Kia Ora vom Süden Neuseelands
Die Südinsel, eigentlich ganz Neuseeland, ist unglaublich vielfältig und gross. In der Zeit, die wir hier im Süden verbracht haben, konnten wir einiges sehen und erleben, aber es gäbe noch so viel mehr zu entdecken. Leider war halt die Zeit einfach zu knapp, um alles zu machen. Mehr Zeit könnte man doch überall immer gebrauchen, doch wir sind sehr glücklich mit all den Erinnerungen, die wir in den insgesamt 14 Tagen auf der Südinsel gesammelt haben. Hier mal einen groben Überblick, wo wir alles vorbei gekommen sind.

Wie ihr ja bereits im letzten Beitrag lesen konntet, sind wir mit unserem Camperbüsli Moana unterwegs. Wir haben es in Christchurch übernommen und sind von dort aus südwärts die Küste entlanggefahren. Konkrete Pläne hatten wir keine – wir haben es einfach genossen, herumzudüsen.




Vom Osten ging es dann einmal quer durchs Land bis zur Westküste.
Fiordland
Eine der wohl berühmtesten Gegenden der Südinsel ist das Fiordland. Wie der Name schon sagt, ziehen sich hier tiefe Fjorde weit ins Land hinein, umgeben von dichten Regenwäldern. Das Fiordland gehört zu den regenreichsten Regionen Neuseelands, auch wir haben dort einen nassen Tag erlebt. Es gibt zwei bekannte Touren durch die Fjorde. Wir haben uns für den Milford Sound entschieden, da dieser einfacher zu erreichen ist.
Spontan haben wir am Abend vorher eine Schiffstour durch die Fjorde gebucht und uns auf den Weg ins Fiordland gemacht. Schon während der Fahrt hat es geregnet, was das Erlebnis jedoch noch beeindruckender gemacht hat. Das Wetter verleiht der Landschaft eine mystische Atmosphäre und überall entstehen kleine Wasserfälle, die oft nur für wenige Tage existieren und danach wieder verschwinden.



Am Bootssteg angekommen, waren wir allerdings etwas überrumpelt von den vielen Touristen. Zum Glück hatten wir eine vergleichsweise kleine Tour gebucht und konnten die gesamte Fahrt auf dem Deck verbringen. Das Boot fuhr durch die Fjorde, vorbei an wild bewachsenen Felsen, bis hinaus zum offenen Meer. Über Lautsprecher erhielten wir immer wieder interessante Informationen, während wir die frische Meeresluft im Gesicht genossen. An jeder Ecke gab es neue Wasserfälle zu entdecken.




Zusätzlich lockt die Gegend natürlich auch mit ihrer Tierwelt. Wir haben einen Pinguin, Seelöwen und auf der Rückfahrt zahlreiche Delfine gesehen, die uns eine ganze Weile begleitet haben.



Ein Besuch in dieser Gegend lohnt sich auf jeden Fall. Auch zum Wandern ist das Fiordland ideal. Wir haben eine kleine Wanderung unternommen, aber das Wetter war so neblig, nass und kalt, dass wir nichts sehen konnten. Deshalb haben wir uns entschieden, für die nächsten Wanderungen in eine trockenere Gegend zu fahren. Da gibt es ja in Neuseeland die eine oder andere Option.


Südalpen
Mit 3724 Metern ist der Mount Cook der höchste Berg in Neuseeland. Er befindet sich in den Südalpen, einer beeindruckenden Bergkette. Nein, wir sind nicht auf den schneebedeckten Gipfel spaziert, da wäre doch etwas besseres Equipment notwendig, haben aber einige Tage in der Umgebung verbracht und den Mount Cook dabei oft gesehen. 😀
Die Entscheidung, welche Wanderungen unbedingt gemacht werden sollten, war gar nicht so einfach. Nach gründlicher Recherche im Internet haben wir uns für ein paar entschieden – und wurden nicht enttäuscht. Wir haben zahlreiche Wanderungen gemacht, von einigen wissen wir aber die Namen nicht und waren eher kurze Strecken.





Drei Wanderungen haben uns allerdings besonders beeindruckt, weshalb sie in diesem Eintrag etwas mehr Platz bekommen:
• Hooker Valley Track:
Wir hatten das Glück, einen wunderschönen, sonnigen Tag zu erwischen, was natürlich auch viele andere Menschen angezogen hat. Zum Glück verteilt sich die Menge auf der Strecke recht gut. Der Hooker Valley Track ist wegen seiner traumhaften Aussicht auf den Mount Cook und die umliegenden Berge sowie der einfachen Strecke bei Wanderbegeisterten sehr beliebt. Die Strecke ist etwa 10 Kilometer (hin und zurück) lang, hat nur wenige Höhenmeter und führt über drei Hängebrücken bis zum Hooker-See und wieder zurück.



• Lake Tasman:
Dieser See ist typisch für die Region und recht leicht erreichbar. Über eine lange Treppe und einen etwa ein Kilometer langen Weg gelangt man zum türkisfarbenen See, in dem noch einzelne Eisblöcke zu sehen sind. Ein Schild zeigt, wo sich der Gletscher früher befand, der inzwischen stark geschmolzen ist und sich deutlich zurückgezogen hat.



