dem Pass verknüpft und danach erfolgt die Kontrolle nur noch per Gesichtserkennung. Innerhalb des Parks gibt es verschiedene Strecken mit dem Shuttlebus, der im Ticketpreis enthalten ist. Auch eine Fahrt im Lift und drei Fahrten mit der Gondel waren in unserem Ticket enthalten – dies hängt jedoch vom gewählten Ticket ab.

Reise nach Pandora

Am ersten Tag sind wir um 7 Uhr gestartet. Die Vorfreude war gross, aber auch die Nervosität. Der Wetterbericht und das Wetter am frühen Morgen waren leider alles andere als motivierend. Mal abwarten, ob wir überhaupt etwas zu sehen bekommen würden.

Ohne anstehen zu müssen, konnten wir direkt den Shuttlebus zum Aufzug nehmen. Der Aufzug, der entlang einer Felswand gebaut wurde, ist der längste Glasaufzug der Welt und bot uns bereits die erste spektakuläre Aussicht auf die Landschaft.

Oben angekommen wurden wir zwar von leichtem Nebel empfangen, aber es war noch etwas Sicht vorhanden. Zu Fuss ging es nun von einer Aussichtsplattform zur nächsten, doch die Sicht wurde immer schlechter. Trotzdem erhaschten wir einen ersten Blick auf die berühmten Halleluja-Berge aus dem Film Avatar. Dieser spielt auf dem Mond Pandora – das Rätsel ist also gelöst. 😉

Im Film tauchen immer wieder animierte Ausschnitte der Halleluja-Berge auf, die von der Landschaft im Zhangjiajie Nationalpark inspiriert wurden. Die Steinsäulen sehen teilweise aus wie schwebende Berge.

Bereits zu Beginn waren wir fasziniert von dieser wunderschönen Aussicht und fühlten uns den blauen Na’vi aus dem Film verbunden. Nach etwa zehn Minuten war nichts mehr zu sehen, also setzten wir unseren Weg fort, ohne genau zu wissen, was um uns herum war.

Während des Gehens hörten wir immer wieder das Schreien der wenigen Chinesen vor Ort und dachten, dass sie vielleicht versuchten, den Nebel zu vertreiben. Es hat jedenfalls funktioniert – plötzlich lichtete sich der Nebel und die gesamte Umgebung wurde sichtbar. So liefen wir den ganzen Weg zurück und starteten das Ganze noch einmal – diesmal mit besserer Aussicht.

Wir gehen hier nicht auf jeden einzelnen Punkt ein, den wir besichtigt haben. Wir haben auf der Hochebene verschiedene Abschnitte mit dem Shuttlebus zurückgelegt, sind immer wieder herumgelaufen und haben uns mit dem wechselhaften Wetter arrangiert.

Die Aussicht war dennoch immer wieder spektakulär. Den erneut auftauchenden dichten Nebel haben wir beim Mittagessen abgewartet. Am Nachmittag begann es zu regnen, doch die Sicht wurde dadurch wieder besser, und wir erhaschten noch einen letzten Blick auf die beeindruckende Kulisse, bevor wir mit der Gondelbahn zurück ins Tal und zum Hotel fuhren.

Wir waren mit dem ersten Tag sehr zufrieden, da wir trotz des schlechten Wetters immer wieder schöne Aussichten geniessen konnten und die spektakulären Felsformationen bestaunten.

Die Tickets sind für vier Tage gültig, sodass wir auch am nächsten Tag erneut in den Park gingen und weitere Abschnitte besuchten. Leider war das Wetter am zweiten Tag nicht auf unserer Seite, und wir sahen so gut wie nichts – von Anfang an regnete es. Ausgestattet mit Regenschirm, Regenjacke und wasserdichten Überschuhen waren wir jedoch vorbereitet. Trotzdem wurde es irgendwann sehr kalt und ungemütlich, sodass wir nach dem Mittagessen frühzeitig zurück ins Hotel fuhren.

Natürlich hätten wir uns besseres Wetter für den Nationalpark gewünscht – anderthalb Tage von zwei waren ohne Sicht und von Regen begleitet. Aber wir hatten trotzdem eine gute Zeit, und am ersten Tag gab es immer wieder tolle Aussichten. Wir liessen uns die Stimmung nicht vermiesen und machten das Beste daraus. Da wir nicht mehr in der Hochsaison unterwegs waren, war der Nationalpark teilweise wie ausgestorben. Wir mussten keinen einzigen Moment anstehen und hatten nie mit grossen Menschenmassen zu kämpfen, was natürlich auch einen grossen Vorteil darstellte.

