Abgeschleppt in Neuseeland – zweimal

Wir sind nun bereits seit fast drei Wochen in Neuseeland mit unserem Camperbus unterwegs. Inspiriert noch von den Cook Islands haben wir unser Büsli „Moana“ genannt. Moana ist ein „self contained“ Camperbus, wodurch freies Campen zwar nicht immer, aber häufig erlaubt ist. Sie bietet ein einfaches Bad, eine kleine Küche mit Stauraum und im hinteren Bereich eine grosse, gemütliche Lounge, welche am Abend zum Bett umfunktioniert wird. Rundum waren wir bereits zu Beginn sehr zufrieden mit unserer Moana. Leider hat sie uns aber bereits nach wenigen Tagen im Stich gelassen.

Bereits am Morgen hatte Moana kurz Probleme mit dem Anlaufen, hat sich dann aber schnell erholt und brachte uns noch bis nach Queenstown, die wohl touristischste und dadurch auch teuerste Stadt in Neuseeland.

Als wir in die Stadt für einen kurzen Stop einfahren wollten, konnte Philippe nicht mehr wirklich Gas geben, es hat nur noch geholpert und immer sehr ruckartig wenige Meter zurückgelegt. Wir konnten auf einem Parkplatz uns und unser Büsli in Sicherheit bringen und mussten wohl oder übel den Pannendienst kommen lassen. Aufgegabelt vom Pannenfahrzeug sind wir dann am Donnerstag Nachmittag zu einer Werkstatt gefahren. Das Problem konnte nach kurzer Zeit herausgefunden werden. Ein Ventil, welches die Luftzufuhr in den Motor reguliert, war kaputt und musste ersetzt werden. Genauer ins Detail kann ich leider nicht, aber alle, die sich mit Autos auskennen, wissen wahrscheinlich, von was ich hier spreche.

Jetzt hatten wir aber zwei Probleme. Erstens wurden wir in eine sehr fortschrittliche Werkstatt gebracht, welche die 4-Tage-Woche auslebt und am Freitag sowie das ganze Wochenende geschlossen ist. Zweitens fehlte das Ersatzteil. Somit war klar, dass wir nicht weiter können und die Nacht noch in Queenstown verbringen werden.

Während der ganzen Zeit waren wir mit der Campervermietung in Kontakt. Mit Expressversand haben sie direkt am Freitag früh das Ersatzteil per Flugzeug nach Queenstown geschickt. Ob eine andere Werkstatt dies am Freitag einbauen kann, wurde aber scheinbar nicht geklärt. Wir wurden dann am Freitag Nachmittag informiert, dass es frühestens am Montag repariert werden kann. Super, nun wurden aus einer Nacht mindestens vier, die wir in Queenstown verbringen müssen. Es könnte schlimmer sein, hier kann man sich die Zeit wirklich gut vertreiben, aber trotzdem ärgerlich für die verlorenen Tage. Wir haben es uns dennoch sehr gut gehen lassen mit feinem indischen Essen und einer grossen Glace und haben mit einem Mietauto die Gegend erkundet.

Ach ja, im Titel steht ja, dass wir zweimal abgeschleppt wurden 😀

Das zweite Mal war nicht ganz so tragisch, dafür umso amüsanter und ärgerlicher zugleich. Da wir irgendwo die Nacht verbringen mussten, wollte die Vermietung, dass wir versuchen, noch auf den naheliegenden Campingplatz zu kommen. In der Werkstatt wurde die Klappe gesamthaft entfernt, wodurch es nicht mehr zum ruckartigen Fahren kam, sie uns aber keine Garantie geben konnten, dass wir es bis zum Campingplatz damit schaffen werden. Trotzdem haben wir, nach längerem Besprechen und Abklären mit der Vermietung, den Versuch gewagt und sind zum Campingplatz gefahren. Es war definitiv eine sehr ruppelige Fahrt, wir sind aber auf dem Parkplatz bei der Rezeption angekommen. Nur leider nicht mehr weiter. Wir konnten den Motor nach dem Einchecken schlussendlich gar nicht mehr starten und sind auf dem Parkplatz gestrandet.

Die Leute vom Campingplatz waren zum Glück sehr verständnisvoll und wir durften da bleiben und übernachten. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt ja auch noch nicht, dass es länger als eine Nacht sein wird.

Da es doch ziemlich ungemütlich war auf dem Parkplatz zu schlafen, wir nicht genügend Strom hatten durch das wenige Fahren und somit die Heizung für die kalten Nächte nicht wirklich funktioniert und das Büsli in leichter Schräglage stand, haben wir dann schlussendlich die zusätzlichen drei Nächte in einem Hostel im Stadtzentrum verbracht.

Am Montag mussten wir somit vom Campingplatz erneut abgeschleppt. Das Ersatzteil hat es bereits zu der Werkstatt geschafft, diese hatte aber eigentlich klar kommuniziert, dass sie für eine weitere Reparatur keine Kapazität hätten. Alles war doch irgendwie ziemlich schlecht organisiert, sie waren dann aber zum Glück so lieb und haben es gemacht.

Somit konnten wir am Montag Abend nach vielen Stunden Warten, Telefonieren und nochmals Warten mit einer fitten Moana weiterziehen.

Weitere Erlebnisse von der Südinsel gibt es dann im nächsten Artikel.


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