Roadtrip: Esperance bis Perth

Strand, Strand, Strand – das war unser Motto für Esperance.

Nach Bremer Bay sind wir direkt weiter der Küste entlang bis nach Esperance gefahren. Angekommen sind wir doch mit etwas angespannter Stimmung, da unser Tank fast leer war. Wir tanken hier eigentlich überall, wo wir die Möglichkeit haben, da es doch öfter hunderte Kilometer lang gar nichts gibt, somit auch keine Tankstellen. Leider war aber die Tankstelle zwischen Bremer Bay und Esperance kaputt, weshalb wir mit dem Tank für die gesamte Strecke auskommen mussten. Hat dann zum Glück auch geklappt.

In der Gegend um Esperance ist es eher schwierig, gratis Stellplätze zu finden, da sich direkt daneben ein Nationalpark befindet. Wir haben somit für zwei Nächte wieder einen Campingplatz gebucht, um nicht immer weite Distanzen fahren zu müssen, bis wir einen Platz finden.

Cape le Grand Nationalpark

Australien hat eine riesige Anzahl an Nationalparks. Dieser in Esperance, würden wir jetzt einfach mal behaupten, gehört sicher zu den schönsten für Strandliebhaber. Natürlich lehnen wir uns mit dieser Aussage sehr aus dem Fenster, wir können uns aber nicht vorstellen, wie es noch viel schöner werden soll.

Für den Nationalpark bezahlt man eine kleine Eintrittsgebühr und kann danach den ganzen Tag vor Ort verbringen.

Wir sind bereits zeitig am Morgen los, da es an einem Strand, Lucky Bay, meistens am Morgen, wenn noch nicht so viele Leute am Strand sind, Kängurus gibt. Wir waren „lucky“ und konnten gerade noch eine Mutter mit ihrem Kleinen sehen, bevor sie von ein paar aufdringlichen Leuten vertrieben wurden. Schade, dass gewisse Leute den Abstand nicht halten können und die Tiere bis ins Gebüsch verfolgen. Trotzdem war der kurze Anblick der Tiere aus der Nähe schon toll.

Die Kängurus sind aber nicht das Einzige, was dieser Strand zu bieten hat. Das kristallklare Wasser mit sanften Wellen und eisigen Temperaturen lockte sogar uns zum Baden.

Ziemlich schnell, schon am Vormittag, beginnt sich dieser Strand aber mit Menschen und vor allem auch Autos zu füllen. In Australien darf man mit einem 4×4 die meisten Strände befahren. Es macht sicher Spass, aber es stört definitiv das Bild und die Ruhe am Strand. Es ist auch etwas ungewohnt, beim Spazieren am Strand oder beim Sonnenbaden aufpassen zu müssen, dass man nicht über den Haufen gefahren wird.

Wir haben dann unsere Sachen zusammengepackt und auch die restlichen Strände und Aussichtspunkte im Nationalpark besucht.

Alle Strände hier sind wunderschön. Leider hat das Wetter vor dem Mittag etwas zugezogen, weshalb wir nicht allzu viel Zeit an den anderen Stränden verbracht haben. Als wir bereits auf dem Weg zum Campingplatz waren, kam die Sonne wieder heraus, und wir sind nochmals zurück zur Lucky Bay. Dieser Strand war unserer Meinung nach den Hype definitiv wert und war der angenehmste zum Baden. So haben wir noch den restlichen Nachmittag entspannt beim „Sünnele und Bädele“ verbracht.

Esperance

Auch Esperance hat wunderschöne Strände zu bieten. Wir sind ohne wirklichen Plan der Küstenstrasse entlanggefahren und haben überall gehalten, wo es schön aussah – also alle paar Meter.

Das Meer darf hier aber nicht unterschätzt werden. Es ist doch an vielen Stellen ziemlich wild mit starken Strömungen und hat hohe Klippen, die hinunter auf die kräftigen und grossen Wellen treffen. Überall wird davor gewarnt, an solchen Stellen Nahe an den Rand zu treten oder zu schwimmen.

