Kia Orana!
Während wir diesen Text schreiben, sitzen wir mit unseren Campingstühlen an einem See in Neuseeland und geniessen den Sonnenuntergang. Dabei lassen wir die traumhafte Reise zu den Cook Islands noch einmal in unseren Köpfen aufleben. Dass wir bereits zu Beginn unserer Reise eine so besondere Destination besuchen konnten – von der viele Menschen noch nie gehört haben und die von Europa aus wirklich auf der anderen Seite der Welt liegt – macht uns unglaublich dankbar.
Da die Cook Islands und Neuseeland durch die Datumsgrenze getrennt sind, war die Reise dorthin recht amüsant. Als wir am 5. November von San Francisco aus gestartet sind, hatten wir einen Zwischenstopp in Auckland, Neuseeland, am 7. November 2024. Dadurch hatten wir einen ganzen Tag „verloren“. Auf unserer Weiterreise nach Rarotonga, Cook Islands, flogen wir etwa vier Stunden, reisten aber durch die Zeitverschiebung in die Vergangenheit und landeten am 6. November 2024 in unserem zweiten Reiseland.
Die Anreise auf die Cook Islands ist sehr einfach. Ein Visum ist nicht erforderlich, man kann direkt vom Flugzeug ins überschaubare Flughafengebäude gehen und wird bei der Passkontrolle von einem Einheimischen mit einer Ukulele willkommen geheissen. Schon bei unseren ersten Schritten auf der Insel fühlten wir uns pudelwohl.
Auch die Weiterreise zu unserer ersten Unterkunft war unkompliziert. Auf der Hauptinsel Rarotonga gibt es zwei Busrouten: eine im und eine gegen den Uhrzeigersinn. Die komplette Runde dauert etwa eine Stunde, Haltestellen gibt es nicht. Stattdessen setzt man sich an den Strassenrand und macht sich bemerkbar, sobald der Bus in Sichtweite kommt.



In unserer ersten Unterkunft konnten wir so richtig die Seele baumeln lassen. Nach all dem Stress zu Hause – besonders durch das Auflösen unserer Wohnung – taten uns die entspannte Atmosphäre und das Inselgefühl gut. Wir konnten endlich herunterfahren und uns ganz auf das Inselleben einlassen.



Nach einem kurzen Aufenthalt auf Rarotonga wechselten wir mit einem Inlandsflug auf die Insel Aitutaki. Einen Eintrag über unsere Tage dort haben wir bereits hochgeladen, unbedingt lesen und die Bilder dazu anschauen! 😉
Doch auch Rarotonga hat einiges zu bieten.
Nach unserem Aufenthalt auf Aitutaki entschieden wir uns bei unserer Rückkehr nach Rarotonga für ein einfaches Zimmer in einem Backpacker-Hostel. Es lag zwar nicht direkt in einem der größeren Orte, hatte aber Hängematten und Liegestühle direkt am Strand – also eigentlich alles, was man für einen entspannten Inselaufenthalt braucht. WLAN gab es im Hostel nicht, was auf den Cook Islands generell eher selten und meist kostenpflichtig ist. Lustigerweise befand sich jedoch nur wenige Minuten von unserer Unterkunft entfernt ein kostenloser Hotspot eines Restaurants, der auch ausserhalb der Öffnungszeiten genutzt werden konnte und meistens irgendwelche Leute da anzutreffen waren.



Rollertour um die Insel
Da Rarotonga deutlich grösser ist als Aitutaki, mieteten wir uns für einen Tag einen Roller. Dieser war sogar günstiger als zwei Fahrräder für uns beide. Mit dem Roller konnten wir unsere Einkäufe erledigen, eine komplette Runde um die Insel drehen und unterwegs an verschiedenen Stränden oder Aussichtspunkten anhalten. Das Wetter war auch hier sehr wechselhaft, sodass wir auf unserer Rundfahrt sowohl Regen als auch Sonnenschein erlebten.
Am Abend besuchten wir einen der Night Markets auf der Insel. Dort probierten wir uns durch verschiedene Gerichte, die überwiegend aus asiatischer Küche sowie Fleisch- und Fischspezialitäten bestanden.




