Nach unseren drei Monaten auf Bali waren wir wieder bereit, unsere Komfortzone etwas zu verlassen und in Indonesien weiter herumzureisen. Es stehen noch einige Inseln auf unserer Liste – mal sehen, für welche es am Ende unseres Visums noch reicht. Alle 17000 Inseln Indonesiens werden wir leider sowieso nicht erkunden können. Eine aber auf jeden Fall: Flores, wo wir uns nun befinden.
Ich war bereits 2017 auf Flores, allerdings nur im bekanntesten Teil rund um den Komodo-Nationalpark. Damals habe ich mit drei Freunden die mehrtägige Bootstour von Lombok nach Labuan Bajo gemacht. Ein tolles Erlebnis, aber nichts für Philippe, der schnell seekrank wird. Daher haben wir uns für einen Flug ab Bali entschieden. Voller Vorfreude auf Flores gaben wir unser Haus und unsere Roller zurück, checkten ein und warteten auf den Flug.
Doch beim Rollen Richtung Startbahn wurde das Flugzeug plötzlich rückwärts zurückgezogen – ein technisches Problem musste überprüft werden. Nach gefühlt ewigem Warten im heissen und stickigen Flieger mussten wir zurück ins Gate. Langsam wurden wir nervös, denn wir wollten unbedingt noch am selben Tag auf Flores ankommen. Schließlich, mit über drei Stunden Verspätung, war der Flieger durchgecheckt und freigegeben – und wir endlich unterwegs nach Flores.
Wegen der späten Ankunft sahen wir von Labuan Bajo zunächst nicht viel, dafür hatten wir aber auch später noch genügend Zeit.
Le Pirate Island
Kaum angekommen in Labuan Bajo, ging es für uns gleich weiter: Wir hatten für zwei Nächte eine Strandhütte auf der kleinen Insel Le Pirate im Komodo-Nationalpark gebucht, etwa eine Stunde Bootsfahrt vom Festland entfernt. Die Insel besteht nur aus Natur und der Unterkunft. Direkt bei Ankunft wurden wir von Babyhaien im Wasser begrüsst.



Zur Auswahl stehen dort Glamping-Zelte mit eigenem Bad oder Strandhütten mit Gemeinschaftsbad. Wir haben uns für die Hütte entschieden – nicht nur wegen des Preises, sondern weil wir es unglaublich fanden, in einer offenen Hütte direkt am Strand zu schlafen. Ein einzigartiges Erlebnis!



Auf der Insel gibt es nicht viel zu tun – genau das war unser Plan. Ursprünglich wollten wir erst am Ende unserer Flores-Reise dorthin, doch da die Unterkunft für die Sommermonate schnell ausgebucht ist, mussten wir vorbuchen und haben den Aufenthalt an den Anfang der Reise gelegt. So können wir nun auf Flores weiterhin flexibel unterwegs sein.





Die Insel war ein absoluter Traum, die Zeit verging viel zu schnell. Der Strand ist wunderschön, es stehen Kanus zur Verfügung und direkt vor der Haustür liegt ein schönes Riff zum Schnorcheln. Am Abend gibt es abwechslungsweise Filmabende mit Popcorn oder Lagerfeuer am Strand.




Leider mussten wir diesen kleinen Flecken Paradies bald wieder verlassen. Doch wir wussten, dass noch viele weitere Abenteuer auf uns warten würden – das machte den Abschied leichter.
Tagestour im Nationalpark
Zurück in Labuan Bajo wollten wir eine Tour durch den Komodo-Nationalpark organisieren. Wir entschieden uns, vor Ort zu buchen, da das oft günstiger ist. Das Angebot ist riesig, die meisten Anbieter bieten praktisch identische Touren an. Es war problemlos möglich, kurzfristig einen Platz zu finden.
Der Komodo-Nationalpark ist UNESCO-Weltnaturerbe – und das völlig zu Recht. Er besteht aus vielen Inseln mit Traumstränden, Dschungel, beeindruckender Unterwasserwelt – und den letzten Drachen der Erde, den Komodowaranen.
Die Tagestour startet früh morgens, damit alle sechs Stopps angefahren werden können. Am Hafen herrschte geschäftiges Treiben – alle Boote legen etwa zur gleichen Zeit ab, was es etwas chaotisch macht. Als wir unser Boot gefunden hatten, ging es los – erster Stopp: Padar Island.


Diesen Spot hatte wir 2017 auf der Tour ausgelassen, daher freute ich mich besonders darauf – auch wenn klar war, dass dort viele Touristen sein würden. Und ja, es war voll – aber die Aussicht von oben war trotzdem atemberaubend.