• Roy’s Peak:
Eine beliebte und definitiv lohnenswerte Wanderung am Rand der Südalpen ist der Roy’s Peak. Der Name sagt es schon – hier handelt es sich um einen Gipfel, also einmal hoch und wieder runter. Die Strecke ist 16 Kilometer lang und hat eine saftige Steigung von fast 1400 Höhenmetern. Bereits der Start war einer der steilsten Abschnitte der gesamten Strecke. Danach zog sich der Weg über Stock und Stein den Berg hinauf. Oben angekommen wurden wir mit einer atemberaubenden Aussicht über den Wanaka-See und die Südalpen belohnt. Nachdem wir uns bis ganz oben hochgeschleppt hatten, mussten wir natürlich die gesamten Höhenmeter wieder hinunter. Im Nachhinein können wir nicht genau sagen, was anstrengender war – hoch oder runter. Eindeutig war aber, dass wir noch Tage später Muskelkater hatten. Es hat sich jedoch absolut gelohnt!





Natürlich ist die Region nicht nur zum Wandern schön. Der Lake Tekapo und der Lake Pukaki laden wunderbar zum Verweilen ein – und bei wärmeren Temperaturen sicherlich auch zum Baden. Im November ist hier allerdings noch Frühling und die Temperaturen sind mit Mai oder Juni in der Schweiz vergleichbar. Dafür blühen im Frühling rund um die Seen herrliche violette Lavendelfelder, die den perfekten Platz für ein typisches Touristenfoto mit den Blüten, dem See und Bergen im Hintergrund bieten.



Kaikoura
Unser letzter richtiger Stopp auf der Südinsel war der Küstenort Kaikoura. Eigentlich hatten wir nur geplant, etwas entlang der Küste zu fahren und zu schauen, ob wir Wale entdecken können. Der Ort ist bekannt für Wal- und Delfinbeobachtungstouren, häufig sieht man die Tiere an dieser Stelle aber auch von der Küste aus.
Noch etwas frustriert vom Ausfall unseres Büsli in Queenstown (falls ihr nicht wisst, worum es dabei ging, schaut gerne im letzten Beitrag nach), haben wir uns spontan entschieden, mit dem zurückerstatteten Geld einen Rundflug über die Küste und das Meer zu machen. Ziel war es natürlich, Pottwale und Delfine zu sehen.
Den Flug hatten wir für den Morgen gebucht, doch leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Da wir aber zeitlich flexibel waren, konnten wir den Flug auf den Nachmittag verschieben und darauf hoffen, dass sich der Nebel lichtet. So verbrachten wir den Vormittag im Büsli und fuhren am Nachmittag erneut los. Zum Glück klappte es und wir konnten tatsächlich den Flug machen. Belohnt wurden wir mit unzähligen Delfinen, einem Pottwal und sogar zwei Orcas, mit denen wir überhaupt nicht gerechnet hatten. Sorry für die schlechte Qualität der Fotos, aber immerhin ein Beweis dass wir die Tiere wirklich gesehen haben. 😉



Wir waren insgesamt fünf Personen im Flugzeug: der Pilot, ein Copilot, zwei weitere Passagiere und wir. Es war eine winzige Propellermaschine. Für mich war es nicht gerade eine Traumvorstellung, in solch ein kleines Flugzeug zu steigen, doch Philippe, der sich sehr für Flugzeuge begeistert, hat sich riesig darauf gefreut.




Der Flug dauerte etwa 40 Minuten, was für mich völlig ausreichend war. Natürlich hätten wir die Tiere gerne noch länger beobachtet, doch durch das ständige Kreisen in der Luft, wurde mir so schlecht, dass ich froh war, als wir wieder festen Boden unter den Füssen hatten. Trotz allem war die ganze Erfahrung – und die Sicht auf die Tiere von oben – etwas ganz Besonderes und bleibt eine unvergessliche Erinnerung.
Während der zwei Wochen auf der Südinsel haben wir viele verschiedene Erinnerungen gesammelt. Schon während der langen Autofahrten konnten wir die spektakulären Ausblicke geniessen.




Wir haben versucht, viele Bilder hier in den Eintrag einzufügen. Falls ihr noch mehr sehen möchtet – auch Eindrücke von unterwegs mit dem Büsli – könnt ihr diese ab morgen unter der Kategorie Bilder finden.
Nach Kaikoura fuhren wir weiter in den Norden der Südinsel, genauer gesagt nach Picton. Von dort aus ging es mit der Fähre auf die Nordinsel und rein in weitere Abenteuer.
Fun Fact: Neuseeland hat rund 5,2 Millionen Einwohner (Stand 2023), von denen die meisten in den grossen Städten leben. Während der Autofahrten durch das Land kommen immer wieder kleinere Ortschaften, oft sind die Strecken jedoch geprägt von weiten Abschnitten ohne viel Verkehr und Wohngebiete.
Ein ständiger Begleiter auf der Südinsel sind jedoch die unzähligen Schafherden. Im Jahr 2022 gab es in Neuseeland etwa fünfmal so viele Schafe wie Menschen – und das fällt einem schnell auf, wenn man durch das Land fährt. Schafe, so weit das Auge reicht!



Entdecke mehr von swizzontour
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
