Unsere zehn Tage auf Lombok haben wir vielfältig gestaltet. Gestartet hat unsere Reise mit einem 20-minütigen Flug. Es gibt auch die Möglichkeit, mit dem Speedboat nach Lombok zu fahren. Philippe wird aber im Boot häufig schnell schlecht, und die Strecke ist für ihren starken Wellengang bekannt – weshalb wir uns für den Flug entschieden haben.
Tetebatu
Vom Flughafen aus ging es dann direkt etwas weiter in den Norden von Lombok – nach Tetebatu. Tetebatu wird häufig das „Ubud von Bali vor 20 Jahren“ genannt. Wir wissen natürlich nicht, wie Ubud vor 20 Jahren war, uns hat es aber eher an Munduk auf Bali erinnert. Es gibt viele Wasserfälle in der Gegend, es ist eine hügelige Landschaft, und das Leben ist noch viel einfacher und untouristischer. Tetebatu hat uns genau aus diesen Gründen sehr gut gefallen.


An unserem Ankunftstag haben wir die Gegend zu Fuss noch etwas erkundet und einen kleinen Spaziergang durch die Reisfelder gemacht. Unsere Drohne konnten wir bei dieser Traumaussicht nicht unten lassen und zogen so die Aufmerksamkeit der Kinder auf uns, die fasziniert zuschauen wollten.




Am nächsten Tag haben wir uns einen Roller gemietet und sind zuerst zum Affenwald gefahren. Dieser unterscheidet sich stark von dem auf Bali. Es ist ein Rundweg durch einen Wald, in dem Affen gesichtet werden können. Diese sind nicht an Touristen gewöhnt, werden nicht gefüttert und sind auch nicht so aufdringlich wie die in Ubud. Wir haben begeistert den Affen beim Herumtoben zugeschaut und uns durch den Dschungel gekämpft.



Nach dem Spaziergang ging es für uns etwa eine Stunde lang durch Reisfelder zu Wasserfällen.




Auf dem Weg hat es ganz kurz leicht geregnet, ansonsten hat sich das Wetter zum Glück gehalten. Am Wasserfall angekommen, mussten wir das Standard-Eintrittsgeld bezahlen, in dem ein lokaler Guide inbegriffen war. Zusammen mit diesem sind wir den Weg zum ersten Wasserfall hinuntergestiegen. Auf dem Weg hat er aus einem grossen Blatt eine Art Krone für mich gebastelt. Der Guide war voll in seinem Element und wollte unendlich viele Fotos und Videos von uns machen – es war etwas unangenehm, aber auch sehr lustig.




Wir gingen noch gemeinsam zum zweiten Wasserfall, der uns allerdings nicht sehr beeindruckt hat.



Für die weiteren zwei Wasserfälle wäre noch ein längerer Weg zu Fuss notwendig gewesen, den wir aber aufgrund der anstehenden Rinjani-Wanderung nicht machen wollten. Somit sind wir nach den zwei Hauptwasserfällen wieder zurück nach Tetebatu gedüst.
Am nächsten Morgen wurden wir bereits vom Fahrer der Rinjani-Trekkingtour abgeholt. Über dieses Abenteuer haben wir euch ja bereits erzählt.
Gili Asahan
Nach der grossen Anstrengung des Trekkings war für uns klar, dass wir zuerst Erholung am Strand brauchen würden. Daher haben wir ein kleines Bungalow auf der eher unbekannten Gili Asahan gebucht. Dies ist eine kleine Insel im Südwesten von Lombok und bietet etwas mehr „Luxus“, den wir uns nach der Wanderung nun gönnten.




Die kleine Anlage war wunderschön, die Erholung tat gut und das Essen war sehr lecker. Auch wenn unser Aufenthalt vor Ort leider nur zwei Nächte dauerte, sind wir froh, diese doch etwas abgelegene Insel besucht zu haben.



