„Fiji Time“

Bula Bula!

Es ist nur noch wenige Tage bis Weihnachten, und wir sitzen hier am Strand, auf einer kleinen Insel des wunderschönen Landes Fidschi. In solchen Momenten ist es doch immer wieder schwer vorstellbar, dass das jetzt unser Leben ist, und wir genießen jede Minute davon.

Fidschi besteht aus mehr als 300 Inseln. Die Hauptinsel, Viti Levu, ist die größte davon und beherbergt den internationalen Flughafen. Bereits bei der Ankunft ist die feuchte Hitze spürbar. Die Einreise war super einfach und verlief reibungslos. Wir haben die ersten paar Tage in Nadi, der Stadt beim Flughafen, verbracht, da es von dort aus mit einem Boot ein paar Tage später weiterging. Die Hotels und Hostels sind alle in einer Straße am Strand, etwas außerhalb des Stadtzentrums. Nadi selbst ist nicht wirklich schön. Wir haben jedoch einen kurzen Nachmittagsausflug ins Stadtzentrum gemacht. Es gibt einen Tempel, den wir uns von außen angeschaut haben und wir haben uns auf dem Markt feine Früchte gekauft. Unser standardmäßiges Land- Magnetli konnten wir ebenfalls dort finden.

Die restliche Zeit haben wir mehrheitlich am Strand verbracht und die Sonne genossen. Am Wochenende ist der Strand sehr beliebt bei den Einheimischen. Mit ihren Autos fahren sie dorthin, haben ihren halben Haushalt dabei und verbringen so den Tag mit Familie und Freunden. Wir waren die einzigen Touristen an diesem Strandabschnitt und sind als bleiche Europäer doch etwas aufgefallen. Alle haben uns freudig begrüßt, und ein Junge wollte ein Foto mit uns machen.

Gespielt wurde natürlich auch Fußball am Strand. Mit der Zeit konnte Philippe sich dann überwinden und hat mitgekickt. Rundherum war es eine wirklich tolle Zeit, auch wenn es nicht der schönste Strand von Fidschi war. Es muss aber nicht immer für die Fotos schön sein, sondern für das Erlebnis, und das hatten wir an diesem Strand definitiv.

Regenzeit

Dezember ist eigentlich nicht die optimale Reisezeit für Fidschi, zumindest sagt das Internet das. Es ist Regenzeit, was heißt, dass es deutlich heißer und feuchter ist. Vom Regen haben wir aber zum Glück nur sehr wenig mitbekommen. In der ersten Woche auf Fidschi hatten wir zweimal einen kurzen Regenschauer am Abend. Die letzten Tage hat es jetzt doch etwas mehr geregnet und war bewölkter, aber immer noch gar nicht schlimm. Der Regen hält immer nur wenige Minuten an, danach zieht er weiter, und der blaue Himmel kommt wieder hervor. Der große Vorteil an dieser Reisezeit ist jedoch, dass viel weniger los ist und die Unterkünfte doch auch etwas günstiger sind. Für uns hat es sich also ganz klar als gute Entscheidung herausgestellt, in der Regenzeit hierher zu reisen.

Fidschianer

Uns ist schnell aufgefallen, wie freundlich und zuvorkommend die Einheimischen von Fidschi sind. Sie unterscheiden sich in ihrer Art nicht groß von den Einwohnern der Cookinseln, vom Äußeren her aber doch sehr stark. Auf den Cookinseln haben uns die Einheimischen sehr stark an das klassische Bild eines Maori erinnert. Hier auf Fidschi haben die Einheimischen jedoch große Ähnlichkeiten mit afrikanischem Erscheinungsbild. Zusätzlich gibt es aber eine große Anzahl an Indern. Nach einer kurzen Recherche haben wir herausgefunden, dass dies mit dem Zuckerabbau zusammenhängt. Im 19. Jahrhundert wurden viele indische Arbeiter nach Fidschi auf Zuckerrohrplantagen gebracht. Mittlerweile sind ca. 40 % der Bewohner von Fidschi indischer Abstammung. Auch Nadi hat mich sehr an Indien erinnert: Es gab Hindu-Tempel, viel Lärm, Schmutz und Verkehr – es war einfach ein großes „Gewusel“.

„Kava- Time“

Uns ist ebenfalls aufgefallen, dass die Fidschianer Party lieben. Ständig heißt es: „Heute Abend gibt es Party“, „Kommt zur Party heute“, und „Seid ihr bereit für die Party heute?“ Natürlich waren wir bereit. Wir hatten uns nach vier Wochen zu zweit im Camper auch etwas darauf gefreut, wieder mehr unter Menschen zu kommen. Nur leider verstehen sie hier etwas anderes unter Party als wir. Party heißt für sie Kava-Time. Kava ist eine Pflanze, aus der ein Getränk hergestellt wird. Das Pulver der Kavapflanze wird in einen Stoffbeutel gegeben, mit Wasser gemischt und gut geknetet, damit das Wasser die Extrakte aus dem Pulver aufnimmt und das Getränk entsteht. Alle sitzen im Kreis drumherum und schauen zu, wie es hergestellt wird.