Tianmen Mountain

Der zweite Nationalpark auf unserer Liste lag in derselben Stadt, allerdings auf der anderen Seite. Dafür haben wir das Hotel gewechselt, um am nächsten Morgen nicht so einen weiten Weg zur Gondelstation zu haben. Wir haben uns bewusst entschieden, zwischen den beiden Nationalparks einen Tag Pause einzulegen – um das Hotel zu wechseln, eventuell Wäsche zu waschen und einfach, weil wir es gerne etwas gemütlicher angehen wollten. Leider hat sich das als grosser Fehler herausgestellt. Der Tag, an dem wir die Hotels gewechselt haben, war ein absoluter Traumtag. Obwohl die Wettervorhersage für diesen Tag ebenfalls nicht vielversprechend war, erwartete uns am Nachmittag strahlend blauer Himmel und warme Temperaturen. Wir waren ziemlich enttäuscht und genervt, dass wir das Ticket bereits für den darauffolgenden Tag gebucht hatten und unser Programm somit nicht umstellen konnten. Ausserdem lagen die Berge weiterhin in den Wolken, weshalb wir uns eingeredet haben, dass es oben sowieso nicht besser sein würde.

Bei Regen und Wind ging es am nächsten Tag also erneut in aller Frühe auf die lange Gondelfahrt in Richtung Tianmen Mountain. Oben angekommen, verging uns die Lust komplett auf den Ausflug. Es war extrem kalt und ungemütlich.

Eigentlich kann man ab der Gondelstation einen Rundweg laufen, und erst dann geht es mit der Rolltreppe weiter. Wir haben jedoch auf den gesamten Rundweg verzichtet und sind nur bis zum Glasbodenweg gegangen, der bei diesem Wetter natürlich keine Aussicht bot. Für Philippe mit leichter Höhenangst war das vielleicht gar nicht so schlecht. Nach dem Glasbodenweg sind wir direkt zur Rolltreppe weitergegangen, die uns über einen langen Tunnel nach unten zum berühmten Loch im Tianmen Mountain führte.

Dort hatten wir die Wahl, mit einer weiteren Rolltreppe nach unten zu fahren oder über eine lange Treppe den Weg zu Fuss zurückzulegen. Trotz des schlechten Wetters haben wir uns entschlossen, die Treppe zu nehmen und konnten immer wieder durch den Nebel hindurch erahnen, was sich rund um uns abspielte.

Unten angekommen war unsere Laune ziemlich am Boden, und wir wollten nicht mehr weiter oben bleiben, da uns mittlerweile wirklich kalt war. So sind wir mit einer anderen Gondelbahn nach unten gefahren, mit einem Shuttlebus zurück zum Ausgangspunkt der ganzen Tour und direkt ins warme Zimmer, um uns aufzuwärmen.

Dieser Tag war wettertechnisch der schlechteste, trotzdem sind wir stolz auf uns, dass wir es probiert haben und das Loch zumindest durch den Nebel hindurch gesehen haben. Langsam dachten wir, dass es vielleicht bald besseres Wetter geben würde – aber Spoiler: Das war noch nicht der Fall. Den nächsten Ort mit schlechtem Wetter lassen wir jetzt aber aus und gehen direkt zum letzten Nationalpark, den wir in China besucht haben.

Fanjing Shan

Wir wollten noch nicht aufgeben und hofften, dass wir doch noch einen schönen Tag in den Bergen von China erleben würden – und was sollen wir sagen, es hat geklappt! Zuerst überlegten wir, diesen Ort auszulassen, da die Wettervorhersage immer noch nicht besonders vielversprechend war. Doch wir hatten tatsächlich Glück, es blieb trocken, und wir waren sehr froh, dass wir unsere Route so durchgezogen haben, wie wir es ursprünglich geplant hatten.

Der Fanjing Shan ist ein spirituell bedeutender Berg in China. Schnell wurde uns klar, dass dieser Berg unter westlichen Touristen weniger bekannt ist als die anderen beiden Nationalparks. Wir konnten nur wenige Informationen darüber finden und mussten spontan bleiben, in der Hoffnung, dass wir alles vor Ort regeln würden.

Mit dem Zug sind wir nach Tongren gefahren und mussten vor Ort schauen, ob es einen Bus nach Fanjing Shan gibt. Zum Glück war es schliesslich doch einfacher als gedacht, und der richtige Busbahnhof war direkt beim Bahnhof. Mit einem engen, vollgestopften kleinen Shuttlebus ging es dann in die bergige Landschaft des Fanjing Shan Nationalparks. Direkt nach der Ankunft haben wir uns um die Eintrittskarten gekümmert, die für ausländische Touristen nur vor Ort erhältlich sind. Auch das Weiterfahrtticket für den Bus haben wir gleich besorgt und so alles organisiert.

Wir haben eine Nacht vor Ort gebucht und wollten nach dem Besuch des Parks noch weiterreisen. Der Ort selbst ist winzig klein, hat nur wenige Restaurants und Hotels und war abends völlig ausgestorben.

