Bereits nach drei Wochen „arbeiten“ auf Bali haben wir Urlaub genommen und sind einmal um die Insel gefahren. Bali feiert sehr viele Feiertage, eine gute Mischung aus allen vertretenen Religionen. So waren in dieser einen Woche die Feiertage sehr gut gelegen und wir haben die Chance ergriffen, die Zeit zu nutzen, um die Insel zu erkunden.

Bali hat so viele schöne Flecken, viele davon auch sehr untouristisch. Wir haben uns dafür entschieden, der Küste entlang zu fahren und zu schauen, was es dort so gibt. Das Innere der Insel werden wir Stück für Stück noch ein bisschen mehr erkunden.
Und los gehts
Gestartet sind wir mit unserem Roller bei uns im Süden und sind über Denpasar losgedüst in Richtung Medewi Beach, unser erster Stopp für eine Nacht. Medewi ist bekannt fürs Surfen, ist aber immer noch ein kleiner Küstenort. Wir haben eine sehr einfache Unterkunft direkt am Strand für eine Nacht gewählt.


Am Morgenfrüh gab es für uns eine Surfstunde, danach sind wir mit einem kurzen Abstecher bei einem Tempel weiter gefahren zum Hauptziel der Reise im Westen.





Die Fahrt vom Süden bis zum Taman Nationalpark im Westen von Bali dauert mindestens vier, wenn nicht sogar fünf Stunden und lockt deswegen nur wenig Touristen an. Bereits auf der Fahrt ist aufgefallen, dass der Westen vom Islam geprägt ist. Wir haben viele Moscheen entlang der Strasse gesehen und immer wieder den Muezzin gehört. Westbali ist nur eine halbe Stunde Fahrt mit der Fähre von Java entfernt, einer Insel, die muslimisch ist und dies auch mehr nach Bali gebracht hat.


Unberührter Westen
Der Westen hat doch einiges zu bieten und fühlt sich eher an wie das traditionelle Bali. Wir hatten eine wunderschöne Unterkunft in Permuteran mit Aussicht über das ganze Gebiet und die Vulkane auf Java.



Westbali ist unter anderem bekannt fürs Tauchen, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten. Wir haben zwei Tauchgänge bei der Menjangan Insel gemacht und waren beeindruckt. Es hatte nicht gleich viele Fische wie in Raja Ampat (wir müssen aber auch aufhören, alles damit zu vergleichen, da dies nicht möglich ist), die Korallen waren aber mehrheitlich noch intakt und die gesamte Unterwasserwelt war sehr beeindruckend.



Auch beeindruckt waren wir von unserem Touranbieter, welcher für alle Gäste eine wiederverwendbare Flasche mitgebracht hat und somit keine Plastikflaschen verwendet werden mussten.
Den zweiten Tag in Permuteran haben wir im Nationalpark bei einer geführten Dschungelwanderung verbracht. Wir sind mit unserem Guide durch den Dschungel spaziert, konnten viel über die Leute aus dem Dorf und den Dschungel erfahren. Wir haben die typischen grauen Affen auf Bali gesehen, konnten aber auch eine Gruppe der eher seltenen schwarzen Affen (Haubenlanguren) in aller Ruhe beim herumtollen beobachten.




Wir hatten wirklich Glück mit dem Guide, es war super und hat uns sogar zu einem Fest bei seiner Familie für die kommenden Tage eingeladen. Leider hatten wir aber die Weiterfahrt bereits geplant und gebucht und konnten diese Einladung nicht annehmen.
Die restliche freie Zeit nach den Ausflügen haben wir noch am Strand beim Schnorcheln oder bei einem Tempelbesuch, bei dem wir die einzigen Besucher waren, verbracht. Ich würde sagen, definitiv einer der schönsten Tempel, den ich auf Bali gesehen habe und das sind doch schon einige mittlerweile.