Langsam haben wir uns an den leichten Wind an den Badesträndenund das kalte Wasser gewöhnt und konnten die Strände richtig geniessen.

An einem Strand waren wir gerade am Baden, als ich etwa 10 Meter von uns entfernt etwas im Wasser gesehen habe. Philippe dachte zuerst, dass es Schnorchler sind, aber es hat sich schnell herausgestellt, dass eine Delfinfamilie direkt neben uns herumspielte. Wir konnten unser Glück kaum fassen, diesen Tieren so nahe kommen zu können. Als sich die Tiere wieder etwas distanziert haben, konnten wir nicht anders, als mit der Drohne nach ihnen zu suchen, und haben die Familie so eine Zeit lang beobachtet.

Zu allen Stränden rund um Esperance und Cape le Grand etwas zu erzählen, würde hier wohl den Rahmen sprengen. Wir lassen deswegen gerne die Bilder für sich sprechen.

Wave Rock

Von Esperance aus ging es für uns quer durchs Landesinnere zurück Richtung Perth. Unsere Rundreise ist noch nicht fertig, wir sind erst etwa in der Hälfte der Zeit, aber wir werden nun auch noch die Gegend etwas nördlich von Perth erkunden.

Die etwa 700 km lange Fahrt von Esperance bis Perth haben wir in zwei Etappen aufgeteilt. Zwischen diesen zwei Ortschaften gibt es noch eine Sehenswürdigkeit, die wir uns nicht entgehen lassen wollten: Irgendwo im Nirgendwo gibt es den bekannten „Wave Rock“. Die ganze Gegend hat einzelne, spezielle Felsformationen, sticht aber durch diese eine Steinwelle besonders heraus.

Am gleichen Ort gibt es auch einen Tierpark, in dem angeblich Koalas gesehen werden können – so heisst es zumindest. Freilebende Koalas gibt es in Westaustralien nicht, sie können aber teilweise in Nationalparks, angesiedelt durch den Menschen, gesehen werden. Es machte auf uns den Anschein, als ob es genau so ein Park wäre, wo die Tiere zwar durch den Menschen hingebracht wurden, sie aber frei leben können.

Leider wurden wir in diesem Park gleich zweimal enttäuscht. Nachdem wir bezahlt hatten, mussten wir durch drei Türen hindurchgehen, bis wir zum Park kamen. An der letzten Tür war ein Zettel befestigt mit der Information, dass alle Koalas verstorben sind. Das hat uns bereits etwas stutzig gemacht. Nach dem Besuch im Park können wir das aber nachvollziehen. Der Park war eher ein Zoo und in sehr schlechten Zustand. Alles war heruntergekommen und verlassen. Die Tiere waren in Käfigen und hatten sehr wenig Platz. Bei einem Wombat waren wir uns nicht sicher, ob dieses Tier überhaupt noch lebte. Im Nachhinein war es ein grosser Fehler, diesen Park besucht zu haben; wir hatten uns definitiv etwas anderes darunter vorgestellt.

Mit einem schlechten Gefühl und Gewissen haben wir uns dann weiter auf den Weg zu einem Parkplatz für die Nacht gemacht.

Den Rest der Strecke haben wir am nächsten Tag zurückgelegt und sind wohlauf in Perth angekommen. Dort konnten wir unser Büsli vorbereiten für die nächsten Tage und haben danach die Stadt schnell wieder hinter uns gelassen.

Wir sind nun gespannt, wie sich der Norden vom Süden unterscheiden wird, und freuen uns auf die zweite Hälfte unserer Reise durch einen Bruchteil von Westaustralien.

Tier- Count bisher:

Tote Kängurus am Strassenrand: 12

Schlangen: 3, immer nur vom Auto aus

Spinnen: 2, für australische Verhältnisse wahrscheinlich kleine, für mich grosse

Haie: 0


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