Am nächsten Morgen ging es erneut früh los zum Nationalpark. Mit einem Shuttlebus wurden wir vom Eingang zur Gondelstation gefahren, und dann ging es nach oben. Die Sicht war nur so lala, aber immerhin war es trocken. An der Bergstation angekommen, ging es dann über hunderte von Treppenstufen nach oben. Je weiter wir aufstiegen, desto besser wurde die Sicht, und unsere Motivation stieg ebenfalls.

Beim Fanjing Shan gibt es drei zentrale Aussichtspunkte. Unser Weg führte uns als erstes zum Mushroom Rock, einer Felsformation, die an einen Pilz erinnern soll. Wir hätten die Form jetzt nicht so gedeutet, aber eine spannende Felsformation war es trotzdem.

Über Treppen runter ging es dann weiter zum Red Cloud Golden Summit, für den wir erneut die Treppen hochsteigen mussten. Von der Gondelstation bis zum Gipfel sind es etwa 1000 Treppenstufen, die restlichen 7000 haben wir uns dank der Gondel gespart – was uns sehr recht war.

Der Aufstieg zum Gipfel führte über sehr abenteuerliche Stufen, mit steilen Abhängen und engen Passagen – eine grosse Herausforderung für Philippe mit seiner Höhenangst.

Oben angekommen, befinden sich auf den beiden Spitzen zwei kleine Tempel, die durch eine Steinbrücke miteinander verbunden sind. Einmal mehr mussten wir jedoch feststellen, dass nicht alles so ist, wie es auf Social Media dargestellt wird. Das klassische, bekannte Bild des Fanjing Shan Berges ist eine Aufnahme mit einer Drohne, und als Mensch kann man diese Perspektive so nicht selbst erleben – was doch enttäuschend war. Wie in vielen anderen Nationalparks in China werden Fotos gemacht, die später gekauft werden können. Obwohl unser Bild nicht wirklich gelungen ist, fanden wir es irgendwie lustig, und es war wirklich sehr günstig – also haben wir das Bild mit der falschem Motiv auch gekauft. Die gesamte Aussicht vom Gipfel aus war jedoch sehr beeindruckend, weshalb sich der Aufstieg dorthin auf jeden Fall gelohnt hat.

Auf der anderen Seite des Berges mussten wir dann die ganzen Stufen wieder hinunter – eine erneute Herausforderung, da die Treppen wirklich sehr steil gebaut waren, aber eine schöne Aussicht auf einen Tempel boten.

Da wir insgesamt doch viel schneller vorankamen, entschieden wir uns, noch den Old Golden Summit zu besteigen, der genau gegenüber liegt. Wieder einmal erklommen wir diesen Gipfel über Treppenstufen und waren danach langsam müde vom ganzen Treppensteigen.

Schliesslich ging es hinunter zur Bergstation der Gondel, und wir fuhren zurück ins Tal, wo wir zufrieden unseren Besuch im Fanjing Shan beendeten und nach einem Mittagessen mit dem Bus weiterfuhren.

Wir hatten Glück, dass wir so früh aufgestanden sind. Am Ende war es doch deutlich voller, und beim Aufstieg zum Red Cloud Golden Summit bildeten sich bereits lange Schlangen. Unter den vielen Menschen trafen wir insgesamt genau zwei westlich aussehende Touristen – und wie soll es anders sein, es waren ebenfalls Schweizer.

Fazit

Welcher dieser drei Nationalparks uns nun am besten gefallen hat, lässt sich schwer sagen. Natürlich war das Wetter beim Fanjing Shan am besten, was diesen Ausflug wahrscheinlich zu unserem besten gemacht hat. Aber auch die anderen beiden Orte haben uns trotz des schlechten Wetters gefallen. Alle drei Orte sind so unterschiedlich und absolut einen Besuch wert. Die Besuche in den Nationalparks waren eine tolle Abwechslung zu den Städten und haben uns eine ganz andere Seite von China gezeigt. Alles war super gut organisiert, und grösstenteils war alles auch auf Englisch ausgeschildert, sodass wir uns gut zurechtfanden. In allen Parks gibt es ausreichend Verpflegungsoptionen, im Zhangjiajie Park sogar einen McDonald’s.

Falls das Laufen zu anstrengend sein sollte, gibt es auch die Möglichkeit, sich hochtragen zu lassen. Wir haben sogar Leute gesehen, die eine Art Roboterbeine trugen, um sich das Laufen zu erleichtern – was es nicht alles gibt in China. Für all jene, die die Parks zu Fuss erkunden, gibt es im Ort ausserhalb der Parks unzählige Massagesalons, aber ich habe die notwendige Wadenmassage von Philippe höchstpersönlich erhalten und musste nicht einen aufsuchen. Danke an dieser Stelle an meinen persönlichen Physiotherapeuten. 😉

China hat sich landschaftlich von seiner besten Seite gezeigt. Die Natur ist wunderschön, und wir sind unglaublich dankbar, so traumhafte Orte auf unserer Reise erleben zu dürfen.


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