Reisen in Südkorea

Wie immer geben wir euch auch ein paar Einblicke, wie wir die Leute und Kultur wahrgenommen haben und wie das Reisen im Land war.

Dass uns Südkorea sehr gut gefallen hat, habt ihr ja schon mitbekommen. Dies liegt unter anderem auch daran, dass es unglaublich einfach war, es zu bereisen. Züge zwischen den Städten verkehren mehrmals täglich und können online gebucht werden. Für die Busse haben wir am Busbahnhof direkt das Ticket gekauft, was absolut kein Problem war. Innerhalb der Städte werden die ÖVs mit der T-Money-Karte bezahlt, welche an den grossen U-Bahn-Stationen oder in kleinen Supermärkten gekauft und aufgeladen werden kann. Diese Karte ist im ganzen Land gültig, sodass nur eine Karte für alle Orte benötigt wird.

Alle Stationen werden auf Englisch angekündigt und angeschrieben, und wir hatten mehrheitlich WLAN an den Stationen oder in den ÖVs selbst. Navigieren konnten wir über eine eigene App (Naver) für Südkorea, die super einfach funktioniert hat und uns immer gut zum Ziel gebracht hat. Es braucht zwar zwei, drei Vorkehrungen, die extra für Südkorea notwendig sind, diese sind aber einfach zu bekommen und funktionieren danach super einfach für Reisen. Es lohnt sich also, die Hauptstadt auch mal zu verlassen. Es funktioniert alles einfach, die Strecken sind nie sehr lang und es gibt viele schöne Orte zu besuchen. Obwohl Südkoreaner relativ geregelt unterwegs sind, zum Beispiel beim Anstehen, fahren die Busfahrer rücksichtslos und unangenehm schnell. Wir fühlten uns ein bisschen zurück nach Indonesien versetzt, wo es ab und zu spannend war, ob es bald knallt – was zum Glück auch in Südkorea nie der Fall war.

Eine andere Welt

Wir haben Korea als sehr fortschrittlich wahrgenommen, was ja auch nicht ganz überraschend ist. Die Klos waren teilweise beheizt und hatten verschiedenste Funktionen, es gab teilweise Roboterwagen, die das Essen transportierten, und alles ist auf dem modernsten Stand der Technik. Ampeln werden auch am Boden angezeigt, für alle, die auf ihr Handy schauen und so trotzdem mitbekommen, wenn der Weg frei ist für Fussgänger. Die Orte waren immer sehr sauber, Abfalleimer suchten wir aber immer vergeblich. Dass der Abfall trotzdem nicht auf der Strasse landet, fanden wir sehr beeindruckend. In jedem Zimmer hatten wir Hausschuhe und Schlappen für die Dusche bereits bereit. Meistens gab es im Zimmer auch einen kleinen Eingangsbereich mit zusätzlicher Tür zum eigentlichen Schlafzimmer.

Wir waren erstaunt, dass sie auch teilweise in der Nachhaltigkeit fortschrittlich sind. Philippe möchte in jedem Land mindestens einmal den McDonald’s besuchen. In Südkorea, das einzige Land, bei dem das bisher so war, werden die Getränke in wiederverwendbaren Gläsern serviert, solange im Lokal gegessen wird. Auch bei Starbucks werden alle Getränke vor Ort in richtigen Gläsern serviert – das kennen wir ansonsten, wenn überhaupt, nur von den heissen Getränken in Tassen.

Typisch Südkorea

Wir beide hatten bereits ein paar Bilder im Kopf, wenn wir über Südkorea gesprochen haben. Neben den Ortschaften waren das die Fotoautomaten, Spielhallen, K-Pop und Gesichtspflege. Alle diese Punkte haben sich vor Ort wirklich bestätigt. An jeder Ecke lassen sich Fotoautomaten finden, bei denen Verkleidungen wie Sonnenbrillen, Hüte oder Oberteile sowie eine Stylingecke mit Lockenstab und Glätteisen für die Haare angeboten werden. Auch wir mussten immer wieder solch einen Automaten besuchen und haben verschiedene Verkleidungen ausprobiert und hatten grossen Spass dabei.