Überraschungsbesuch
Nach drei Nächten in Westbali sind wir der Küste weiter entlang gefahren und haben noch einen buddhistischen Tempel besucht. Die Mischung zwischen Buddhismus und Hinduismus war doch sehr aussergewöhnlich.






Der nächste Zwischenstopp war sehr spontan und umso schöner. Die Schwester von Philippe und ihr frischgebackener Ehemann sind für ihre Flitterwochen nach Bali gereist, bevor sie selber auch für einige Zeit die Welt erkunden werden. Sie haben für ein paar Nächte ein Hotel im Norden gebucht, welches auf unserer Route lag und wir spontan einen Überraschungsbesuch bei ihnen eingelegt haben. Wir waren nur kurz bei ihnen vor Ort, da noch einige Nächte gemeinsam bei uns im Süden geplant waren, darüber werden wir aber in einem anderen Beitrag erzählen.


Nach dem kurzen Beisammensein sind wir weiter bis nach Gretek gefahren. Ein Ort der durch die schwarzen Strände bekannt ist. In Echt war der Sand eher grau, aber sah trotzdem sehr schön aus.






An diesem Tag war ein sehr wichtiger hinduistischer Feiertag auf Bali, Galungan, und es fanden viele Zeremonien statt. Warungs (kleine lokale Restaurants) waren alle geschlossen, so auch das der Unterkunft. Zum Glück gibt es Nudelsuppen im Supermarkt und meistens einen Teekocher in den Zimmern, sodass wir nicht verhungern mussten.

Tauchen in Amed/ Tulamben

Nach der Nacht in Gretek ging es weiter bis nach Amed, das letzte Ziel unserer Rundreise. Amed ist ein kleiner Küstenort, welcher bekannt fürs Tauchen ist. Auch für Amed hatten wir zwei Tauchgänge eingeplant. Amed ist für einen Tauchplatz vor allem sehr berühmt, welcher tatsächlich gar nicht wirklich in Amed liegt, sondern etwa 20 Minuten entfernt in Tulamben. Das USAT Liberty-Schiff wurde im Zweiten Weltkrieg vor der Küste Balis getroffen und strandete durch zu viel Wasser im Schiffsbauch am Strand von Tulamben. Durch ein Erdbeben 1963, welches zu einem Ausbruch des Vulkan Agung führte, wurde das Schiff ins Meer gedrückt und ist am tiefsten Punkt bis auf 40 Meter gesunken. Dieses Schiffswrack ist mittlerweile von Korallen bedeckt und kann nun beim Schnorcheln oder Tauchen bestaunt werden. Ich habe 2016 genau bei diesem Schiffswrack meinen Tauchschein gemacht, Philippe wollte es aber natürlich selber auch sehen und somit haben wir dort unseren ersten Tauchgang gemacht. Es ist schon ein eindrucksvoller Tauchspot. Das Steuerrad ist noch gut sichtbar und es gibt Stellen, bei denen wir rein- und durchtauchen konnten.



Bereits nach zwei Nächten in Amed sind wir wieder weitergefahren, direkt bis in den Süden. Das Wochenende haben wir gemütlich bei uns zu Hause ausklingen lassen und so unsere Rundreise abgeschlossen.
Die Reise war doch ziemlich anstrengend, sie beinhaltete sehr viel Rollerfahren. Die Strassen sind mehrheitlich in gutem Zustand, der Verkehr ist ausserhalb der typischen Touriorten im Süden auch sehr angenehm. Die Aussicht der Küste entlang war wunderschön, auf Grund der Galungan– Zeremonien waren die Strassen und Autos geschmückt und wir haben unterwegs ein paar tierische Bekanntschaft gemacht.





Wir haben alles gesehen, was wir wollten und sind wieder einmal aufs Neue überrascht, wie wunderschön Bali ist. Es ist eine so vielfältige Insel und ausser Amed waren alle Orte, die wir besucht haben, recht untouristisch und unberührt.
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