Nächster Halt: Pink Beach, ein Strand der durch winzige Korallenteile eine leicht rosa Farbe bekommt. Die rosa Farbe schimmert durch, so pink wie es auf Social Media teilweise gezeigt wird, war es aber nicht. Alle Boote legen in der gleichen Strandhälfte an. Die andere Hälfte ist komplett leer und unberührt. Wir sind wenige Minuten am Strand entlang spaziert und hatten diesen Abschnitt für uns alleine.




Natürlich gehört auch ein Stopp bei den Komodowaranen zur Tour. Obwohl wir nicht zwingend dorthin wollten, war es Teil des Programms. Auf Komodo Island machten wir eine kurze Führung und sahen mehrere Warane. Hübsch sind sie nicht, aber gefährlich: Ein Biss kann wegen der Bakterien im Speichel tödlich sein. Ein Gegengift gibt es vor Ort nicht. Die Ranger achten mehr oder weniger gut darauf, dass niemand zu nah herangeht. Trotzdem stürzen sich alle Touristen auf einen Waran für das perfekte Foto.


Es ist definitiv eine Touristenattraktion und kein Erlebnis mit freilebenden Tieren. Dies war auch der Grund, weshalb wir diesen Stopp eigentlich weglassen wollten und es kein tolles Erlebnis fanden.
Auf dem Weg zum Manta Point hielten wir kurz an einer Sandbank – perfekt für einen kurzen Schwumm. Danach ging es mit Maske, Schnorchel und Flossen ins Wasser, um Mantarochen zu beobachten. Wir hatten Glück – es waren nicht viele Touristen da und wir konnten drei Mantas einige Zeit lang beim Schwimmen zuschauen.



Obwohl wir bereits in Raja Ampat beim Tauchen welche gesehen hatten, waren wir erneut fasziniert von ihrer Eleganz. Leider mussten wir uns beim Schnorcheln immer wieder durch Müll im Wasser kämpfen, was dem Erlebnis einen kleinen Dämpfer verpasst hat.
Der letzte Schnorchel-Spot war weniger spannend – die Korallen waren noch ganz schön, aber wir sahen keine besonderen Tiere.

Alles in allem hat uns die Tour sehr gut gefallen. Sie gehört wohl zu den bekanntesten Touren in Indonesien und zieht unglaublich viele Leute nach Flores. Trotz der vielen Menschen hat es sich unserer Meinung nach gut verteilt. Unser Guide meinte, es sei noch nicht Hochsaison – wie es in der Hauptzeit aussieht, wollen wir uns aber gar nicht vorstellen.
Die Regierung versucht, den Tourismus etwas zu steuern. Fast alle Touren fahren dieselben Spots an, so bleiben viele Inseln unberührt – aber es konzentriert sich auch alles auf wenige Orte. Trotzdem waren wir froh, dabei gewesen zu sein – es ist wirklich ein wunderschöner Ort.
Labuan Bajo
Labuan Bajo ist der Ausgangspunkt für den Komodo-Nationalpark. Eine kleine Stadt, die alles bietet, aber nicht zu gross oder chaotisch ist – uns hat sie ein bisschen an Amed auf Bali erinnert. Viele Tauchschulen und eine entspannte Atmosphäre.



Da Philippe etwas erkältet war und Probleme mit dem Druck in den Ohren hatte, entschieden wir uns gegen einen Tauchgang. Schade, denn das Gebiet gilt als eines der besten Tauchreviere Indonesiens. Aber da wir ja bereits in einem der besten der Welt waren (Raja Ampat) und wir bei der Tour bereits Mantas gesehen haben, war es keine schwere Entscheidung. Weitere Top-Tauchspots in Indonesien sind ja noch geplant.
Stattdessen nutzten wir den freien Tag und erkundeten mit dem Roller die Umgebung.



Wir machten eine kleine Wanderung durch eine Höhle und besuchten Aussichtspunkte.




Am Nachmittag genossen wir den Hotelpool mit Traumaussicht. Abends entdeckten wir zufällig eine kleine Spielhalle im Hotel – zum Glück nicht bereits am ersten Tag, das hätte sicherlich unserem Budget geschadet. 😉

Von Labuan Bajo ging es dann weiter ins Landesinnere von Flores. Wir waren sehr gespannt, wie der Transfer laufen würde und was uns dort erwarten würde. Labuan Bajo ist mittlerweile sehr bekannt und touristisch – der Rest von Flores dagegen weiterhin wenig besucht. Was wir auf unserer Entdeckungstour in Flores erlebt haben und wie es mit dem Transfer geklappt hat– davon erzählen wir im nächsten Teil!
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