Noch mehr Spass hatten wir aber an den ganzen Spielhallen. Ob Greifarme, Airhockey, Tanz- und Trommelspiele, verschiedenste Fahrzeuge für Rennen oder Action-Spiele mit Gewehren, alles war dabei. Wir verbrachten doch mehr Zeit darin, als uns teilweise lieb war – das Wetter war aber auch schlecht und wir mussten eine Beschäftigung für drinnen finden. 😉

Auch etwas Zeit verbrachten wir beim Performen unserer Gesangskünste in den Karaokebuden. Dabei wird in einer kleinen Kabine Geld für eine gewisse Anzahl Songs reingesteckt. Die Performance beinhaltet keine Zuschauer, da es alles einzelne Kabinen sind, was bei uns sicher die Hemmungen genommen hat und wir mit vollstem Gefühl die Songs gesungen haben.

Ein paar K-Pop-Songs durften natürlich auch nicht fehlen. Für alle, die gerade nicht wissen, was K-Pop überhaupt bedeutet, hier eine kurze Erklärung: Als K-Pop wird die Musikszene aus Korea bezeichnet, die über die Jahre immer mehr Ansehen in der ganzen Welt erhalten hat. Dabei geht es nicht nur um die Musik selbst, sondern das gesamte Paket mit Tanz, Mode und Show. Aus diesem Grund wurde es auch vor allem durch Social Media so gross. Ganz weit vorne mit dabei sind die Gruppen Blackpink und BTS, wobei es in Korea unendlich viele solche Gruppen gibt, die aber nicht alle den Sprung auf die Weltbühne gleich gut geschafft haben. In Südkorea gibt es an jeder Ecke Fanartikel zu kaufen, vor allem in Seoul ganze K-Pop-Läden.

Ein weiterer Laden, der an jeder Ecke auftaucht, ist Olive Young. Wer sich etwas mit Kosmetik auskennt, weiss vielleicht, dass Südkorea sehr bekannt ist für seine Gesichtspflegeprodukte, auch bekannt unter dem Begriff K-Beauty. In Südkorea gilt makellose Haut als Schönheitsideal und es wird viel dafür gemacht, egal welches Geschlecht. Da Südkorea sehr viel in die Forschung und Entwicklung dieser Beauty-Produkte investiert, sind diese auch weltweit so bekannt. In Südkorea ist das Preis-Leistungs-Verhältnis für diese Produkte extrem gut, weshalb viele Touristen Unmengen dieser Produkte kaufen. Ein weiterer Vorteil ist, dass in Südkorea direkt im Laden der Pass angegeben werden kann, um dann am Flughafen die Mehrwertsteuer zurückzuholen. Für die kleinen Beträge, die wir in Südkorea für Einkäufe ausgegeben haben, hat sich das natürlich nicht gelohnt. Trotzdem haben auch wir ein paar Gesichtsmasken ausprobiert und Augenpads aus Versehen in jeweils 30er-Packungen gekauft, die uns sicher noch eine Weile auf unserer Reise begleiten werden.

SüdkoreanerInnen

Wir haben die Südkoreaner als sehr höflich und freundliche Leute wahrgenommen. Sie haben uns bei Bedarf stets geholfen und waren sehr bemüht. In den meisten kleinen Läden oder Restaurants funktionierte die einfache Kommunikation auf Englisch, was es sehr angenehm gemacht hat. Südkoreaner wirkten auf uns wie sehr gepflegte Menschen, die grossen Wert auf ihr Äusseres legen. Die Mode, vor allem unter den Jungen, ist ausgefallen und auffällig. Haarwickler zum Beispiel sind ein Modetrend, den die Leute drin lassen, und so spazieren sie durch die Stadt. Auch in den Läden konnten wir die grossen Unterschiede zu unserer Mode sehen. Accessoires, die wir noch nie gesehen haben, wurden verkauft, und Kleidung, die direkt aus einem K-Pop-Video stammen könnte, wurde von Schaufensterpuppen präsentiert. Sicher ein Teil der Kultur, der genauso wie die Tempel eindrucksvoll war, zu sehen und kennenzulernen. Da Südkoreaner versuchen, die Sonne zu meiden, gab es bei den meisten Fussgängerstreifen Sonnenschirme, die Schatten spenden.