In unseren Augen ist es etwas falsch, das ein Getränk zu nennen. Dreck- oder Seifenwasser wäre eher zutreffend. Wir haben aber brav mitgemacht und an unserem ersten Abend auf Fidschi bereits eine kleine Kokosschale voll probiert. Vor dem Trinken wird einmal geklatscht, nach dem Trinken dreimal.

Es schmeckt nach Seife und betäubt leicht die Zunge. Das Getränk ist in der Schweiz nicht erlaubt, da es in höheren Dosen Halluzinationen oder Sinnesstörungen verursachen kann. Hier gehört es jedoch zu jedem noch so kleinen Anlass dazu und wird mehrheitlich von den Männern getrunken.

Mana Island

Für drei Nächte haben wir die Hauptinsel verlassen und sind mit einem kleinen Boot etwa 50 Minuten zu einer kleinen Insel gefahren. Wir hatten eine Unterkunft für drei Nächte gebucht und wussten nicht so recht, was uns erwartet.

Bei allen kleineren Inseln muss ein obligatorisches Essenspaket dazugebucht werden. Es gibt nur eine Option: drei Mahlzeiten am Tag. Bei dem leckeren Essen, das hier frisch und lokal zubereitet wurde, wollten wir jedoch auf keine Mahlzeit verzichten.

Als wir in der Unterkunft direkt am Strand ankamen, wurden wir herzlich von allen willkommen geheißen. Wir fühlten uns hier sofort sehr wohl und kamen schnell mit den anderen Gästen und den Einheimischen ins Gespräch. Die Unterkunft liegt bei einem kleinen, einfachen Dorf und gibt einen tollen Eindruck in das fidschianische Inselleben und ihre Einstellung: Fiji Time – alles mit Ruhe und Gelassenheit. Die Unterkünfte sind sehr einfach gehalten, und Strom gibt es nur nachts. Verschiedene Gratisaktivitäten wurden angeboten, die das typische Inselleben vermitteln sollten, wie Kokosnüsse öffnen, Speerfischen oder ein kurzer Rundgang durch das Dorf.

Wir haben die Stunden mehrheitlich in den Hängematten am Strand verbracht, haben Spiele gespielt und uns immer wieder im Meer erfrischt. Naja, erfrischend war es nicht wirklich, da das Meerwasser hier sehr warm ist – aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Wir sind uns sehr bewusst, wie gut wir es hier haben.

Wir hatten bereits auf der Hauptinsel die Idee, hier auf Mana Island tauchen zu gehen. Bereits am ersten Tag sind wir zufällig auf den Tauchlehrer vor Ort gestoßen und haben mit ihm zwei Tauchgänge gemacht. Auch das fand ganz nach Fiji Time statt. Wir haben nichts Konkretes vereinbart. Da wir sowieso einfach am Strand waren, kam er irgendwann vorbei, und wir sind dann los mit dem Boot. Vor dem ersten Tauchgang waren wir beide doch etwas nervös. Das hat sich dann unter Wasser aber schnell gelegt. Wir konnten verschiedene Arten von Haien sehen – kleinere und etwas größere – und ansonsten viele verschiedene Fischarten, die wir hier jedoch nicht benennen könnten.

Leider ist auch hier die Korallenbleiche vorangeschritten und definitiv sichtbar. Schön war unser Taucherlebnis aber trotzdem.

Die ganze Atmosphäre und die Leute hier haben den Aufenthalt auf dieser kleinen Insel so schön gemacht. Die Einheimischen sind sehr herzlich, und wir hatten tolle andere Gäste um uns herum. Gemeinsam haben wir Sonnenauf- und untergänge auf einem Hügel bestaunt, viel Bier und Cava getrunken, sind geschnorchelt oder nebeneinder in unseren Bücher vertieft gewesen, was für ein Leben.

Für jeden, der vor hat, nach Fidschi zu reisen, wir können euch Mana Island und die Mana Lagoon unterkunft nur wärmstens empfehlen! Die Leute da sind so lieb und die Insel ist wunderschön.

Coral Coast

Zum Abschluss unserer Fidschi-Reise und für die Feiertage haben wir uns für ein etwas besseres Hostel entschieden und sind mit dem Bus an die Coral Coast gefahren. Die Gegend ist bekannt für die schönen Strände.

Ich weiß nicht, ob so etwas noch als Hostel bezeichnet werden kann – es war absolut traumhaft und nicht zu vergleichen mit den Hostels, in denen wir bisher waren. Für die Festtage haben wir uns ein schönes, großes Doppelzimmer mit Outdoor-Bad gegönnt.

Das Hostel liegt direkt an einem hauseigenen Palmenstrand. Die gesamte Anlage ist einladend gestaltet mit einem kleinen Pool, Hängematten und Liegestühlen überall. Das Essen und die Bar waren ebenfalls sehr lecker. Der Plan für diese vier Tage war einfach nur, den Strand und das Meer zu genießen, und das werden wir nun auch in vollen Zügen auskosten.

Weitere Bilder zu Fidschi könnt ihr wie immer in der Kategorie Bilder finden.


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