Taucherparadies

Raja Ampat gilt als einer der besten Orte zum Tauchen in der Welt und hat sich diesen Platz definitiv verdient.

Raja Ampat ist ein abgelegener Ort in Indonesien. Die aufwändige Anreise haben wir euch ja bereits erklärt. Durch diese Abgeschiedenheit ist Raja Ampat weiterhin nicht zu stark von Touristen besucht und bietet noch viele schöne, unberührte Tauchspots. Bei den Tauchplätzen dreht sich alles um Vielfalt und Fülle – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Zu den Highlights gehören riesige Fischschwärme, Manta-Rochen, verschiedene Arten von Haien und Korallen in allen möglichen Farben.

Auch wir kamen in diesen 12 Tagen in den Genuss der Unterwasserwelt von Raja Ampat und sind begeistert. Raja Ampat kann selbständig bereist werden, so wie wir es gemacht haben, oder mit einer organisierten Fahrt auf einem Boot – einem sogenannten Liveaboard. Diese Boote sind unterschiedlich luxuriös und unglaublich teuer.

Raja Ampat ist vor allem unter Tauchern bekannt, gewinnt aber zunehmend an Beliebtheit und lockt immer mehr Besucher an. Unserer Meinung nach ist die gesamte Umgebung zwar wunderschön, aber die lange Anreise lohnt sich nicht, wenn kein Interesse an der Unterwasserwelt besteht. Es eignet sich jedoch auch optimal zum Schnorcheln – es muss also nicht unbedingt getaucht werden, um die Vielfalt zu erleben.

Raja Ampat ist ein Tauchgebiet mit fast immer vorhandenen, teils sehr starken Strömungen, was das Tauchen herausfordernd machen kann. Da wir beide nicht sehr erfahrene Taucher sind, waren wir gespannt, wie es für uns werden würde. Während unserer Tauchgänge hatten wir mit verschiedenen Strömungen zu tun. Die ersten waren zum Glück noch angenehm mit nur leichter Strömung, sodass wir uns langsam daran gewöhnen konnten. Bei anderen hatten wir doch etwas mehr zu kämpfen, um an Ort und Stelle zu bleiben. Viel Strömung lockt jedoch auch viele Fische an, und Putzerstationen für Mantas befinden sich häufig an Stellen mit starker Strömung. An solch einer Stelle mussten wir uns sogar mit einem Riffhaken befestigen, um die Mantas in aller Ruhe und schwebend beobachten zu können.

Mantas

Unser beider Highlight waren sicherlich die Mantas. Wir haben diese riesigen Tiere bei drei Tauchgängen gesehen, einer davon war speziell den Mantas gewidmet. Einige Meerestiere, darunter auch Mantas, lassen sich an sogenannten Putzerstationen von Putzfischen verwöhnen und reinigen – ein Fisch-Spa für Fische sozusagen. In den besten Reisemonaten von etwa Dezember bis Ende März suchen Mantas diese Stationen in Raja Ampat auf, weshalb sie in dieser Zeit optimal beobachtet werden können.

An solchen Putzerstationen muss ausreichend Abstand gehalten werden. Wenn die Tiere auf einen zuschwimmen, ist das in Ordnung, aber sie sollten nicht bedrängt werden. Mantas haben ein sehr grosses Gehirn und vergessen nicht so schnell. Wenn sie schlechte Erfahrungen mit Tauchern machen, kann es sein, dass sie diese Putzerstation meiden und sich eine neue suchen.

Es gibt zwei Arten von Mantas – in Raja Ampat kann die grössere Form, die Riesenmantas, bestaunt werden. Mit einer Spannweite von bis zu acht Metern (laut unseren Tauchguides) haben sie sich diesen Namen definitiv verdient. Wenn ein solches Tier über einen hinwegschwimmt, wird es unter Wasser plötzlich ziemlich dunkel. Sie lieben die Luftblasen, die Taucher unter Wasser verursachen und schwimmen deshalb immer wieder um einen herum – ein wirklich beeindruckendes Erlebnis.