Unser letzter Stopp auf Lombok führte uns nach Kuta – nicht zu verwechseln mit dem Kuta auf Bali! Ich war bereits 2016 in Kuta, Lombok. Damals war dieser Ort noch sehr klein und erst langsam im Aufschwung. Bekannt ist der Ort vor allem fürs Surfen, was sich auch in der Atmosphäre zeigt: Es gab wieder viele Touristen, viele davon barfuss und ohne Helm unterwegs. Uns hat es etwas an Siargao auf den Philippinen erinnert.




Die Tage haben wir auf dem Roller verbracht und verschiedene Strände in der Umgebung erkundet. Ein kleiner Zwischenhalt bei der MotoGP-Strecke durfte für Philippe natürlich auch nicht fehlen.




Im Hotel hatten wir regelmässigen Besuch von Affen. Zuerst dachten wir, es seien Ratten auf dem Dach – obwohl es deutlich schwerer klang als eine Ratte. Tagsüber haben wir dann die Affen entdeckt und waren froh, dass wir keine unangenehmen Untermieter in unserem Häuschen hatten, sondern dass nur die Affen übers Dach gerannt sind.
Sasak- Kultur
In der Nähe von Kuta befindet sich eines von neun traditionellen Dörfern der Sasak-Leute auf Lombok. Die Sasak waren die ersten Bewohner Lomboks. Es gibt mittlerweile noch etwa 1800 Menschen, die diesem Volk angehören. Die Sasak-Kultur ist eine Mischung aus balinesischem Hinduismus und Islam. In ihrer Religion wird die Natur angebetet.
Einmal monatlich wird ihr Haus von allem Schlechten gereinigt. Dabei wird der Boden mit dem Mist der heiligen Kühe oder Büffel eingeschmiert. In ihrer Kultur wird mehrheitlich nur innerhalb des Klans geheiratet. Der Mann entführt seine Angebetete und kommt nach ein paar Tagen mit ihr zurück – und gibt im besten Fall die Verlobung bekannt. Wenn die Frau nicht möchte, muss der Mann eine Busse für die Entführung bezahlen. Aus Scham vor einer möglichen Abfuhr fragen die Männer die Frauen heutzutage häufig vorher, bevor sie sie „entführen“. Das gesamte Dorf ist so irgendwie miteinander verwandt – was dort völlig normal ist.
Das Sade-Dorf kann besucht werden. Es ist aber unserer Meinung nach eher ein Markt als ein authentisches Dorf. Jedes Haus hat einen kleinen Stand mit den typischen gewobenen Gütern im Sasak-Muster. Trotzdem war es interessant, etwas über diese Kultur zu erfahren und die Häuser anschauen zu können.


Wir hatten eine schöne Zeit auf Lombok. Wir finden aber, dass es nicht mehr der unberührte Geheimtipp ist, wie es auf Social Media häufig angepriesen wird. Der Norden ist noch deutlich untouristischer, der Süden schon viel pulsierender – auch wenn natürlich nicht mit dem Süden von Bali zu vergleichen. Trotzdem bin ich etwas erstaunt, wie stark der Tourismus in Lombok gewachsen ist. Kuta erinnerte mich kaum noch an das Kuta vor neun Jahren. Überall wird mittlerweile Eintritt verlangt, für jeden Strand mussten wir höhere Parkgebühren bezahlen als auf Bali. Es gibt viele Unterkünfte und westliche Restaurants.
Alles in allem hat uns Lombok aber sehr gut gefallen. Die Natur ist sehr schön und die gesamte Insel sehr vielfältig – für jeden Geschmack lässt sich etwas finden. Nach unseren zehn Tagen auf Lombok haben wir uns aber sehr auf unser Zuhause auf Bali gefreut und dieses wirklich auch vermisst. So sind wir zufrieden wieder in den Flieger gestiegen und in unser kleines Haus zurückgekehrt.
Entdecke mehr von swizzontour
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