„Whale bell“
Nur ein paar Minuten von unserem Hostel entfernt gab es am Strand eine Beachbar mit Happy Hour und leckerem Essen. Was diese Beachbar jedoch besonders macht, ist die sogenannte „Whale Bell“. Auf den Cook Islands kommt es oft vor, dass zu bestimmten Zeiten Wale gesichtet werden. Die offizielle Walsaison war im November zwar bereits vorbei, aber es hängt natürlich immer davon ab, wie lange die Tiere tatsächlich in der Region bleiben.
Wenn jemand von der Beachbar aus einen Wal entdeckt, kann er die Glocke läuten und so alle Gäste darauf aufmerksam machen. Als wir dort waren, wurde die Glocke tatsächlich einmal geläutet, aber leider konnten wir den Wal nicht erkennen.


Wir hatten jedoch ein besseres Zusammentreffen mit einem Wal – und zwar direkt am Strand vor unserer Unterkunft am ersten Tag auf Rarotonga. Während des Mittagessens dachte ich bereits, eine typische Walfontäne auf dem Meer gesehen zu haben, aber es war zu weit weg, um sicher zu sein. Später, als wir gemütlich in unseren Liegestühlen lagen, waren wir uns jedoch sicher: Es war ein Wal, direkt vor unserem Hotel!
Leider mussten wir zuerst ein Profil für die Drohnen-App einrichten, aber ohne Internet konnten wir dies nicht machen und somit die Drohne nicht weit fliegen lassen und keine Aufnahmen von den Walen machen. Mit der Kamera gelang es uns jedoch, ein Beweisfoto zu schiessen. Wir konnten mindestens zwei Wale ausmachen, die sich eine ganze Weile vor unserem Hotel treiben liessen– ein perfekter Start in unsere Zeit auf den Cook Islands!




The Needle
“The Needle” ist ein Berg (für uns eher ein Hügel) auf Rarotonga. Er ist zwar nicht der höchste, aber sicherlich der bekannteste Berg der Cook Islands. Die Wanderung führt einmal quer durch den Dschungel über die gesamte Insel.
Vom Hostel aus fuhren wir mit dem Bus zum Startpunkt an der Hauptstrasse. Zu Fuss ging es zunächst entlang einer Strasse bis zum Dschungelrand, wo der eigentliche Aufstieg begann. Über Wurzeln und umgestürzte Bäume stiegen wir stetig bergauf, insgesamt etwa 700 Höhenmeter.
Unterwegs bekamen wir Gesellschaft von Roland, einem Hahn, der auf dem Berg lebt und uns bis zum Gipfel begleitete. Oben angekommen genossen wir die atemberaubende Aussicht über die ganze Insel. Für mich ging es noch etwas höher hinauf über die Felsen, welche bis zu einem begrenzten Teil erklimmbar sind.





Der Abstieg auf der anderen Seite des Berges war genauso mühsam wie der Aufstieg. Mithilfe von Wurzeln und befestigten Seilen konnten wir uns an den steilen Hängen festhalten – zumindest dachten wir das. Bereits beim ersten steilen Abschnitt löste sich das Seil bei Philippe und er rutschte ein gutes Stück hinunter. Zum Glück ist nicht weiter was passiert und wir konnten den Abstieg unverletzt meistern.



Unten angekommen nahmen wir wieder den Bus zurück zum Hostel und konnten uns den Rest des Tages am Strand erholen.
Während unseres Aufenthalts haben wir die entspannte Atmosphäre vor Ort sehr genossen und uns regelrecht in dieses Paradies verliebt. Die Einheimischen sind unglaublich herzlich und hilfsbereit, die Inseln sind wunderschön und der Lebensstil ist „easygoing“. Für uns gehört dieser Ort definitiv zu den schönsten, die wir je gesehen haben.
Wir können die Cook Islands jedem empfehlen, auch wenn die Anreise aus Europa ziemlich lang ist. Vielleicht trägt aber gerade diese Abgeschiedenheit dazu bei, dass die Inseln noch so idyllisch und unberührt sind. Sie sind nicht überlaufen von Touristen und das macht sie zu einem echten Paradies.
Nach 12 Tagen haben wir unsere Rucksäcke wieder gepackt und uns auf den Weg zu unserem nächsten Abenteuer gemacht. Es wird etwas komplett anderes sein – was wir dort erlebt haben, könnt ihr in den nächsten Beiträgen lesen.
Fun Fact:
Nicht wirklich ein lustiger Fakt, hat uns aber trotzdem etwas erstaunt. In Rarotonga werden häufig die Familienmitglieder direkt vor den Häusern begraben. Somit befinden sich überall verteilt grosse Gräber. Es soll die Verbindung zwischen den Lebenden und den Toten zeigen und ist ein typischer Gebrauch in ihrer Kultur, welche stark von der polynesischen Spiritualität geprägt ist.
Entdecke mehr von swizzontour
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