Natürlich haben wir nicht nur Mantas gesehen. Während unserer Tauchgänge begegneten uns häufig Schwarzspitzen-Riffhaie oder Schildkröten, ausserdem zwei Teppichhaie, ein Krokodilfisch, Napoleonfische, Seepferdchen, Barrakudas und unzählige Fischschwärme, die wir nicht näher bestimmen konnten. Leider haben wir nur eine uralte GoPro-Kamera, die zwar Bilder macht, aber die Farben der Unterwasserwelt nicht annähernd so einfangen kann, wie sie in der Realität sind. Die Bilder geben aber trotzdem einen guten Eindruck davon, wie es war.

Wir haben alle Tauchgänge vor Ort über unsere Homestays gebucht und waren mit allen zufrieden. Insgesamt haben wir 12 (Philippe) und 11 (Carola) Tauchgänge gemacht.

Die Tauchausrüstung war unterschiedlich neuwertig, aber überall völlig ausreichend. Wir fühlten uns an allen Orten sicher genug, um in die Tiefe zu gehen.

Beim ersten Tauchgang waren wir beide, wie immer, etwas nervös. Wir hatten das Glück, dass wir die einzigen im Homestay waren, die tauchen wollten und so alleine mit unserem Guide unterwegs waren.

Während dieser Tauchgänge konnten wir viel Erfahrung sammeln. Wir konnten das Gewicht, das an einem Gurt befestigt wird, verringern und die Länge der Tauchgänge von 37 auf 58 Minuten steigern. Auch waren wir deutlich entspannter beim Tauchen, konnten alle Eindrücke in Ruhe aufnehmen und geniessen und sogar ein wenig herumalbern unter Wasser, so zum Beispiel versuchen Ringe aus Luftblasen zu formen.

Schattenseiten

Leider gibt es immer auch eine Schattenseite – so auch in Raja Ampat. Die Problematik der Klimaerwärmung und der damit verbundenen Korallenbleiche macht auch vor Raja Ampat nicht halt. Es ist zwar weniger stark betroffen als viele andere Orte, aber die Veränderung beginnt auch hier langsam. Einige Korallen waren bereits völlig verblasst, bei anderen war an den Spitzen sichtbar, dass der Prozess begonnen hat.

Aus Sicht eines Tauchers ist ein Besuch von Raja Ampat jetzt noch lohnenswert, um die atemberaubende Farbenvielfalt der Korallen zu geniessen. Doch mit zunehmendem Tourismus kommen auch mehr Herausforderungen. Mehr Besucher benötigen mehr Infrastruktur, mehr Boote und bringen leider auch mehr Abfall in die Region.

Das Abfallproblem in Indonesien und generell in den Ozeanen ist nichts Neues – leider auch nicht in Raja Ampat. Bei unseren Überfahrten zu den Inseln und beim Schnorcheln waren wir dennoch schockiert über den ganzen Müll im Wasser. Immer wieder trieben regelrechte Müllteppiche auf der Oberfläche. Bei Ebbe lag der ganze Abfall am Strand, nur um bei Flut wieder ins Meer gezogen zu werden. Selbst wenn der Müll während der Ebbe eingesammelt wird, wissen die Einheimischen nicht wirklich, was sie damit tun sollen. Er wird gesammelt und später verbrannt – mehr Möglichkeiten gibt es vor Ort nicht. Durch Wind, Regen oder die Flut landet dann jedoch vieles davon wieder im Meer.

Trotz dieser Schattenseiten hat uns Raja Ampat unglaublich gut gefallen. Es ist definitiv noch ein unberührter Ort und verdient den Titel „The Last Paradise“. Allerdings gehen wir davon aus, dass sich die Region in den nächsten Jahren stark verändern wird und dadurch auch etwas von ihrem ursprünglichen Glanz verlieren könnte.

Die Korallen und die vielfältige Unterwasserwelt sind beeindruckend und ein echtes Highlight für jeden Taucher oder Schnorchler. Wir sind gespannt, ob wir auf unserer Reise – oder auch in Zukunft – noch einmal eine Unterwasserwelt erleben werden, die so farbenfroh, lebendig und faszinierend ist wie in Raja Ampat. Viel besser kann es eigentlich aber nicht mehr werden.


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Ein Kommentar zu „Taucherparadies

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