Geraucht wird zwar in Südkorea, wahrscheinlich auch mehr als wir gesehen haben. Dies wird jedoch nicht öffentlich gemacht, sondern heimlich in den Seitengassen.

Essen

Das Essen in Südkorea ist sehr fleisch- und fischlastig und japanisch angehaucht. Das traditionelle Gericht, das wir am häufigsten gegessen haben, ist Bibimbap. Dabei wird eine Schüssel mit Reis serviert, die mit verschiedenen Gemüsesorten wie Wasserspinat, Karotten, Pilzen und typischerweise mit Rinder-Tartar und einem Eigelb getoppt wird. Dazu werden meistens eine kleine Brühe, das bekannte Kimchi und noch weitere fermentierte Gemüse serviert. Das gesamte Gericht lässt sich auch gut vegetarisch ohne Fleisch bestellen.

Ansonsten werden viele Nudelsuppen angeboten, diverse Variationen von Fleisch und Fisch sowie eine koreanische Art von Sushi. In Restaurants oder Cafés gibt es eigentlich immer kostenloses Wasser dazu – eine tolle Sache, bei der sich die Schweiz noch eine Scheibe abschneiden könnte.

Auch bei süssen Leckereien ist Südkorea vorne mit dabei. An jeder Ecke lassen sich eine Art gefüllte Waffel mit „red bean paste“ (eine Paste aus gesüssten Kidneybohnen) oder mit Käse finden. Croffles (ein gewaffletes Croissant) darf in einem guten Kaffee in Südkorea nicht auf der Speisekarte fehlen.

In Seoul war nahe unserer Unterkunft ein Streetfood-Markt am Abend, in dem wir uns meistens ein kleines Dessert gönnten.

Wir hatten bis auf ein Gericht, bei dem wir nicht wussten, was wir genau bestellt hatten und es uns absolut nicht geschmeckt hatte, immer sehr lecker gegessen. Wirklich exotisch waren wir aber beide nicht unterwegs. Die ganzen Speisen aus dem Meer oder Hühnerfüsse und Schweinsgehirn haben uns beide jetzt nicht sehr gereizt. 😉

Wer in Südkorea in Restaurants essen gehen möchte, sollte die Öffnungszeiten im Auge behalten. Südkoreaner essen sehr früh, und dementsprechend schliessen die meisten Restaurants um 21:00 Uhr, auch in den grossen Städten.

Südkorea war für uns bisher das teuerste Land in Asien. Obwohl natürlich die Preise im Vergleich zur Schweiz immer noch gut sind, war es nach ultra-günstigen Ländern wie Indonesien und Malaysia doch sehr teuer, und wir mussten uns an neue Preise für Unterkünfte und Verpflegung gewöhnen. Wir haben uns aber nichts vergönnt und trotzdem alles gemacht, gegessen und gekauft, worauf wir Lust hatten. Und unserer Meinung nach sollte das Reisen genau so sein. Natürlich können wir auch unterwegs mal auf etwas verzichten, aber wir sind der Meinung, dass wir lieber am Schluss einen Monat weniger lange reisen und dafür nicht am Schluss bereuen, geizig gewesen zu sein. Und das Geld ist uns bisher noch nicht ausgegangen und sollte es auch nicht, bis wir wieder nach Hause kommen. 😉

Verabschiedet wurden wir mit lautstarkem K-Pop über riesige Lautsprecher am Flughafen, was für ein gelungenes Ende dieser tollen Südkorea- Reise.


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